Flüchtlingspolitik Ungarn macht dicht

Die ungarische Regierung stellt den Eisenbahnverkehr in den Westen Europas ein – ohne die Nachbarländer und ihre Bahngesellschaften vorab darüber zu informieren. Das Planungs-Chaos wächst dadurch.
Ungarn betreibt mit fahrenden oder nicht fahrenden Zügen Flüchtlingspolitik. Quelle: Reuters
Keleti Bahnhof in Budapest

Ungarn betreibt mit fahrenden oder nicht fahrenden Zügen Flüchtlingspolitik.

(Foto: Reuters)

Wien/DüsseldorfUngarn macht mit seiner Bahn Politik. Am Donnerstag wies die ungarische Regierung die Bahngesellschaft an, alle Verbindungen in Richtung Westen zu unterbrechen. Ausländische Züge dürfen nicht mehr nach Budapest fahren. Die Deutsche Bahn konnte das nicht bestätigen, wies aber auf Anfrage darauf hin, dass die Verbindungen von und nach Ungarn in den vergangenen Tagen massiv gestört waren. Genauere Informationen lägen aber nicht vor.

Ausnahmezustand in Budapest
Ansturm auf die Züge
1 von 7

Nach dem Abzug der ungarischen Polizei stürmen Flüchtlinge den Bahnhof und die Züge. Zuvor hatte die Polizei seit Dienstag keine Flüchtlinge mehr in das Gebäude gelassen.

Trügerische Hoffnung?
2 von 7

Zuerst gab die Polizei bekannt, dass keine Züge nach Westeuropa fahren würden. Trotzdem versuchten die Flüchtlinge in Massen, Budapest zu verlassen.

Bloß weg
3 von 7

Teilweise seit Tagen harrten die mehr als 1.000 Flüchtlinge vor dem Budapester Ostbahnhof aus, darunter auch viele Familien mit Kindern.

Chaos in Budapest
4 von 7

Viele Flüchtlinge stiegen wohl in einen Zug Richtung Serbien in der Hoffnung, dieser fahre nach Österreich.

Alle wollen nach Westen
5 von 7

Die Polizei unternahm zunächst nichts, um das Chaos im Keleti-Bahnhof zu unterbinden. Später bauten sich etwa 30 Polizisten auf einem benachbarten Gleis auf. Die Passagiere des wartenden Zuges weigerten sich aber weiterhin, die überfüllten Waggons zu verlassen.

Behörden lösen Verwirrung aus
6 von 7

Am Vormittag kündigten die ungarischen Behörden an, dass zwei Züge in Richtung österreichische Grenze fahren würden. Der erste Zug ist bereits auf dem Weg.

Kampf um Fahrplätze
7 von 7

Die österreichischen Behörden sind in Alarmbereitschaft. Ungarns Regierung gab Deutschland die Schuld an den chaotischen Zuständen in Budapest. Die Bundesrepublik habe Syrer „an den gedeckten Tisch eingeladen“.

Von den sich ständig ändernden Entscheidungen Budapests ist vor allem die Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) betroffen. Aber auch die erhält nach Angaben von Insidern nur unzulängliche und kurzfristige Informationen, wann und ob überhaupt Züge von Ungarn nach Österreich fahren. Die mangelnden Informationen führten auch dazu, dass in den vergangenen Tagen am Westbahnhof der österreichischen Hauptstadt viele Helfer vergeblich auf Flüchtlinge aus Budapest warteten. Teilweise fahren die Züge überraschenderweise von Wien nach Budapest wieder normal.

Merkel: „Wir können von der Schweiz lernen“

Am Donnerstag teilte die ÖBB mit, dass die Ungarische Staatsbahn keine Railjets und Eurocity-Züge mehr zwischen Budapest und der Grenzstadt Hegyeshalom fahren lässt. „Wir raten unseren Fahrgästen daher derzeit von Reisen nach Ungarn ab“, teilte die ÖBB mit. Zuggäste können ihre Tickets in allen österreichischen Bahnhöfen zurückerstatten lassen.

Bahn versucht Chaos am Münchner Bahnhof zu schlichten
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Flüchtlingspolitik - Ungarn macht dicht

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%