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Frankreich Twitters braunes Gezwitscher sorgt für Ärger

Frankreich wird seit einigen Tagen von einer regelrechten Lawine von antisemitischen und homophoben Tweets überrollt. Das ruft die Justiz und die Regierung auf den Plan. Twitter zeigt sich zumindest gesprächsbereit.
09.01.2013 - 19:33 Uhr
Braune Botschaften über Twitter sorgen in Frankreich für Ärger. Quelle: AFP

Braune Botschaften über Twitter sorgen in Frankreich für Ärger.

(Foto: AFP)

Paris Der Kurznachrichtendienst Twitter gerät in Konflikt mit der französischen Justiz und der Regierung. Anlass sind Tausende von antisemitischen und homophoben Tweets, Kurznachrichten, die seit einigen Tagen zu einem regelrechten Renner geworden sind. Unter Stichwörtern (Hashtags) wie #SiJetaisNazi oder #UnBonJuif werden unzählige Meldungen mit widerlichem Inhalt in Umlauf gebracht und lawinenartig weiter verbreitet.

Nachdem die Führung von Twitter sich anfangs taub stellte, war sie heute zumindest zu einem Gespräch mit der zuständigen Ministerin Najat Vallaut-Belkacem bereit. „Wir wollen keine Zensur, sind aber per Gesetz dazu verpflichtet, gegen rassistische, homophobe oder frauenfeindliche Inhalte vorzugehen“, sagte ihr Sprecher am Mittwoch.

Twitter hatte in Frankreich Ende vergangenen Jahres 5,5 Millionen Nutzer, davon sind die meisten in der Altersgruppe über 55, gefolgt von den unter 24-jährigen. Dazwischen nimmt die Begeisterung für den Dienst, der Meldungen mit maximal 140 Zeichen verschickt, deutlich ab.

Die französische Regierung trat auf den Plan, nachdem im Internet und in konventionellen Medien immer häufiger über Tweets mit nicht nur widerlichen, sondern offen brutalen Inhalten berichtet wurde. So wurde dazu aufgerufen, Juden die Kehle durchzuschneiden oder Homosexuelle ins Meer zu werfen. Diese Tweets wurden so stark weiterverbreitet, dass sie mehrfach zu „Tagessiegern“ wurden.

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    Der Regierung wäre es am liebsten, wenn das Unternehmen selbst sich im Sinne der Eigenverantwortung gegen Nutzer wenden würde, bei denen offensichtlich ist, dass ihre Tweets mit dem Gesetz in Konflikt stehen. Twitter machte anfangs geltend, dass sie sich nicht nach jeder nationalen Gesetzgebung richten könnten und letztlich für sie allein das amerikanische Recht ausschlaggebend sei, in dem keine Einschränkungen der Meinungsfreiheit möglich sei.

    Mittlerweile ist man zumindest gesprächsbereit. Es kommt hinzu, dass das Unternehmen in Frankreich im wahrsten Sinne des Wortes virtuell ist: Es hat dort nicht einmal ein Büro.

    Auch mit Google gibt es Probleme
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