Folgen der Ausspäh-Affäre Obama will sich nicht mehr mit Putin treffen

Die USA sind verärgert über Russland wegen der Ausspäh-Affäre. Das hat Auswirkungen. Denn eigentlich wollte US-Präsident Obama sich mit Staatschef Putin beim G-20-Gipfel treffen. Doch nun entscheidet er sich um.
Update: 07.08.2013 - 16:42 Uhr 30 Kommentare

Obama bei Jay Leno

WashingtonTiefpunkt im Verhältnis zwischen den USA und Russland: Nach wochenlangen Spannungen um den Spionage-Enthüller Edward Snowden hat US-Präsident Barack Obama ein geplantes Treffen mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin abgesagt. Das teilte das Weiße Haus am Mittwoch in Washington mit. Russland hat Snowden, einem ehemaligen Mitarbeiter des US-Geheimdienstes, Asyl gewährt.

Es gebe nicht genügend Fortschritt bei bilateralen Fragen für solche Gespräche. „Es ist unserer Ansicht nach konstruktiver, das Treffen zu verschieben, bis auf unserer gemeinsamen Agenda mehr Ergebnisse vorliegen“, hieß es in Washington zur Begründung.

Der Kreml reagierte auf die Absage enttäuscht. Die Entscheidung beweise, dass die USA nicht bereit seien, auf der höchsten Ebene gleichberechtigte Beziehungen zu Russland aufzubauen, sagte der außenpolitische Berater von Präsident Wladimir Putin, Juri Uschakow. Die Probleme um Edward Snowden seien nicht von Moskau verursacht worden. Die Einladung Obamas nach Moskau bleibe bestehen, sagte Uschakow der Agentur Interfax zufolge.

Obama hatte erwogen, vor dem G20-Gipfels am 5./6. September in Sankt Petersburg zu Gesprächen mit dem Kremlchef nach Moskau zu reisen. Doch nachdem Russland dem Computerspezialisten Snowden vergangene Woche Asyl gewährt hatte, verschärfte sich der Ton zwischen Washington und Moskau.

In direkten Gesprächen hatten die USA hatten mehrfach die Auslieferung Snowdens gefordert. Snowden soll wegen seiner umfassenden Enthüllungen zu Spähprogrammen des Geheimdienstes NSA in den USA vor Gericht gestellt werden. Zuletzt hatte das Weiße Haus betont, den Nutzen eines Treffens zwischen Obama und Putin überprüfen zu wollen.

Russlands „enttäuschende Entscheidung“ über das Asylgesuch Snowdens habe bei der Bewertung der bilateralen Beziehungen eine Rolle gespielt, hieß es aus Washington. Auch bei anderen Themen habe es im vergangenen Jahr aber zu wenig Fortschritt gegeben, etwa bei Menschenrechtsfragen. Die russische Regierung war in den vergangenen Wochen wegen ihrer umstrittenen Gesetzgebung zu Schwulen, Lesben und Transsexuellen mehrfach in die Kritik geraten.

Trotz des Streits mit Moskau will Obama zum G20-Gipfel reisen, wie er am Dienstagabend (Ortszeit) in der Talkshow von Moderator Jay Leno im US-Sender NBC sagte. An diesem Freitag wollen sich zudem die Außen- und Verteidigungsminister beider Länder in Washington treffen. Die seit Juni geplanten „Zwei-plus-Zwei“-Gespräche der Minister standen wegen Snowden ebenfalls auf der Kippe.

  • dpa
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30 Kommentare zu "Folgen der Ausspäh-Affäre: Obama will sich nicht mehr mit Putin treffen"

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  • wer HÄTTE GEDACHT DAS Handels Blatt SELBST BESTE BILD BRINGT ??? ich .

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/gipfel-abgesagt-obama-verliert-die-geduld-mit-putin/8609816.html

  • BILDER KOMMEN SCHON UND GUTE TEXTE !!!
    http://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Daten-Sauger-USA-steht-die-beleidigte-Leberwurst-nicht-article11135291.html

  • Netanjahu

  • Wer will sich auch mit einem Drohnen-Killer-Obama unterhalten?

  • BLÖDE BEMERKUNG WO SELBER WEGEN FEHLER im BEITRAG GEMELDET HAB .

    Frank Frädrich


  • ich MUSSTE AUCH ERST LERNEN , das EIN AUSWEIS ÜBER W- LAN UNGÜLTIG WERDEN KANN UND NICHT NUR DURCH ABLAUFDATUM DAS STEHT IM AUSWEIS und VON BEHÖRDE UNTERSCHRIEBEN IST !!!

  • Obama in einer TV-Show :
    "Russland fällt von Zeit zu Zeit in die Denkweisen und die Mentalität des Kalten Krieges zurück"

    und das erfordert selbstverständlich Gegenmaßnahmen, die der republikanische Senator und ehemalige Präsidentschaftskandidat McCain sofort benannt hat
    mit :
    NATO-Osterweiterung, Aufnahme Georgiens in die NATO, Ausbau des Raketenabwehrsystems (somit eindeutig gegen Russland gerichtet) etc.etc.
    Die US-Rüstungsindustrie wirds erfreuen.
    Der Fall des Mr.Snowden kann Obama zu dieser überzogenen Rhetorik nicht verleitet haben. Es geht wohl offensichtlich darum, diese Angelegenheit zu einer neuen Runde der US-Aggression und deren Hochfinanziers gegen Russland zu nutzen.

    Obama hat scheinbar noch nicht verinnerlicht, dass der Preis für den durch Putin Mr. Snowden verhängten "Maulkorbes" ist :
    Insbesondere die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten Russlands --- anderenfalls sind eben doch weitere Enthüllungen zum Schaden der USA möglich.

    Im übrigen ist Russland und hier insbesondere die russisch-orthodoxe Kirche nicht gewillt, überzogene Tendenzen des Liberalismus - die gesellschaftlich zerstörerisch sind und sich z.B. in der Aufklärung von Kindern über die angeblichen "Vorteile" von Homosexualität äußern - hinzunehmen.

  • Die Amerikaner benehmen sich wie in einem Kindergarten. Ausgestattet mit dem Denken eines Kindes aber mit der Macht eines Erwachsenen in einem erwachsenen Körper. Als Konsequenz: Trotzig, mangelnde Einsicht einen Fehler begangen und nicht immer den Willen bekommen zu haben. Leider sind es meistens solche die an der Macht sind, und sie regieren uns uns. Die Absage Obamas an den Kremel ist ein absolutes Armutszeugnis der USA und zeigt einmal wieder mehr, wie es um diese Regierung bestellt ist.

  • Putin versteh, Obama ?
    Snowden´s Ausweis wird im Transitbereich Moskaus von den USA ungültig gemacht. Viele Helfer bieten sich an, können aber nicht zu ihm vordringen bzw. er kann Russland nicht verlassen. In Russland wird auf Schreibmaschinen zurückgegriffen. Das Internet als Neuzeitwaffe. Putin hat nichts vergleichbares entgegenzusetzen.

  • Diese Absage ist Obama seiner Selbstachtung schuldig. Er wäre der Lächerlichkeit überführt gewesen, hätte den Korb Putins in Anbetracht seinem äußerstem persönlichem Einsatz ohne 'Konsequenzen' hingenommen. Ebenso ist das rituelle Bedauern der Russen dieser Gesichtswahrung schuldig.

    Allerdings: ICH wollte mich auch nicht mehr mit Obama treffen. Von den arroganten, selbstherrlichen US-Proleten wollte ich mich mehr als freiwillig fernhalten.

    Drum packt Eure Sachen einschließlich der Wiesbadener Abhörzentrale, geht schön heim und lasst uns Ruhe. Dann könnt ihr jenseits des Atlantiks ertränken in eurer selbstherrlichen Wichtigkeit.

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