Flüchtlingspolitik Ungarn baut zweiten Zaun an der Grenze zu Serbien

Mit dem Bau von Grenzzäunen ließ Ungarn den Flüchtlingsstrom über die Balkanroute weitgehend versiegen. Nun will das Land aber noch einen zweiten Zaun bauen, um die Barriere noch effektiver zu machen.
Update: 27.02.2017 - 15:02 Uhr 1 Kommentar
Der ungarische Grenzzaun zu Serbien bei Morahalom im Komitat Csongrád in Ungarn. Quelle: dpa
Ungarischer Grenzzaun zu Serbien

Der ungarische Grenzzaun zu Serbien bei Morahalom im Komitat Csongrád in Ungarn.

(Foto: dpa)

BudapestUngarn hat mit dem Bau eines zweiten Zauns an seiner Südgrenze zu Serbien begonnen, der parallel zum bereits bestehenden verlaufen soll. Das bestätigte am Montag ein Regierungssprecher in Budapest.

An der Grenze gibt es seit 2015 bereits einen Stacheldrahtzaun, der damals den Flüchtlingsstrom auf der sogenannten Balkanroute von Ungarn fernhalten sollte. Hunderttausende Flüchtlinge vor allem aus Syrien nahmen in dem Jahr den Weg über die Türkei und den Balkan nach Deutschland. Der Bau von Grenzzäunen in Ungarn, aber auch in Mazedonien ließ später den Flüchtlingsstrom auf der Balkanroute weitgehend versiegen. Außerdem sagte die Türkei zu, die Weiterreise der Flüchtlinge nach Griechenland zu unterbinden.

Wichtige Mauern – und warum sie gebaut wurden
Die Grenze zwischen Mexiko und den USA
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Im Wahlkampf hat Donald Trump keinen Zweifel daran gelassen, dass er – sobald er die Möglichkeit dazu hat – eine Mauer zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko bauen wird. Nun hat der US-Präsident seinen Worten Taten folgen lassen. Am Mittwoch unterzeichnete er ein Dokument, das die Voraussetzungen für den Mauerbau schafft. Ein historischer Schritt. Doch rund um den Globus gibt es noch mehr berühmte Mauern. Ein Überblick.

Chinesische Mauer
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6000, 9000 oder 21.000 Kilometer – die Länge der Chinesischen Mauer ist aufgrund ihres Alters und der unzähligen, nicht miteinander verbundenen Abschnitte sehr schwer zu bestimmen. So oder so ist sie hinsichtlich des Volumens und der Masse allerdings das größte Bauwerk der Erde. Mit dem Bau der Mauer wurde bereits vereinzelt im siebten Jahrhundert vor Christus begonnen. Ihre heute bekannte Form erhielt sie zur Zeit der Ming-Dynastie (1368 bis 1644). Die sogenannte Ming-Mauer diente zum Schutz des chinesischen Kaiserreichs vor den Mongolen.

Berliner Mauer
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Im Jahr 1961 wurde die 1378 Kilometer umfassende innerdeutsche Grenze um weitere 167,8 Kilometer ergänzt – die Berliner Mauer. Sie galt als eines der markantesten Symbole des Konflikts im Kalten Krieg zwischen den Westmächten und dem Ostblock. Im Falle eines „ungesetzlichen Grenzübertritts“ galt der Schießbefehl. Wie viele Menschen an der Berliner Mauer getötet wurden, ist nicht genau belegt. Aktuellen Forschungen zufolge zwischen 136 und 245 Menschen. Am 9. November 1989 wurde die Grenze geöffnet und sorgte innerhalb eines weiteren Jahres für den kompletten Zusammenbruch der DDR und der staatlichen Einheit Deutschlands.

Israelische Sperranlagen
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Entlang der Grenzlinie zwischen Israel und dem Westjordanland verläuft eine 759 Kilometer lange Absperrung. Sie verläuft nur zu circa zwanzig Prozent der sogenannten „Grünen Linie“, der vereinbarten Waffenstillstandslinie von 1949. Der restliche Verlauf befindet sich fast ausschließlich innerhalb des Westjordanlands, was zu heftigen Kritiken führte. Mit der Mauer wird einer künftigen Grenze eines souveränen Staates Palästina quasi vorgegriffen. Der Internationale Gerichtshof erklärte 2004, dass Israel mit dem Bau der Anlagen gegen Völkerrecht verstoße.

Marokkanischer Wall
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Zum Schutz vor den Polisario-Rebellen errichtete Marokko in der Westsahara einen rund 2700 Kilometer umfassenden Wall, der hauptsächlich aus Sand, stellenweise aber auch aus Mauern und Geröll besteht. Zur Sicherung wird ein Sandwall zumeist durch Landminen und Stacheldraht ergänzt. Sie kommt der militärisch-politischen Funktion der Morice-Linie des französischen Algerienkrieges gleich. Von der Frente Polisario wird der Wall als „Mauer der Schande“, auf der anderen Seite von den Marokkanern umgangssprachlich als „Hassans Wall“ (benannt nach dem früheren König Hassan II.) genannt.

Friedenslinien
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Die Friedenslinien (oder auch Friedensmauern) finden sich vorrangig in nordirischen Städten, allen voran in der Hauptstadt Belfast, und dienten dazu die Wohngebiete von pro-irischen Republikanern und pro-britischen Unionisten zu trennen. Sie sind das Ergebnis des Nordirlandkonflikts, der im Jahr 1969 ausbrach. Im Mai 2013 erklärte die Regierung, die Mauern in den nächsten zehn Jahren beseitigen zu wollen. Heute könnten die Mauern als Sehenswürdigkeiten im Rahmen von Stadtführungen besichtigt werden. Diese Art von Tourismus wird auch als „Konflikttourismus“ bezeichnet.

Hadrianswall
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Der Hadrianswall war ein römisches Grenzbefestigungssystem, dass auf Anordnung des Kaisers Hadrian zwischen Newcastle und Solway Firth ab 122 n. Chr. erbaut wurde und rund 117,5 Kilometer umfasste. Er diente nicht etwa der Abwehr von Angreifern, sondern vielmehr der Überwachung des Handels- und Personenverkehrs. Seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe gekürt, zählt der Wall heute zu einem beliebten Touristenziel.

Ungarn erklärte, der zweite Zaun solle die Barriere effektiver machen. Ministerpräsident Viktor Orban betrachtet die Einwanderung von Flüchtlingen als eine der größten Bedrohungen der Europäischen Union (EU). Mit seinen Alleingängen wie dem Bau des Grenzzaunes hat er aber viele seiner EU-Partner verärgert. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch und das ungarische Helsinki-Komitee warfen der Regierung in Budapest vor, von ihr geplante Gesetzesänderungen verstießen gegen EU-Recht. Ungarn schränke den Zugang von Flüchtlingen zu Asyl „empfindlich“ ein, schrieben die Organisationen an die EU und appellieren, gegen die Unterlaufung des Asylrechts durch Ungarn vorzugehen.

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1 Kommentar zu "Flüchtlingspolitik: Ungarn baut zweiten Zaun an der Grenze zu Serbien"

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  • In einem Punkt hat Ungarn recht - der Zustrom muss organisiert werden. Und dazu sind befestigte Grenzen nötig. Es gibt kein Menschenrecht, wonach jeder dahin flüchten kann, wo er will. Und wenn nicht mit Grenzübertritt in die Türkei, spätestens mit betreten von EU-Territorium sind Flüchtlinge sicher. "Flüchten" sie weiter, sind es Wirtschaftsflüchtlinge. Nachvollziehbar, dass die das wollen, aber eben kein Menschenrecht.

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