Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Flüchtlingspolitik EU will militärisch gegen Menschenschmuggler vorgehen

Die Europäische Union will den Flüchtlingsstrom aus Nordafrika eindämmen und dazu härter gegen Schmugglerbanden im Mittelmeerraum vorgehen. Dazu hat die EU einen Drei-Stufen-Plan entwickelt.
18.05.2015 - 18:43 Uhr 1 Kommentar
In Seenot befindliche Menschen werden auf der Fregatte Hessen der Bundeswehr versorgt. Quelle: dpa
Bundeswehrfregatte rettet Flüchtlinge im Mittelmeer

In Seenot befindliche Menschen werden auf der Fregatte Hessen der Bundeswehr versorgt.

(Foto: dpa)

Brüssel Die Europäische Union hat ein dreistufiges Konzept für den Kampf gegen die Schleuserkriminalität in Libyen beschlossen. In einem ersten Schritt sollen so schnell wie möglich alle verfügbaren Aufklärungsinstrumente wie Satelliten und Drohnen genutzt werden, um die Aktivitäten der Menschenschmuggler möglichst genau nachzuvollziehen. Danach will die EU damit beginnen, auf See Schleuser-Schiffe zu durchsuchen und zu beschlagnahmen. Zum Schluss könnte es Militäreinsätze in libyschen Häfen oder an Land geben.

„Wir wissen, dass die Mission keine Antwort ist, die das Flüchtlingsproblem in irgendeiner Form beseitigt“, kommentierte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier den Beschluss am Montag. Die EU müsse sich aber auch mit dem Thema Schleuserkriminalität auseinandersetzen.

Das Hauptquartier für die EU-Mission soll in Rom eingerichtet werden und von dem italienischen Konteradmiral Enrico Credendino geführt werden. Aus dem gemeinsamen EU-Etat sollen für die zweimonatige Startphase knapp zwölf Millionen Euro bereitgestellt werden.

Um das Konzept komplett umzusetzen, soll nach derzeitigem Stand der Planungen eine Resolution des UN-Sicherheitsrats verabschiedet werden. Zudem ist vorgesehen, das Einverständnis der libyschen Behörden einzuholen. „Ich habe zumindest keinen größeren politischen Widerstand gesehen“, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Montag zu ihren jüngsten Gesprächen mit Vertretern des UN-Sicherheitsrates.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Über das nordafrikanische Bürgerkriegsland Libyen werden Schätzungen zufolge 80 Prozent des illegalen Menschenschmuggels über das Mittelmeer abgewickelt. Auf Bootsfahrten von Libyen in Richtung Europa starben in den vergangenen Jahren Tausende Menschen. Allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 1780 Flüchtlinge ums Leben. Die meisten Migranten kommen in Italien an, das den Ansturm kaum noch bewältigen kann.

    In der deutschen Bundesregierung sind die Pläne umstritten. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller sprach sich gegen Militäreinsätze aus. „Schleuserboote aus dem Verkehr ziehen ja, das aber ohne militärische Operationen. Dies birgt zu viele Risiken und löst die eigentlichen Probleme nicht“, sagte der CSU-Politiker der „Passauer Neuen Presse“ (Montag).

    Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, und der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth, mahnten, die Krisen in den Herkunftsstaaten der Flüchtlinge seien nicht mit Zäunen an den EU-Außengrenzen oder Patrouillenbooten im Mittelmeer zu lösen. „Wir müssen die Fluchtursachen bekämpfen, nicht die Flüchtlinge“, schrieben sie in einem Gastbeitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag).

    Deutsche Soldaten werden sich länger als ursprünglich geplant an der Seenotrettung im Mittelmeer beteiligen. „Ich kann zusagen, dass die deutsche Marine (...) bis auf Weiteres unbegrenzt zur Seenotrettung in dem Gebiet bleiben wird“, sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei dem EU-Ministertreffen in Brüssel. Zunächst war nur ein Einsatz von 30 Tagen angekündigt gewesen.

    Die Fregatte „Hessen“ und das Versorgungsschiff „Berlin“ starteten am 5. Mai in den Einsatz. Nach Angaben der Ministerin haben sie bereits über 700 Menschen gerettet. Die Soldaten haben nach Bergungsaktionen zudem bereits mehrere führerlose Schleuserboote versenkt, um zu verhindern, dass sie zu einem Hindernis für andere Schiffe werden.

    • dpa
    Startseite
    Mehr zu: Flüchtlingspolitik - EU will militärisch gegen Menschenschmuggler vorgehen
    1 Kommentar zu "Flüchtlingspolitik: EU will militärisch gegen Menschenschmuggler vorgehen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Dem dümmsten Politiker müsste doch irgendwann auch ein Licht aufgehen, um zu erkennen, dass Flüchtlinge und keine Schmuckler nach Europa wollen. Wenn die EU diesen Weg schließt, benutzen die Flüchtlinge die nächste Variante.

      Wenn die Flüchtlinge sofort wahlberechtigt wären, würde ich gerne einmal den Eiertanz der Politiker sehen wollen, wie diese Leute umgarnt würden.

      Das Thema muss doch politisch in dem Sinn angefasst werden, dass verhindert wird, dass die afrikanischen Länder durch diese Völkerwanderung nicht ausbluten.

    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%