Frankreich Die Implosion der Sozialisten

Mit der Urwahl ihres Kandidaten zur Präsidentschaft wollte Frankreichs Sozialistische Partei (PS) ihren Zusammenhalt und damit ihr politisches Überleben sichern. Es kommt anders: Die Wahl führt die Spaltung der Partei bis zum bitteren Ende. Frankreichs Parteienlandschaft formiert sich neu: Die Sozialisten werden voraussichtlich auf Jahrzehnte hinaus keine Regierungspartei mehr sein. Eine Analyse.
Sieger in der ersten Runde der Vorwahlen der Sozialisten für die Präsidentschaftskandidatur. Quelle: dpa
Benoit Hamon

Sieger in der ersten Runde der Vorwahlen der Sozialisten für die Präsidentschaftskandidatur.

(Foto: dpa)

Im zweiten Wahlgang am kommenden Wochenende stehen sich der Linke Benoît Hamon und Ex-Premier Manuel Valls gegenüber. Hamon hat die besseren Chancen, die Mehrheit hinter sich zu scharen. Die beiden Kandidaten verbindet nichts. Hamon wirbt mit einem bedingungslosen Grundeinkommen und der Abkehr von der Konsolidierung der Staatsfinanzen. Die fünf Jahre sozialistischer Regierungspolitik denunziert er als eine neoliberale Verirrung. Im vergangenen Jahr hat er versucht, Valls durch ein Misstrauensvotum im Parlament zu stürzen. Deutlicher kann man die Feindschaft nicht beweisen.

 
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