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Zum Frankreich Wahl 2017 Special von Handelsblatt Online

Frankreichwahl Wie Le Pen die Europäische Linke spaltet

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Kipping und Gysi werben für Macron, Lafontaine nicht

Ähnlich argumentieren Spitzenpolitiker der deutschen Linken. „Der einzige Grund, Emmanuel Macron zu wählen ist, dass er nicht Marine Le Pen heißt. Wenn ich am Sonntag wählen müsste, würde ich ihn als einzigen verbliebenen Gegenkandidaten zu Le Pen wählen“, sagte die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, dem Handelsblatt. „Bei einer Stichwahl zwischen zwei schlechten Alternativen muss das kleinere Übel gewählt werden, um Le Pen zu verhindern.“

Auch der Linken-Politiker Gregor Gysi sprach sich für die Wahl Macrons aus. „Nur wenn Macron Präsident wird, gibt es eine Chance, linke Politik in ihrer Bedeutung zu erhöhen, wirksam auch gegen seine neoliberale Politik anzusteuern, ihn auch zu Korrekturen zu bewegen“, sagte Gysi, der auch Präsident der Europäischen Linken (EL) ist, dem Handelsblatt. „Frau Le Pen wäre im Unterschied zu ihm die blanke rassistische, rechtsextreme, die EU zerstörende Katastrophe.“ Die EU müsse zwar neu gestartet, deutlich verändert, dürfe aber nicht zerstört werden. „Die Jugend in unseren Ländern ist europäisch und will nicht zum alten Nationalstaat zurück“, betonte Gysi. Außerdem sichere die EU den Frieden zwischen ihren Mitgliedsländern. „Vorher hatte Europa eine gänzlich andere Geschichte.“

Gleichwohl äußerte Gysi auch Kritik an Macron. Dieser wolle die EU unbedingt retten, aber die „verheerende Agenda 2010“ auch für Frankreich einführen. Er wolle die Steuern für die sehr gut Verdienenden und Vermögenden und auch die großen Unternehmen senken und Sozialleistungen und viele andere Ausgaben kürzen. „Genau diese Politik macht die Europäische Union Schritt für Schritt kaputt“, so Gysi. Sie sei in Deutschland falsch, sie sei in Südeuropa falsch und sie wäre auch in Frankreich falsch. „Macron will also die neoliberale Politik, die zu so vielen Krisen geführt hat, steigern. Dafür soll man ihn deutlich kritisieren“, sagte Gysi.

Ähnlich äußerte sich Linkenchefin Kipping. „Jenseits der Stichwahl ist die Wahl des kleineren Übels jedoch immer verheerend“, sagte sie. „Um die Rechtspopulisten und Rassisten in Europa nachhaltig zu bekämpfen muss der dritte Pol, also eine soziale Alternative für alle, stärker werden.“ Diesen solidarischen Pol zu stärken, sei „historische Aufgabe der Linken in Europa“. „Weder die Rechte noch die Neoliberalen stehen für ein Europa, das begeistert und den Menschen soziale Sicherheit, Frieden, Demokratie und Freiheit garantiert“, betonte Kipping.

Der Linken-Vordenker und frühere Vorsitzende der Partei, Oskar Lafontaine, sprach hingegen keine Wahlempfehlung aus. Er griff vielmehr Macron frontal an. In einem Gastbeitrag für die „Junge Welt“ bezeichnete er ihn als „Vertreter des Systems, das das Aufkommen der Rechten in ganz Europa verursacht hat“. Und er fügte hinzu: „Die Fortsetzung der bisherigen Politik durch einen Präsidenten Macron wird den Front National weiter stärken und den europäischen Zusammenhalt weiter schwächen.“

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37 Kommentare zu "Frankreichwahl: Wie Le Pen die Europäische Linke spaltet "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Herr Tomas Maidan05.05.2017, 15:18 Uhr

    Der Euro ist bereits zerstört und wird nur noch von EZB-Billionen am Leben erhalten. Diese hat bereits die Ersparnisse der Deutschen zerstört.

  • @ Herr Tomas Maidan05.05.2017, 15:39 Uhr

    "Ein Wahlsieg Le Pens dürfte bürgerkriegsähnliche Auschreitungen mit sich bringen."

    Weil die Linke so demokratisch ist?

  • Ein Wahlsieg Le Pens dürfte bürgerkriegsähnliche Auschreitungen mit sich bringen.

  • @ Klahrin

    Unvorstellbare 1,5 Billionen Euro haben die Notenbanken der Euroländer mit ihren fragwürdigen und wirkungslosen Aufkaufprogrammen in die Märkte gepumpt.

  • Le Pen wird den Euro, Frankreich und die Ersparnisse der Franzosen zerstören.

  • @Herr Vinci Queri, 05.05.2017, 14:20 Uhr


    "@ G. Nampf

    Sie können natürlich bei ihrer Meinung bleiben....das Recht will ich Ihnen auch nicht absprechen."

    Wie großzügig von Ihnen.


    "... meine Meinung : Sie sind einem BLENDER, DILETTANTEN und BETRÜGER aufgesessen"

    Könnte Ihnen sicher niemals passieren.

  • Genau diese Abgehängten werden zukünftig zu viel radikaleren Mitteln greifen, wenn sich die politische und wirtschaftliche Ausrichtung und ihre Lebenssituation nicht zum Positiven ändert.

  • Warum sonst gibt es mittlerweile so viele „Abgehängte“, die sich von den Altparteien abwenden?
    Kann also doch für viele Menschen nicht alles so super gelaufen sein, wie dass manche hier in ihrer Scheinwelt darstellen.

  • Angstmacherei und Einschüchterung, nur so funktioniert ihr System!
    Nur so können Sie weiter die Globalisierung, den Euro und die EU als alternativlos verkaufen.

    http://www.handelsblatt.com/video/finanzen/boersen-news/boersen-berichte/manuel-koch-an-der-boerse-ein-sieg-von-le-pen-wuerde-die-maerkte-in-chaos-stuerzen/19761390.html

    Der Wind wird sich drehen, die Menschen werden es nicht mehr hinnehmen, was man ihnen von oben herab alternativlos vorsetzt.

  • @Klahrin: Ihre grundsätzlich positiven Gedanken in Ehren aber realistisch betrachtet können sich nicht einmal unsere 16 Bubdesländer einigen, trotz gleicher Sprache, Kultur und Mentalität. Mit Europa wird es erst recht nie etwas und schon gar nicht mit einer vollkommen durchgeknallten Rautentrulla, die Makrofehler zum Prinzip gemacht hat und ebenso, diese von sich besessen und stur auszusitzen.
    Dann lieber wieder jeder für sich und Sie werden sehen, dass es uns Deutschen ohne die Payroll für all die schwer erziehbaren Kinder (Länder für die wir zahlen) nicht schlechter geht. Erfolg hängt bekanntlich nicht von der Größe ab, sondern von der Effizienz.

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