Forderungen der Troika Griechenland akzeptiert Stellenkürzungen

Die griechische Regierung hat am Montag dem Abbau von 15.000 Beamtenstellen zugestimmt. Die Verhandlungen mit der Troika aus EU, Währungsfonds und Europäischer Zentralbank ziehen sich noch in der Nacht hin.
Update: 07.02.2012 - 00:36 Uhr 27 Kommentare
Die griechische Regierung akzeptiert Forderungen nach einem Abbau von Beamtenstellen. Quelle: dpa

Die griechische Regierung akzeptiert Forderungen nach einem Abbau von Beamtenstellen.

(Foto: dpa)

AthenDie griechische Koalitionsregierung hat ihren Widerstand gegen die von den Schuldeninspektoren geforderten Stellenstreichungen aufgegeben. Der griechische Minister für die Reform des öffentlichen Diensts, Dimitris Reppas, gab am Montag bekannt, dass die Koalitionsparteien einem Abbau von 15.000 Arbeitsplätzen im Staatsdienst noch in diesem Jahr zustimmten.

Die Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) macht weitergehende Reformen insbesondere im Arbeitsmarktbereich zur Voraussetzung für ein zweites Rettungspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro. Zuvor war bekannt gegeben worden, dass ein für Montag geplantes Spitzentreffen der griechischen Koalitionsparteien auf Dienstag verschoben worden sei. Reppas fügte hinzu, dass Athen bis 2015 insgesamt 150.000 Staatsbedienstete entlassen werde.

Der Beamtenapparat war bislang von Stellenstreichungen verschont geblieben. In Athen finden derzeit Verhandlungen auf drei Ebenen über einen Schuldenschnitt statt: mit den Koalitionspartnern, der Troika und den privaten Gläubigern.

Ministerpräsident Lukas Papademos wirbt bei den Koalitionsparteien um innenpolitische Unterstützung für den von der Troika geforderten Sparkurs. Am Sonntag konnte nach fünfstündigen Gesprächen keine Einigung erzielt werden.

Die Gespräche mit der Troika hängen davon ab, dass die geplanten Sparmaßnahmen auch innenpolitisch von den Parteien getragen werden. Die Verhandlungen mit den privaten Gläubigern können im Grunde erst zum Abschluss gebracht werden, wenn Einigung mit der Troika herrscht.

Vergangene Woche hatte der griechische Finanzminister erklärt, das Schicksal Griechenlands stehe auf Messers Schneide und auf einen Abschluss der Verhandlungen bis Sonntagabend gedrungen. Doch die Verhandlungen ziehen sich hin, sehr zum Ärger auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, die am Montag in Paris erklärt hatten, die Zeit dränge und es stehe viel für die gesamte Eurozone auf dem Spiel.

Venizelos sagte in einer Pause bei den Verhandlungen mit der Troika, die sich bis in die Nacht hinzogen, auf Griechenland und das griechische Volk werde großer Druck ausgeübt. Er forderte die Koalitionsparteien auf, das Streiten zu unterlassen und enger zusammenzuarbeiten. „Niemand ist allein so stark wie Herkules, um die Hydra von Lerna zu bekämpfen“, sagte er. Alle müssten parteiübergreifend zusammenarbeiten.

  • dapd
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27 Kommentare zu "Forderungen der Troika: Griechenland streicht 15.000 Beamten-Stellen"

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  • UNSER VOLK. EUER VOLK............. Meine mutter ist deutsch u. mein vater grieche vielleicht sehe ich die sache ein bisschen anders, naehmlich von beiden seiten.... den das volk in gr hat keine leopards, fregatten, u-boote etc. gekauft und das de volk hat sie auch nicht verkauft. aber das volk von beiden seiten muss sie jetzt bezahlen. in de hat man damit tausende von arbeitsstellen ueber jahrzente gesichert und auch miliarden exportiert und hier muss jetzt der kleinrentner sich sogar die medizinrechnung selber zahlen. schoenes geschenk!

  • @nikos2003

    Nikos, unser Volk hat fuer das Geld gearbeitet und Griechenland das Geld geliehen. Jetzt erhalten wir mit etwas Glueck vielleicht 30 Prozent zurueck. Sicherlich war es Dummheit das Geld zu verleihen, wie Du schreibst. Aber eine Rueckforderung von nur mehr 30 Prozent hat mit Hass absolut nichts zu tun. Es ist ein Geschenk von unserer Seite an das griechische Volk.

  • so viel dummheit und schon an hass grenzende ritorik tut schon fast weh........

  • Der von aussen verordnete Zusammenbruch eines wie auch immer gearteten Ordnungssystems. Wer glaubt, das dass funktionieren kann, hat nichts verstanden.

  • Wer diese neuerlichen Lügen, dass tatsächlich erheblich Beamtenstellen agbebaut würden glaubt ist auch nicht besser als der Lügner.

    Aber dass wir von ALLEN derzeit agierenden Politikern nur ver ... werden ist ja nichts neues.

    Jetzt können wir nachfühlen aus welcher Stimmungslage damals der unselige Adolf an die Macht kam - durch eine breite Verzweiflung mit der zuvor herrschenden Politiker-Kaste.

  • Da ich nicht in der Politik bin keine ich mich mit Nullen nicht so gut aus. Aber wenn ich versuche

    130000000000/15000

    auszurechnen, dann erhaelt Griechenland fuer jede zugesagte (vielleicht) gestrichene Stelle um die 8,7 Mio Euro. Irgendwo eine tolle Abfindung ;-) Sollte ich mich verrechnet haben, bitte um Korrektur - mit so vielen Nullen wie bei dieser Griechenlandsache mag so manche Rechnung nicht aufgehen.

  • Das Spiel geht weiter im Wissen, daß wir dummen Deutschen doch wieder bezahlen werden. ist wohl wieder mal "alternativlos" für Murksel. Gibt's denn keine Möglichkeit, die Griechen rauszuschmeissen aus dem Euro .. am Besten gleich aus der EU und den Schlüsssel wegzuwerfen?
    Und dann auch die Einreisetüren zu uns zumachen, nicht damit die armen Millionäre in unsere Sozialsysteme einwandern. Griechenland ist doch ein Synonym für Betrug geworden. Denen glaubt doch niemand mehr ... bis auf Murksel und Sarkozy!
    Aber es wird kommen wie immer: Wir bezahlen und bezahlen weiter bis zum St. Nimmerleinstag!
    Den griechischen maroden Staatsschrott kauft doch niemand auf mit gesundem Menschenverstand.

  • Wahrscheinlich wird es daran scheitern, dass die Betroffenen den Beschluss nicht umsetzen werden.

  • Wieso habe ich das Gefühl, das der bei N-TV kolportierte Stellenabbau von 150.000 kein Zufall sondern eine Vorbereitung ist?

  • Wer will da noch hin? Das ist doch das Problem. Der Grieche ist doch sowas wie eine persona non grata in Europa. Es sind doch alle sauer. Und statt zu handeln werden Nazi Vergleiche angestellt. Das ärgert mich am meisten. Ich kann es aber verstehen. Jeder Grieche fühlt sich doch unterbewusst wie ein Verlierer. Jetzt braucht die angeschlagene Psyche eine Entschuldigung.

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