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Zum Frankreich Wahl 2017 Special von Handelsblatt Online

Deutsche Erwartungen an Macron Hoffnung, Mut, Zuversicht

Nach dem Brexit und dem Erstarken von Rechtspopulisten weckt der Wahlsieg von Macron Hoffnung im Nachbarland Deutschland. Wird dem deutsch-französischen Bündnis neues Leben eingehaucht?
Update: 08.05.2017 - 16:35 Uhr 1 Kommentar

„Macron trägt die Hoffnungen Europas“

BerlinFrankreichs neuer starker Mann Emmanuel Macron weckt in Deutschland Hoffnung auf eine intensive Zusammenarbeit. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt auf eine enge deutsch-französische Kooperation: „Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass wir gut zusammenarbeiten werden“, sagte sie am Montag in Berlin: „Emmanuel Macron trägt die Hoffnung von Millionen von Franzosen - auch von vielen Menschen in Deutschland und ganz Europa.“

Der Sozialliberale hatte am Sonntag klar gegen die EU-feindliche Rechtspopulistin Marine Le Pen gewonnen. Merkel sagte, Deutschland und Frankreich seien einander schicksalhaft verbunden und stünden vor gemeinsamen Herausforderungen, um die EU in eine gute Zukunft zu führen. Macron will kurz nach seiner Amtsübernahme nach Berlin fliegen, um Merkel zu treffen. Der Antrittsbesuch in Deutschland werde Macrons erste offizielle Auslandsreise sein, sagte seine Beraterin Sylvie Goulard dem Sender CNews.

„Hoch lebe Präsident Macron!“
Emmanuel Macron
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Der künftige französische Präsident hat nach seinem Sieg versprochen, mit aller Kraft gegen die Spaltungen der französischen Gesellschaft zu kämpfen. „Ich kenne die Wut, die Angst, die Zweifel, die ein großer Teil von Ihnen ausgedrückt hat“, sagte er mit Blick auf das Wahlergebnis. „Ein neues Kapitel unserer langen Geschichte beginnt heute Abend. Ich will, dass es das der Hoffnung und des wiedergefundenen Vertrauens ist.“

(Foto: AFP)
Marine Le Pen via Twitter
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„Ich gratuliere ihm zu seiner Wahl. Weil das Land für mich eine Herzensangelegenheit ist, wünsche ich ihm, dass er Erfolg haben wird.“

(Foto: dpa)
François Hollande
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„Sein großer Sieg bestätigt, dass eine große Mehrheit unserer Mitbürger sich um die Werte der Republik sammeln wollte und ihre Verbundenheit mit der Europäischen Union sowie mit der Öffnung Frankreichs zur Welt ausdrücken wollte.“

(Foto: AFP)
US-Präsident Donald Trump via Twitter
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„„Glückwunsch an Emmanuel Macron zu seinem großen Sieg heute als nächster Präsident Frankreichs. Ich freue mich sehr darauf, mit ihm zusammenzuarbeiten!“

(Foto: AFP)
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
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„Ich freue mich, dass sich die französischen Wähler mit ihrer Wahl mehrheitlich für Weltoffenheit, ein vereinigtes Europa und die enge und freundschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland entschieden haben“, schrieb Steinmeier in einer in Berlin verbreiteten Erklärung. Er wünsche Macron für dessen große Verantwortung als Präsident eine stets glückliche Hand. „Deutschland wird als guter und verlässlicher Partner an Ihrer Seite stehen.“ Deutschland und Frankreich stünden vor großen Herausforderungen. „Uns eint die Überzeugung, dass wir die Gestaltung der Zukunft Europas, die Bewältigung der Krisen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft und drängende globale Fragen nur gemeinsam bewältigen können“, betonte er. „Deutschland will und braucht ein starkes Frankreich.“ Er sei zuversichtlich, dass beide Länder in den kommenden Jahren eng, vertrauensvoll und erfolgreich zusammenarbeiten würden.

(Foto: Reuters)
Benjamin Netanjahu
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Der israelische Ministerpräsident hat Emmanuel Macron zum Sieg bei den französischen Präsidentschaftswahlen gratuliert. Er freue sich auf eine Zusammenarbeit, hieß es in einer Mitteilung in der Nacht zum Montag. „Eine der größten Bedrohungen der Welt ist heute der radikal-islamische Terror, der Paris, Jerusalem und so viele andere Städte auf der Welt heimgesucht hat“, sagte Netanjahu. „Frankreich und Israel sind langjährige Verbündete und ich bin sicher, dass wir unsere Beziehungen weiter vertiefen werden.“

(Foto: Reuters)
Xi Jinping
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Der chinesische Staats- und Parteichef hat Emmanuel Macron zum Sieg bei der Präsidentenwahl in Frankreich gratuliert. Die strategisch wichtigen Beziehungen zwischen China und Frankreich hätten sich in den vergangenen Jahren beständig und gut entwickelt, hob Xi nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua vom Montag in seiner Botschaft hervor. Als ständige Mitglieder im Weltsicherheitsrat trügen beide Länder besondere Verantwortung für Frieden und Entwicklung in der Welt. China sei bereit, gemeinsam mit Frankreich die „umfassende strategische Partnerschaft“ auf ein höheres Niveau zu bringen.

(Foto: AFP)

Bei der Frage nach deutscher Unterstützung hielt sich Merkel aber zurück. Zuerst wolle sie warten, was der neue Präsident an Wünschen und Vorstellungen äußere, um dann zu sehen, wo es Gemeinsamkeiten gebe. Von der künftigen Regierung in Paris würden Resultate erwartet, was die Wirtschaftskraft, die Arbeitslosigkeit und die Integration angehe, sagte Merkel. Die Bundesregierung sei immer bereit zur Unterstützung an dieser Stelle.

Macron hatte im Wahlkampf erklärt, er wolle die Staatsquote verringern. Gleichzeitig kündigte er ein milliardenschweres Investitionsprogramm an. Die Bundesregierung will Frankreichs künftigen Präsidenten bei dessen Agenda für mehr Wachstum und Beschäftigung unterstützen. Merkel lehnt die von Macron favorisierten gemeinsamen Staatsanleihen, sogenannte Eurobonds, für die mehrere Euro-Länder haften müssten, aber weiterhin ab.

„Der Front National hat eine ultra-sozialistische Handschrift“

Außenminister Sigmar Gabriel sagte, die Deutschen müssten alles dafür tun, dass Macron erfolgreich ist: „Le Pen ist jung genug, in fünf Jahren noch mal anzutreten.“ Der SPD-Politiker schlägt einen deutsch-französischen Investitionsfonds vor. Frankreich habe Deutschland den Weg zum Export-Weltmeister geebnet. Nun müsse Paris unterstützt werden. Gabriel kündigte Vorschläge für die nächsten Tage an. Er kritisierte die Sparvorgaben in der EU-Haushaltspolitik. Macrons Ziele - Reformen und eine veränderte Wachstumspolitik - seien richtig. Justizminister Heiko Maas (SPD) begrüßte Macrons Sieg als Etappensieg im Kampf gegen Rechtspopulismus.

Die AfD hat ihr Verhältnis zur rechtsextremen Front National von Marine Le Pen noch nicht geklärt. Schleswig-Holsteins AfD-Chef Jörg Nobis sagte, als Franzose wäre er der Stichwahl für das Präsidentenamt vielleicht ferngeblieben. Die AfD wolle die EU reformieren, aber nicht auflösen: „Von daher hätte ich die Wahl von Le Pen auch für die falsche gehalten“. Parteichef Jörg Meuthen und die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel erklärten dagegen, aus ihrer Sicht wäre Le Pen das kleinere Übel gewesen.

Linken-Chef Bernd Riexinger sieht den Rechtspopulismus nicht gebannt. Aber: „Macrons politische Vision ist die französische Version der Agenda 2010“, sagte Riexinger der Deutschen Presse-Agentur. Damit seien weitere Privatisierungen und mehr soziale Widersprüche programmiert: „Dadurch kann der tiefgreifende Rechtsruck nicht aufgehalten werden.“

Frankreich hat nun einen Präsidenten, der die besten Voraussetzungen mitbringt, um die Wirtschaft Frankreichs zu erneuern und Europa zu reformieren“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher. „Vorausgesetzt, Macron kann in der bevorstehenden Abgeordnetenwahl eine solide Mehrheit hinter sich versammeln, hat die Bundesregierung nun endlich wieder einen starken Partner.“

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  • dpa
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1 Kommentar zu "Deutsche Erwartungen an Macron: Hoffnung, Mut, Zuversicht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Franzosen werden somit langsam in das Deutsche Arbeiterskaventum einpolitisiert...Le Pen hat es vorhergesagt...Merkel regiert in Zukunft in Paris....es komm so scheinheillig als "Hilfe" daher...dahinter steckt aber eine massive Einmischung von Merkel in die französische Innenpolitik und damit in das Selbstbestimmende Leben JEDES FRANZOSEN!
    Merkel macht sich in Europa weiter unbebliebt....hatten wir schon alles mal gehabt.