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Flüchtlingspakt in Gefahr? Türkeis Ton wird rauer

Das EU-Parlament stimmt dafür, die Beitrittsgespräche mit Ankara vorerst zu stoppen. Die Türkei reagiert empört und droht indirekt mit der Aufkündigung des Flüchtlingspakts. Europa würde den größeren Schaden davontragen.
24.11.2016 - 23:23 Uhr 2 Kommentare
„Wir sind einer der Faktoren, die Europa beschützen“, sagt Türkeis Ministerpräsident Yildirim. „Wenn Flüchtlinge durchkommen, werden sie Europa überfluten und übernehmen.“ Quelle: AFP
Binali Yildirim

„Wir sind einer der Faktoren, die Europa beschützen“, sagt Türkeis Ministerpräsident Yildirim. „Wenn Flüchtlinge durchkommen, werden sie Europa überfluten und übernehmen.“

(Foto: AFP)

Ankara Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat Europa indirekt mit der Aufkündigung des Flüchtlingspakts gedroht. „Wir sind einer der Faktoren, die Europa beschützen. Wenn Flüchtlinge durchkommen, werden sie Europa überfluten und übernehmen. Die Türkei verhindert dies“, sagte Yildirim am Donnerstag im Fernsehen.

Ein Einfrieren der EU-Beitrittsgespräche würde Europa deutlich stärker schaden als der Türkei. Das EU-Parlament hatte zuvor nach langen Diskussionen mit breiter Mehrheit dafür gestimmt, die Beitrittsgespräche mit Ankara vorerst auf Eis zu legen. Die Resolution ist für die EU-Kommission und EU-Mitgliedsländer allerdings nicht bindend. Die Türkei reagierte empört darauf.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten im EU-Parlament, Elmar Brok (CDU), glaubt jedoch nicht, dass die Türkei den Flüchtlingspakt mit der EU aufkündigt. „Das Flüchtlingsabkommen liegt auch im Interesse der Türkei. Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes hängt vor allem von guten Beziehungen zur EU ab“, sagte Brok der „Oldenburger Nordwest-Zeitung“ (Freitag) laut Vorabbericht. Eine Aufkündigung des Flüchtlingspaktes oder gar der Abbruch der Beziehungen zur EU wäre demnach für Ankara von großem Nachteil. „Das weiß auch die türkische Führung.“

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    • rtr
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    2 Kommentare zu "Flüchtlingspakt in Gefahr?: Türkeis Ton wird rauer"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wer den Schutz seiner Außengrenzen anderen Staaten überlässt, sollte sich nicht wundern, wenn er erpressbar wird.

      Das Geld, welches die EU in die Türkei pumpt, könnte genau so gut nach Griechenland umgeleitet werden. Die bekommen dann statt Almosen, einen echten, neuen Wirtschaftszweig, nämlich die Versorgung von Flüchtlingen und Asylbewerbern.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

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