Flüchtlingstragödie Albtraum-Insel Lampedusa

Lampedusa ist wieder Schauplatz einer Flüchtlingstragödie. Seit den 90er Jahren kommen tausende Migranten dorthin. Unsere Autorin hat die Insel besucht und war beeindruckt davon, wie solidarisch die Menschen dort waren.
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In Italien stehen die Flaggen auf Halbmast

Lampedusa111 Tote, 155 Überlebende, rund 250 werden noch vermisst. Das ist die bisherige Bilanz des Flüchtlingsdramas auf Lampedusa, bei dem ein überfülltes Schiff mit 500 Immigranten aus Afrika Feuer gefangen hat und kenterte. Die Leichen reihen sich auf der Insel entlang der Straßen auf. Taucher beschreiben Szenen wie aus einem Horrorfilm von den toten Körpern unter Wasser im Laderaum. Ihre Arbeit wurde am Freitag unterbrochen wegen des stürmischen Meeres.

Die Soldaten und Helfer versuchen zu retten, wer noch zu retten ist. Wieder einmal waren es einfache Fischerboote, die den Afrikanern als erste zu Hilfe eilten, nachdem nach Zeugenaussagen drei Schiffe tatenlos vorbeigefahren sind.

„Nach den Toten will ein großer Teil der Öffentlichkeit, nicht nur auf nationaler Ebene, dass etwas geschieht“ sagt Giusi Nicolini, die zierliche Bürgermeisterin der Insel. „Wir hatten schon nach dem Besuch von Papst Bergoglio etwas erwartet, aber es ist nichts passiert“.  

Erst im Juli war der Papst Franziskus auf die Mittelmeerinsel gereist, um seine Solidarität auszudrücken und zu sagen: Es reicht. Aber das jüngste Drama zeigt, dass die Menschenschlepper nicht aufzuhalten sind und mit immer größeren Schiffen den Andrang bedienen und alimentieren. Der Papst hat diesmal nur ein Wort für die Bilder aus Lampedusa: „Vergogna!“ – Schande.

Die Bürgermeisterin Nicolini gibt zu bedenken, dass die Toten diesmal nur sichtbar sind, weil das Schiff in Küstennähe gekentert ist und „wir deshalb die Toten sehen“. Oft sterben sie weiter draußen und die Welt schaut weg.

Italien will Hilfe der EU
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10 Kommentare zu "Flüchtlingstragödie: Albtraum-Insel Lampedusa"

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  • Höher die Zäune! Wehet den Anfängen, diejenigen, welche so ein Unternehmen starten, wissen im Worstcase was sie erwartet.

    Selbst schuld.

  • Ich bin unwichtig, wenn es aber nach mir ginge würde ich die nationale Systemfrage, ohne wenn und aber, erzwingen. Für mich kommt nur eine neue Verfassung in starker Anlehnung an das derzeitige Grundgesetz und einer echten Demokratie nach schweizerischem Vorbild infrage. Deshalb fault mir eher die Wahlhand ab, bevor ich jemals CDU/CSU wählen würde!

  • Ich hoffe das Gewinnstrebende und feudale “Gutmenschentum“ treibt die Dinge nicht auf die Spitze der Multkulti-Perversion, es könnte sonst ganz sicher eng und elendiger in Europa werden!
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    Es wird nicht eng in Europa werden, denn ein Übermaß an Flüchtlingen dieser Art (ohne jede Bildung, Qualifikation und Sprachbeherrschung) kann nicht auf Dauer in großen Ausmaßen von Deutschland oder Europa bis zum St.-Nimmerleinstag auf unsere Kosten alimentiert werden, ohne dass es zu erheblichen sozialen Verwerfungen kommen wird, die sich niemand wünschen wird. Es steht die Frage auf der Agenda, ob wir diese Flüchtlinge in rauhen Mengen bei uns aufnehmen wollen, mit allen Lasten, die sich daraus ergeben, oder ob wir die Systemfrage zu stellen haben. Na, wie hätten Sie's denn gerne?

  • Leerfischen der afrikanischen Küstengewässer durch europäische Fischer ist ein geplanter Angriff auf Afrika. Durch die EU subventionierte Lebensmittel in Afrika billig zu verkaufen, sodaß die dortige Lanwirtschaft zerstört wird, ist ein geplanter Angriff auf Afrika. Um Ihre Wortwahl zu benutzen.
    Und sich dann wundern, daß die Hungernden nach Europa wollen, ist Ignoranz oder Dummheit der Politiker. Dahinter steckt gute Lobbyarbeit der Agrarindustrie.

  • Die Flüchtlingswelle ist ein Angriff auf Europa und ist als solcher zu bewerten. Gefühlsduseleien sind fehl am Platze. Die Übervölkerung in Afrika ist geplant! Früher sprach man von der Gelben Gefahr und hat die Schwarze- ganz übersehen.
    Ein Blick in die USA zeigt was daraus wird.

  • In der BRD herscht die 1,3 Kind-Strategie, in Zentralafrika die 3,1 Kind-Strategie. herr westerwelle hätte in seinen turnusmässigen monatl. Warnungen zumindest ein Mal Zentralafrika warnen müssen.

  • "Der Papst hat diesmal nur ein Wort für die Bilder aus Lampedusa: „Vergogna!“ – Schande."
    Seine Appelle richten sich an das schlechte Gewissen Europas mit der Forderung, noch mehr nordafrikanische Flücht­linge aufzunehmen. Der oberste Katholik ist bekannt dafür, die Bekämpfung der ­Armut ins Zentrum seines Wirkens zu stellen. Dass der Pontifex sich der Armen annimmt, geht in Ordnung. Irritierend bleibt, dass in ­seinen Predigten der Begriff Eigenverantwortung fehlt.Er fordert mehr Solidarität der Europäer für die Afrikaner, die ihrerseits wenig Solidarität ­untereinander zeigen. Böser Norden,- armer Süden
    Der neue Papst ist ein Freund bequemer Botschaften im weltanschaulichen Linksbereich.

  • "Die meisten der Flüchtlinge der aktuellen Tragödie stammen aus Eritrea. Sie fliehen vor einem brutalen Regime, das seit zwei Jahrzehnten von dem gleichen Mann geführt wird.
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    Die UNO schaut somit seit 2 Jahrzehnten dem Treiben eines brutalen Regimes in Eritrea tatenlos zu.
    Das Problem muss in Eritrea und anderswo an der Wurzel "behandelt" werden.
    Eine gründliche "Wurzelbehandlung" könnte etwa so aussehen :

    1. Die UNO setzt unfähige Regierungen ab und entwickelt ein Land unter UN-Regie.
    Allerdings sind unfähige und korrupte Regierungen von einigen Industrieländern mitunter erwünscht, um billig an Rohstoffe zu kommen. Ob da der Weltsicherheitsrat ein griffiges UN-Mandat immer verabschieden wird ?
    2. Wer brutal handelt verletzt in der Regel auch Menschenrechte und für diese Delinquenten wurde der Internationale Strafgerichtshof geschaffen.

    Im übrigen soll die Bevölkerung Afrikas bis zum Jahr 2050 noch um ca. 1.4 Milliarden Menschen wachsen, die sich dann allerdings nicht mehr den unsicheren Weg nach Europa übers Meer sondern über Land nehmen werden.

    Deshalb nochmals die Mahnung an die Regierungen : Packt endlich die Probleme in den Problemländern an, damit die Menschen in ihrer angestammten Heimat eine Zukunft finden können und in Europa eine soziale Katastrophe verhindert wird.

  • Auf diesem Terrain kann man als erklärter Gegner des Gutmenschentums immer nur verlieren, dennoch der Versuch einer Stellungnahme.

    Zuerst müssten einmal dringende Fragen beantwortet werden.
    Wie sehr kann Europa/Deutschland sich für Belange Afrikas, zu den eigenen Problemen, in die Pflicht nehmen lassen?! Kommt nach den menschenfreundlichen Medizin- und akuten Hungerbekämpfungsprogrammen, und der damit extrem zunehmenden Bevölkerung Afrikas, nun auch eine erleichterte Migrationspolitik Europas für Afrikaner und sollten die migrationswilligen Afrikaner aus “menschlichen“ Gründen dann per sicherem Bootstaxi vom afrikanischen Strand aufgelesen werden oder sollte Europa im Mittelmeer eine riesige Rettungsarmada an Schiffen stationieren, um in einer Sisyphusarbeit die Geretteten bzw. Aufgegriffenen zurück nach Afrika zu schicken?!
    Wird man diese Entscheidungen vom Brüsseler Polit-Apparat den europäischen Bevölkerungen aufoktroyieren oder in Europa basisdemokratisch entscheiden lassen?!

    Würde das basisdemokratisch entschieden würde ich jede Entscheidung akzeptieren und nur für mich persönlich eventuell Konsequenzen daraus ziehen. Würde aber der Status Quo von “oben“ verändert, ohne den Mehrheitswillen in der Sache zu berücksichtigen, würde ich das als persönliche Kriegserklärung der EU- und Eurokratie verstehen und ganz sicher meine Konsequenzen daraus ziehen. Ich hoffe das Gewinnstrebende und feudale “Gutmenschentum“ treibt die Dinge nicht auf die Spitze der Multkulti-Perversion, es könnte sonst ganz sicher eng und elendiger in Europa werden!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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