Flüchtlingspolitik Spanisches Schiff rettet 60 Migranten - Regierung erlaubt Anlegen in Barcelona

Ein spanisches Rettungsschiff hat vor Libyen 60 Flüchtlinge aufgenommen. Nun hat die Hilfsorganisation grünes Licht um in Barcelonas Hafen anzulegen.
Update: 01.07.2018 - 09:35 Uhr 1 Kommentar

Open Arms Rettungsschiff erreicht Barcelona

MadridNach der Rettung Dutzender Flüchtlinge aus dem Mittelmeer vor Libyen darf ein Boot einer spanischen Hilfsorganisation in Barcelona anlegen. Die spanische Regierung habe ihnen erlaubt, die 60 Migranten dorthin zu bringen, twitterte die Hilfsorganisation Proactiva Open Arms in der Nacht zum Sonntag. Die Bürgermeisterin Barcelonas, Ada Colau, bedankte sich bei der Organisation via Twitter und erklärte, Barcelona erwarte das Schiff mit offenen Armen. Es sei gut, dass sich die Retter nicht der unmenschlichen und grausamen europäischen Politik ergeben hätten. Laut Zeitung „El País“ könnte das Boot Barcelona am Mittwoch erreichen.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini hatte zuletzt mitgeteilt, dass das Rettungsschiff es vergessen könne, „in einem italienischen Hafen anzukommen“. Er argumentierte, das Schiff sollte nach Malta, den nächstgelegenen Hafen, fahren. Malta wehrte sich aber gleich. Der maltesische Innenminister Michael Farrugia argumentierte, dass die winzige italienische Insel Lampedusa weniger weit vom Schiff entfernt liege.

Die „Open Arms“ wird von der spanischen Hilfsgruppe Proactiva Open Arms betrieben. Es ist das dritte Rettungsschiff einer humanitären Gruppe mit Einsatz im Mittelmeer, das in den vergangenen drei Wochen einer ablehnende Haltung von Salvini gegenüberstand.

Salvini hat zu verstehen gegeben, dass keine weiteren Rettungsschiffe von humanitären Gruppen in Italien anlegen würden. Dorthin haben in den vergangenen Jahren private Rettungsschiffe viele der Hunderttausenden von Flüchtlingen und Migranten gebracht, die aus Schleuserbooten gerettet wurden.

Die Haltung Salvinis hat für Spaltungen innerhalb der italienischen populistischen Koalitionsregierung gesorgt. Der Präsident des Unterhauses des Parlaments, Roberto Fico von der Koalitionspartei Fünf-Sterne-Bewegung, sagte nach dem Besuch eines Aufnahmezentrums für Migranten in einer sizilianischen Hafenstadt, dass er die Häfen nicht schließen würde.

Libyen „ist kein Ort mit Sicherheit“, sagte Fico zu Reportern. Er rief zu mehr Solidarität mit den Migranten auf. Diese hätten „dramatische Geschichten, die das Herz berühren“. Salvini argumentierte auf Twitter, dass die „Open Arms“ die Migranten aufgenommen habe, bevor ein libysches Schiff innerhalb einer Such- und Rettungszone habe intervenieren können.

Der Kapitän der „Open Arms“, Marco Martinez, sagte hingegen, er habe das Seerettungskoordinationszentrum mit Sitz in Rom über die Migranten informiert und sei angewiesen worden, libysche Seebehörden anzurufen. Diese hätten nicht über Telefon oder Radio reagiert. Die Behörden in Rom hätten ihm dann gesagt, er müsse entscheiden, ob die Rettung ausgeführt werde, sagte Martinez.

Migranten, darunter ein Kind, werden vor der Küste Libyens in Sicherheit gebracht. Quelle: AP
Mittelmeer

Migranten, darunter ein Kind, werden vor der Küste Libyens in Sicherheit gebracht.

(Foto: AP)

Die Nachrichtenagentur AP sah von Bord eines nahegelegenen Rettungsschiffs aus, dass ein libysches Küstenwachenschiff sich der „Open Arms“ näherte, als die Entdeckung des Schlauchboots gemeldet worden war. Doch kurz vor dem Ort der Rettung kehrte es um und fuhr weg. Es befahl der „Open Arms“, nach Spanien zurückzukehren.

Farrugia forderte Salvini auf Twitter auf, er solle damit aufhören, „falsche Nachrichten zu verbreiten“. Er fügte seinem Tweet eine Karte hinzu, die ihm zufolge darauf hinwies, dass die Rettung im libyschen Such- und Rettungsgebiet erfolgt sei und in Gewässern zwischen Libyen und Lampedusa.

Die erfolgreiche Rettung am Samstag wurde von vier Abgeordneten des Europäischen Parlaments an Bord eines Begleitschiffs, der „Astral“, beobachtet. Die Abgeordneten und eine Journalistin der AP gingen dann an Bord der „Open Arms“, um die Migranten und die Besatzung zu treffen.

  • ap
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1 Kommentar zu "Flüchtlingspolitik: Spanisches Schiff rettet 60 Migranten - Regierung erlaubt Anlegen in Barcelona"

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  • Endlich wird das Wort Migranten und nicht Flüchtlinge benutzt!!
    Die Menschen die wirklich Hilfe brauchen sind nicht in diesen Schlauchbooten zu sehen, sondern hier sieht man nur gut ernährte und kräftige Männer die illegal nach Europa wollen! Ich hoffe, dass Salvini weiter die Häfen Italiens für solche Schiffe geschlossen lässt. Schließlich haben sich diese Menschen freiwillig ins Meer begeben. Salvini hat Niemanden die Pistole auf der Brust gesetzt! Also wer sich auf so eine Abenteuerliche illegale Reise begibt spielt mit seinem Leben, und somit kann keiner dafür verantwortlich gemacht werden falls diese ertrinken!

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