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Formulare im Internet Griechische Politiker legen Vermögen offen

Trotz Krise schwimmen viele griechische Politiker im Geld. Ministerpräsident Samaras gehört mit 300.000 Euro und 13 Immobilien noch nicht einmal zu den wohlhabendsten Politikern. Andere geben sich dagegen betont arm.
20 Kommentare
Premierminister Samaras: Er und seine Frau haben laut dem Einkommensbericht rund 300.000 Euro auf dem Konto und besitzen 13 Immobilien. Quelle: AFP

Premierminister Samaras: Er und seine Frau haben laut dem Einkommensbericht rund 300.000 Euro auf dem Konto und besitzen 13 Immobilien.

(Foto: AFP)

Athen Alle Jahre wieder eine beliebte Lektüre für die Griechen: Die Vermögens- und Einkommenserklärungen, die Abgeordnete, Kabinettsmitglieder und führende Funktionäre der politischen Parteien dem Parlamentspräsidium vorlegen müssen. Seit Montag sind die im Jahr 2012 abgegebenen Erklärungen auf der Internetseite des griechischen Parlaments einzusehen. Erstmals sind in diesem Jahr auch die ausgefüllten Formulare als pdf-Dokumente mit allen Details über Bankguthaben, Wertpapierdepots, Immobilienbesitz und sonstiges Vermögen abrufbar.

Was verdient mein Abgeordneter, wie viel Geld hat seine Ehefrau auf dem Konto? Welches Auto fährt der Finanzminister privat, wie groß ist seine Wohnung? Wie wohlhabend ist der Ministerpräsident? Und welcher Politiker ist der ärmste? Mit ein paar Mausklicks können die Griechen jetzt Antwort auf solche Fragen bekommen. Man muss sich allerdings beeilen, denn die Transparenz währt nur einen Monat – am 17. Januar werden die Daten wieder aus dem Netz genommen.

Während sich die Kaufkraft der griechischen Privathaushalte in den vergangenen drei Jahren im Schnitt um 38 Prozent reduzierte, ist die Krise bisher an den meisten Politikern ziemlich spurlos vorübergegangen. Obwohl die Abgeordnetendiäten gekürzt wurden, liegen sie mit rund 6.300 Euro netto im Monat weit über dem, was griechische Arbeitnehmer gewöhnlich verdienen: Jeder fünfte Beschäftigte in Griechenland bekommt weniger als 500 Euro im Euro, nur zehn Prozent haben ein Monatsgehalt von über 2.000 Euro. Wenn die Krise die Politiker überhaupt erreicht, dann auf hohem Niveau. So verringerten sich die Ersparnisse von Ministerpräsident Antonis Samaras und seiner Gattin gegenüber dem Vorjahr um knapp 38.000 Euro. Es bleiben aber noch Bankguthaben von knapp 300.000 Euro übrig.

Die jetzt publizierten Vermögenserklärungen zeigen einmal mehr: Rechts bedeutet nicht automatisch reich, links nicht immer arm. Da ist zwar die frühere Generalsekretärin der Kommunistischen Partei Griechenlands, Aleka Papariga: Die eingefleischte Stalinistin war nie vermögend, den größten Teil ihrer Abgeordnetendiäten führte sie seit jeher an die Partei ab. Nun ist ihr Bankguthaben bei der National Bank of Greece gegenüber dem Vorjahr sogar von 832 Euro auf ganze 32 Cent zusammengeschmolzen.

Auch Alexis Tsipras, Vorsitzender des Bündnisses der radikalen Linken (Syriza) und Oppositionsführer, meldet ganze 100,75 Euro Bankguthaben – im Vorjahr waren es immerhin noch rund 11.000 Euro. Anderen in seiner Partei geht es deutlich besser. Dimitris Tsoukalas zum Beispiel. Der frühere Chef der Gewerkschaft der Bank-Bediensteten meldete 2012 ein Jahreseinkommen von 840.831 Euro. Im Jahr zuvor waren es immerhin knapp 530.000 Euro. Die Bankguthaben des radikal-linken Ex-Gewerkschafters addieren sich auf stolze 1,07 Millionen Euro.

Bankguthaben von 398 Euro deklariert
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20 Kommentare zu "Formulare im Internet: Griechische Politiker legen Vermögen offen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Vergleich kann noch nicht einmal mit Krücken gehen!

    Der Gedankengang der linken Genossen, traurig

  • Der Punkt hier ist nicht, das Samaras 13 Immobilien besitzt, sondern, WIE er sie erworben hat. Da sollte man vielleicht einmal nachhaken...

  • Wer hat die Werte geprüft, fragt man sich... behaupten ist nicht gleich beweisen...

  • Hängt Deutschland am Tropf der EU, wird Deutschland von anderen Euro-Ländern alimentiert?

    Der Vergleich kann noch nicht einmal mit Krücken gehen!

  • Und wieviel Vermögen hat die Deutsche Politik eingeheimst?!

    DAS WIRD NATÜRLICH VON DEN DEUTSCHEN MEDIEN BESTENS VERSCHLEIERT.

    Das HB betreibt hier gezielten Hass auf die Griechen. Schämen euch ihr Redakteure!! Wenn schon, dann hätten man die Deutschen Vermögen auch offen legen müssen!

  • Bei aller Sympathie für das Handelsblatt: dem Handelsblatt Research Institute täte es gut, nicht nur in die Tarifwerke, sondern auch mal in die Realität zu schauen. Die tatsächlichen Arbeitsstunden der echten Wertschöpfer, etwa der jungen Ingenieure (weniger die "erfahrenen" bei RWE e.a.) liegen doch extrem weit darüber. Es werden nur keine Überstunden abgerechnet.
    Die Arbeitsverordnung halten die wenigsten ein. Die tatsächlichen Stundenlöhne der Deutschen sind daher auch viel niedriger, als die "wissenschaftlich" erarbeiteten Statistiken ausweisen.

  • Die europäischen Steuerzahler unterhalten den Reichtum der reichen Griechen.
    Im Hafen von Athen dümpeln immer noch die Yachten, obwohl angeblich in Griechenland bald die Lichter ausgehen sollen?
    Das Ganze ist eine europäische "Verarschung"!

  • Ob das Auslandsvermögen auch korrekt angegeben ist? Wer kontrolliert das schon.... Was passiert im Extremfall? Dann hat der Gute es eben einfach vergessen. Es droht im das Gleiche, wie Deutschen Steuergeldverschwendern: NICHTS!

  • Die Poilitiker Clans haben das Vermoegen, nicht einzelne Politiker die im Rampenlicht stehen und durchleutet werden (koennen)!
    Griechen haben gleich am Anfang der Krise ueber 200 Mrd Euro ins Ausland gebracht, das muessen ja liquide Mittel gewesen sein. Griechen waren letztes Jahr die groessten Kaufer fuer Haeuser bei ca 1 Mn Sterling in GB (London)

  • Bei Griechenland passt es hinten und vorn nicht.Leider ist davon wenig zu lesen.Ein kleines Beispiel:Der Zins für Zehnjährige Staatsanleihen.Den gibt es nur auf bloomberg.tv.Da sieht man dann,dass im Schnitt nicht mehr als 1,7 pro Jahr innerhalb des ESM gezahlt werden.Das ist so hoch wie der deutsche Zins.Das sollte mal erwähnt werden.

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