Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Frankreich Erneut Massenproteste gegen Arbeitsmarktreform

Zum zweiten Mal binnen vier Wochen haben in Frankreich mehrere hunderttausend Menschen gegen die Reformen auf dem Arbeitsmarkt demonstriert. Demnach soll der Kündigungsschutz für Berufseinsteiger abgeschafft werden.

HB PARIS. An landesweit rund 200 Kundgebungen gegen die Neuregelung für erste Arbeitsverträge nahmen am Dienstag nach Angaben der Polizei fast 400 000 Demonstranten teil. Die Gewerkschaften rechneten mit rund einer halben Million Teilnehmern.

Premierminister Dominique de Villepin verteidigte ungeachtet der Proteste die Maßnahme, mit der die Regierung die hohe Jugendarbeitslosigkeit von mehr als 20 Prozent reduzieren will. Die größten Kundgebungen gab es in Paris, Marseilles, Nantes, Grenoble und Rennes. In der Hauptstadt skandierten die überwiegend jungen Demonstranten: „Chirac, Villepin und Sarkozy: Eure Versuchsphase ist vorbei!“ Weitere Protestmärsche fanden unter anderem in Brest, Quimper, Lorient und Vannes statt. Auch der öffentliche Nahverkehr und der Flugverkehr waren von den Protestaktionen betroffen.

In 35 Städten kam es zu Behinderungen, die allerdings geringer ausfielen als erwartet. Auf dem Flughafen von Tolouse kam es zu einigen Verspätungen und Flugabsagen. In Dünkirchen war der gesamte öffentliche Nahverkehr lahm gelegt.

In Toulouse ging die Polizei gegen rund 200 der insgesamt 23 000 Demonstranten vor, die in die Stadthalle eingedrungen waren. Im Anschluss an den Protestzug bewarfen einige von ihnen auf einem offenen Platz Polizisten mit Flaschen, verletzt wurde offenbar niemand.

Auch mehrere tausend Lehrer streikten am Dienstag. Nach Angaben des Bildungsministeriums lag die Beteiligung an dem Ausstand zwischen sieben und 15 Prozent der gesamten Lehrerschaft. Bildungsminister Gilles de Robien kritisierte Oberschüler, die sich den Demonstrationen anschlossen. Sie sollten lieber in die Schule gehen und sich auf die anstehenden Examen vorbereiten, sagte der Minister.

Die Popularitätswerte von Regierungschef Villepin sind seit der Ankündigung der umstrittenen Arbeitsmarktreform deutlich gesunken. Er werde von den Plänen nicht abrücken, sagte er am Dienstag vor Abgeordneten der Opposition. Das Gesetz sieht vor, dass Arbeitnehmer bis 25 Jahre in den ersten zwei Jahren ihrer Anstellung ohne Grund gekündigt werden dürfen.

Villepin hatte das Gesetz in einem Sonderverfahren ohne Debatte durch die Abgeordnetenkammer gebracht. Dies hatte seine Kritiker zusätzlich verärgert. Der Senat billigte das Gesetz am Montag mit 178 zu 127 Stimmen.

Am ersten landesweiten Aktionstag der Gewerkschaften gegen das Gesetz am 7. Februar hatten sich landesweit mehr als 200 000 Demonstranten beteiligt.

Startseite
Serviceangebote