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Frankreich Macron macht glücklich

Die Franzosen glauben wieder an die Zukunft: Nach Macrons Wahl haben die notorischen Pessimisten erstmals wieder positive Erwartungen für ihr Land. Das beflügelt vor den Parlamentswahlen auch die Partei des Präsidenten.
19 Kommentare
Frankreichs Präsident hebt die Laune seiner Landsleute. Quelle: Reuters
Emmanuel Macron

Frankreichs Präsident hebt die Laune seiner Landsleute.

(Foto: Reuters)

ParisNoch hat er keinerlei Reformen verwirklicht, doch seine bloße Präsenz scheint bereits ein kleines Wunder zu bewirken: Seit der Wahl von Emmanuel Macron zum französischen Staatspräsidenten sind die notorisch unglücklichen und pessimistisch in die Zukunft blickenden Franzosen mehrheitlich zu Optimisten geworden. Laut einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts ifop erwarten 53 Prozent von ihnen jetzt eine gute Zukunft für ihr Land. 77 Prozent erwarten gar, dass es sich tiefgreifend verändern wird und sieben von zehn halten Reformen für eine gute Sache.

Allerdings haben noch längst nicht alle Bürger eine rosarote Brille auf. Bei den Selbständigen und Unternehmern sind die Zuversichtlichen mit zwei Dritteln deutlich in der Überzahl, ebenso bei den Jugendlichen unter 25 Jahren und bei den Rentnern. Bei den Arbeitnehmern dagegen sind sie in der Minderheit. Nur abhängig Beschäftigte mit Hochschulbildung erwarten, dass das Land sich zum Guten verändert und sie sowie ihre Familien auch persönlich etwas davon haben werden. Geringqualifizierte sind dagegen deutlich pessimistisch. Hier zeigt sich das große Misstrauen vieler Arbeitnehmer gegenüber den Folgen der Globalisierung in Frankreich.

Speziell diese Menschen wird Macron überzeugen müssen, wenn er seine erste große Reform, die des Arbeitsrechts, erfolgreich anpacken will. Der junge Präsident schwimmt derzeit auf einer Welle der Zustimmung. Seine ersten internationalen Auftritte, die der Quereinsteiger präzise und sicher wie ein seit Jahren aktiver Politiker absolviert hat, gefallen den Franzosen.

Am Montag bewahrte er bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Wladimir Putin in Versailles geschickt die Balance zwischen inhaltlicher Härte und freundlicher Verbindlichkeit des Gastgebers. Er hielt dem russischen Präsidenten Peter den Großen vor als „Herrscher, der sein Land dem Westen geöffnet hat“ und sagte ihm klar ins Gesicht, dass die Mitarbeiter der russischen Staatsmedien Russia Today und Sputnik für ihn „keine Journalisten sind, sondern permanent Lügen verbreitende Vertreter von Propagandaorganen“.

Das sind Macrons Minister
Emmanuel Macron
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Der neue französische Präsident Emmanuel Macron hat versprochen, in der Politik aufzuräumen. Seine Minister hat er für diesen Plan sorgfältig ausgewählt. So sorgfältig, dass sich deren Bekanntgabe sogar um einen Tag verzögerte, weil Macron noch die Steuerunterlagen und mögliche Interessenkonflikte prüfte. Jetzt sind die Namen endlich bekannt.

(Foto: Reuters)
Édouard Philippe
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Édouard Philippe war der Name, den Macron bereits am Montag nannte. Der noch relativ unbekannte Abgeordnete ist nun der neue Premierminister Frankreichs. Er ist jung, engagiert und stammt aus dem Lager der konservativen Republikaner (LR). Damit wirkt er wie die Idealbesetzung für Macrons Strategie, eine Regierung in Form einer parteiübergreifenden Koalition von links und rechts aufzustellen.

(Foto: Reuters)
Jean-Yves Le Drian
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Jean-Yves Le Drian war bisher Verteidigungsminister in Frankreich. Unter dem neuen Präsidenten Emmanuel Macron wird er nun Außenminister. Er gehört zur „Parti Socialiste“ (PS), die bereits die Staatspräsidenten François Mitterrand und François Hollande stellte.

(Foto: AFP)
Sylvie Goulard
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Zur neuen Verteidigungsministerin ernannte Macron Sylvie Goulard. Die liberale Europaabgeordnete hat gute Beziehungen zu Deutschland und spricht auch gut Deutsch. Bereits als Schülerin verbrachte sie einen Austausch hierzulande. Später war sie als Mitarbeiterin des französischen Außenministeriums an Gesprächen über die deutsche Wiedervereinigung beteiligt.

(Foto: AFP)
Bruno Le Maire
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Das Wirtschaftsressort übernimmt der Konservative Bruno Le Maire, wie der Generalsekretär des Élyséepalastes am Mittwoch bekanntgab. Wie Goulard hat Le Maire enge Beziehungen zu Deutschland. Im Jahr 2015 erhielt er das Bundesverdienstkreuz – für seinen Einsatz für die deutsch-französische Aussöhnung.

(Foto: AP)
Gérard Collomb
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Das Innenministerium, das nach der Terrorserie der vergangenen Jahre großes Gewicht hat, übernimmt Gérard Collomb. Der Senator und Bürgermeister von Lyon ist einer von Macrons Unterstützern der ersten Stunde.

(Foto: AP)
François Bayrou
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Der Zentrumspolitiker François Bayrou führt das Justizministerium. Schon während des Wahlkampfes unterstützte der 65-Jährige Emmanuel Macron und bot dem Nachwuchsstar eine Allianz an. Er genießt das Image eines ehrlichen Vordenkers.

(Foto: Reuters)

Zwei Drittel der Franzosen sind mit Macrons ersten Aktivitäten im Amt zufrieden. Viele haben das Gefühl, erstmals wieder stolz auf ihren Präsidenten sein zu können. Sein knochenharter Händedruck mit dem rempelnden Donald Trump wurde in der französischen Öffentlichkeit so stark beachtet als handele es sich um eine politische Großtat. Die Szene wurde zum Symbol: Der Präsident packt zu, Frankreich lässt sich nicht herumschubsen. Macron überzeugt derzeit mehr Leute als ihn am 7. Mai gewählt haben. Ihnen gefällt, dass der neue Präsident nicht ständig in den Medien ist, bislang keine Fehler gemacht hat und Persönlichkeiten von links wie von rechts in seine Regierung berufen hat.

Das erweckt den Eindruck, dass er Ernst macht mit dem Ende der palaverhaften Flügelkämpfe. Zugleich beweist der Neuling eine Härte und einen Machtinstinkt, die überraschen: Den Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, dem er im Wahlkampf viel verdankt, schob er ins Außenministerium ab, um die Netzwerke des langjährigen Ministers in der Armee zu kappen. Sie hätten seine eigene Autorität geschwächt.

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19 Kommentare zu "Frankreich: Macron macht glücklich"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Zwei Drittel der Franzosen sind mit Macrons ersten Aktivitäten im Amt zufrieden. "
    Ein schöner Satz.
    Während in den USA die Leute entsetzt sind über Trump.
    Und in Russland? Da sind 100% zufrieden mit Putin, weil der Rest im Knast verschwindet.

  • Herr Helmut [email protected] sorgen wie immer für das tiefere Verständnis. Insbesonder Ihre Aufsätze, zum Gelde, sind legendär. Wenn man bedenkt, welchen Verzicht Sie leisten als Teilnehmer und Inspirator von Suppenküchen, die bekanntlich des Sozens oberste Aufgabe darstellen.

  • Herr Rainer [email protected] überragende Intelligenz hat die Wahrheit an das Licht gebracht, die Leserschaft wird es Ihnen danken. Trotz meines Einsatzes haben sie mich entlarvt. Um ehrlich zu sein, Herr Putin sollte besser bezahlen, ich bin nicht gut genug, für diesen Job. Von daher Herr Hake übernehmen Sie, 450Euro gehen doch immer durch beim Aufstocken.

  • @ Rainer Hake
    Die Herren "First" und "Query" brauchen die Mail-Adressen nicht auszutauschen - es handelt sich nämlich um eine "gespaltene Persönlichkeit". Das erkennt man auf den ersten Blick, dafür muss man kein langjähriger Moderator sein. ;-)

  • Was "First" und "Query" eigentlich sagen wollen, ist mir auch nicht klar. Sie erreichen noch nicht einmal das Niveau der unermüdlichen Trump-Putin-Bejubler. Vielleicht sind es die ersten Bots, die die deutsche Trump-Partei (AfD) angedroht hat, einzusetzen ... Es ist schon komisch, dass die Handelsblatt-Redaktion sich irgend einen Gewinn von diesem Spielplatz für Textmüll produzierende Rechtspöbelisten verspricht.

  • Nur ganz kurz (das Wetter ist draußen einfach zu herrlich, um lange Kommentare zur Politik zu schreiben):
    Wirklich glücklich ist, wer überhaupt keinen Präsidenten braucht. Wer sein Schicksal in die eigene Hand nehmen, sein Leben nicht von Politikern bestimmen lassen und sich nicht beherrschen lassen will.

  • Die Herren "First" und "Query" sollte Ihre Mail Adressen austauschen, da muss man diese Schwachsinn nicht lesen. Ich dachte immer, dass das Handelsblatt von seriösen Menschen gelesen wird, aber bei so einigen Kommentaren kann nur noch den Kopf schütteln. Offensichtlich ist man ja auch zu feige unter seinem echten Namen zu kommentieren, denn Donald First ist doch zu offensichtlich Fake!

  • Gut, dass Macron sich als erste Amtshandlung eines der gravierendsten Probleme der Gegenwart vorknöpft: Russland.

    Russlands Agieren ist nicht weiter hinnehmbar. Desinformation, Unterstützung von Rechtsradikalen, Propaganda, Zusammenarbeit mit der Mafia ... Die Liste ist endlos.

    Das alles muss einen Dämpfer bekommen. Bravo, dass Macron als erste Tat den König der agressiven Mauscheleien (Vladimir Putin) hat antanzen lassen, um ihm gehörig Kontra zu geben. Die Big-Bullshit-Show von Putin-Trump gehört beendet. Die Ära der Geheimdiest-Hacker ist beendet.

    Macron wird der neue, starke Mann der freien Welt werden.

  • Mit Macron kommt auf jeden Fall wieder Hoffnung nach Europa. Macron ist das exakte Gegenteil von Trump. Er ist jung, sieht gut aus, er ist intelligent und kann hervorragend reden. Macron kann sogar auch Menschen überzeugen, die nicht unbedingt aus der gleichen politischen Ecke kommen - und er hat sich seinen gesamten Erfolg SELBST ERARBEITET. Er hat sein Studium mit Bravour abgeschlossen und brauchte nicht von Papa ein Vermögen zu erben, und Niedriglohn-Sklaven auf seinen Baustellen zu bescheißen, um aus seinem Leben etwas zu machen. Auch musste er sich niemals von der russischen Mafia vor dem geschäftlichen Total-Kollaps retten lassen. Es lebe unser Präsident! Auf dass er noch lange die große Nation unter den Farben der Freiheit, Rot, Blau und Weiss anführen möge!

  • Herr Vinci [email protected] Und weil die Verflüssigung nicht gelungen ist, zieht man jetzt die afrikanische Karte.

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