Frankreich nach dem Attentat „Ich wusste, ich würde den Abend nicht überleben“

Eingezwängt in einem winzigen Schrank versteckte sich ein Mitarbeiter des Druckereibetriebs vor den „Charlie Hebdo“-Attentätern. Acht Stunden lang. Dass er überlebte, verdankt er der Courage seines Chefs.
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Michel Catalano sagte zu seinem Mitarbeiter: Hau ab, versteck Dich, ich rede mit ihnen.“

Michel Catalano sagte zu seinem Mitarbeiter: Hau ab, versteck Dich, ich rede mit ihnen.“

ParisAcht Stunden saß der Mitarbeiter des Druckereibetriebes in Dammartin-en-Geöle, in dem sich die „Charlie Hebdo“-Attentäter am vergangenen Freitag verschanzt hatten, in einem winzigen Schrank eingequetscht. Aus Angst, die Terroristen könnten ihn hören, wagte er keine Bewegung. Erst nach Stunden konnte er über sein Handy mehrere SMS absetzen. Sein Leben verdankt er dem Inhaber der Druckerei: Der trat den schwerbewaffneten Brüdern entgegen und redete mit ihnen, verschaffte seinem Mitarbeiter damit kostbare Zeit, sich im Betrieb zu verstecken. Zwei Helden ohne Waffen und Schutzwesten, die jetzt im Fernsehen über Stunden zwischen Leben und Tod berichteten.

Während die Regierung, Parlament und Parteien nach Wegen suchen, das Land vor neuen Anschlägen zu schützen, bleibt Frankreich ein Land in emotionaler Hochspannung. Vieles überlagert sich nun. Da ist die Angst vieler Juden, die sich nicht vorstellen möchten, über Monate oder vielleicht Jahre mit dem Gefühl der Gefährdung leben zu müssen. Manche von ihnen denken über Auswanderung nach Israel nach – und vergessen, dass sie dort nicht sicherer leben würden.


Auf der anderen Seite hört man von Schulen, in denen in der vergangenen Woche die Trauerminute nicht stattfinden konnte, weil viele Jugendliche sich weigerten: Die Mitarbeiter von „Charlie Hebdo“ seien zu Recht gestorben, weil sie den Propheten verhöhnt hätten. An 60 Schulen im ganzen Land soll es zu solchen Reaktionen gekommen sein. Die Bildungsministerin berät mit Lehrerverbänden und Gewerkschaften über Schritte gegen diese unfassbaren Reaktionen. Gleichzeitig kommen immer mehr Details über die Anschläge und das Schicksal der Geiseln hoch. Sie zeigen das Bild von Attentätern, die zwischen extremer Brutalität und kühler Zurückhaltung schwankten. „Nehmt euch ruhig was zu essen“, sagte Geiselnehmer Amedy Coulibaly zu den Leuten im Pariser Supermarkt „Hyper Casher“, nachdem er dort vier Menschen erschossen hatte.

Zu welchen selbstlosen Reaktionen manche Mitbürger in Extremsituationen fähig sind, zeigt der Fall des Druckereibesitzers Michel Catalano. Als er am vergangenen Freitag zwei mit automatischen Waffen und Panzerfaust ausgerüstete Männer, die seit zwei Tagen auf der Flucht waren, auf seinen Betrieb in Nordfrankreich zukommen sah, war ihm blitzschnell klar, dass das die Attentäter von „Charlie Hebdo“ sein mussten. Statt zu fliehen, drehte er sich zu seinem Mitarbeiter Lilian Lepère um: „Hau ab, versteck Dich, ich rede mit ihnen.“ Im Fernsehen berichtete Lepère jetzt, was er in den achteinhalb Stunden erlebte, die er in Embryohaltung in einem Schrank unter einem Waschbecken verbrachte.

Er wirkt gelassen, dann bricht er in Tränen aus
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14 Kommentare zu "Frankreich nach dem Attentat: „Ich wusste, ich würde den Abend nicht überleben“"

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  • Sorry, sollte unter dem Beitrag von H. Wienand stehen bzw. eine Frage an ihn sein.

  • Wie kommen Sie zu diesem Schluß?
    Das sind Muslime und aus deren Sicht haben die Täter richtig gehandelt. Wir wollen Multikulti und das sind dann halt die Schattenseiten.Denken Sie an unsere Missionare, die waren/sind auch nicht gerade zimperlich mit den Heiden.

  • Siehe auch:
    http://www.news.com.au/world/africa/islamic-extremist-attack-in-nigeria-named-the-deadliest-massacre-in-history/story-fnh81gzi-1227180726580

  • Die Beschwichtigungs-Politik versucht diesen unerhörte Bestialität für eigene Zwecke zu nutzen und die Menschen zu manipulieren.

    WO ABER bleiben aber in den Mainstream-Medien groß aufgemachte Berichte über die tausenden Menschen zur gleichen Zeit niedergemetzelt in Nigeria durch Boko Haram (islamistische Mörderbande) ???
    Wird hier wieder vertuscht und gelogen ?
    Wo hört man auch nur ein Wort darüber aus dem Munde von Fatima Merkel?

  • Das Problem in Frankreich wird nicht wegen der Moslems größer, sondern wegen dem schlechten Bildungssystem, der überbordernden Bürokratie, der Unfähigkeit zur Flexibilität, der Streikbereitschaft der Franzosen.....

    Wer nichts mehr zu verlieren hat, radikalisiert sich und sucht nach akzepotablen Argumentationen für sein radikales Verhalten:
    Anstatt zu sagen: "Ich polier dir die Fresse, weil du ein dekandenter A..sch bist" klingt eien 2..., weil du Allah beleidigt hast" viel besser. Gerade in der dritten Generation frägt man sich, ob man Teilhabe an der Gesellschaft hat. Wenn nein, ist man empfänglich für "Einflüsterer", die einen Gegenentwurf zu dem präsentieren, was man selbst nicht erreicht hat. Also lieber ein erfolgreicher Terrorist, als ein erfolgloser Rapper... Diese Methode funktioniert bei den Nazis genau so gut. Viele Loser wollen auch einmal zu einer "Elite" gehören. Wenn es über den Weg Schule-Ausbildung-Beruf nicht klappen kann, dann vielleicht über den Weg Beten-Moschee-radikalisieren-Terrornetzwerk..

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Das Problem in Frankreich wird noch grösser werden, denn dort vermehren sich die Moslems genau so schnell wie bei uns. (...)
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wer das von Goebbels häufig genutzte Wort "Lügenmedien" benutzt, der disqualifiziert sich von vorneherein.

    Man benötigt auch keine "VErschwörungstheorie", um schlichtes Staatsversagen in Frankreich zu erklären:

    1. Frankreich bietet vielen Jugendlichen 0,0 Perspektive
    2. In Frankreich gibt es massenweise Vororte, in die sich keine Polizei mehr hineintraut.
    3. Die Geheimdienste/Polizei sind auf einem Prä-Informationszeitalter-Standard. Uber hat es vorgemacht, wie man mit einfachen Algorithmen "one night stands" herausfiltern kann.
    4. Wir brauchen wieder einen Radikalenerlass, damit LInke, Nazis und Religionsfanatiker eingebremst werden können.
    5. Dazu muss es möglich sein, Bewegungs-/Sozial- und Verhaltensprofile anzulegen. Wer sich an Terrorschulungen beteiligt, qualifiziert sich automatisch als Radikaler. Die Radikalen und ihre Freunde sollten bis in die 3. Ebene hinein überwacht werden können. Diese Daten könnten dann auch auf Vorrat gespeichert werden. Über das Ganze wacht ein unabhängiges Gericht, das individualisiert zustimmen muss und dem nach 3 Jahren Rechenschaft abgelegt werden muss. Die Überwachungsanträge sollten die Behörden mit Kosten belasten, damit gewährleistet ist, dass effizient mit unserem Geld umgegangen wird.

    Im Bereich der Steuern wird gerade ein internationales Überwachungs- und Datenaustauschsystem aufgebaut, welches von unseren Gutmenschen so gelobt wird. Da wird es doch kein Problem sein, potentiell Kriminelle auf ähnliche Art zu überwachen.

    Ich finde es immer wieder lustig, wie politisch Extreme (Linke, Rechte) so von "false flagg Aktionen" herumschwurbeln. Wahrscheinlich ist das so, weil es in diesen Kreisen gängige Praxis ist. Man schließt von sich auf andere.

  • Schon ein starkes Stück dass unsere Europa Politiker aufgrund politischer Vorteile die Probleme, die Muslime im vorwiegend christlichen Europa mit sich bringen, einfach zu ignorieren. Merkels Heuchelei mit "Islam gehört usw.... wird sich bald übelst rächen. Mit über 6% Muslime haben wir in Deutschland 10 mal mehr Muslime prozentual als Amerika! Wenn nur jeder tausendste Muslim gewaltbereit wäre, hatten wir allein Deutschland 5000 muslimische potenzielle Terroristen.

  • Diese Gegebenheit straft die Aussage, daß die meisten Muslime friedliebend seien Lügen. Wäre interessant zu wissen, wie viele der Meinung sind, daß die Moslem-Kritiker zu Recht bestraft wurden. Schätze nicht wenige.

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