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Zum Frankreich Wahl 2017 Special von Handelsblatt Online

Letztes TV-Duell Le Pen wird Opfer ihrer eigenen Pöbeleien

Die Kandidatin der rechtsextremen Front National fällt im letzten TV-Duell vor der Stichwahl um die französische Präsidentschaft aus der Rolle. Le Pen vergibt so die Chance, Macron gefährlich zu werden. Eine Analyse.
78 Kommentare

Hitzige Redeschlacht mit Pöbeleien - so war das TV-Duell

Paris Zweieinhalb Stunden Diskussion und eine klare Verliererin: Der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen ist es in der letzten großen TV-Debatte mit dem Favoriten Emmanuel Macron vor dem entscheidenden Wahlgang am Sonntag nicht gelungen, sich als mögliche Präsidentin der Franzosen darzustellen.

Stets übermäßig aggressiv, wie ein Boxer, der aber ständig vorbeischlägt, verbrachte Le Pen am Mittwochabend den größten Teil ihrer Redezeit damit, Macron anzupöbeln. Ihr eigenes Programm kam dabei fast gar nicht zur Sprache, auch wenn sie ausdrücklich danach gefragt wurde. Ein TV-Kommentator fasste den Eindruck kompletter Orientierungslosigkeit, den sie erweckte, so zusammen: „Sie hatte sogar Schwierigkeiten damit, ihre eigenen Sprechzettel abzulesen.“

Die Ausgangslage vor dem Duell war klar: Macron konnte durch die Debatte eher verlieren, denn er liegt in allen Umfragen sehr weit vorne. Le Pen hatte am meisten zu gewinnen. Man erwartete, dass sie versuchen würde, Macron zu erschüttern, vor allem aber unentschiedene Wähler von links und rechts zu gewinnen.

Doch schon mit ihrer ersten Wortmeldung schlug sie wie mit einem Baseballschläger um sich. „Monsieur Macron, Sie sind der Kandidat der wilden Globalisierung, der Uber-isierung, der Plünderung unserer Unternehmen, des Kriegs jeder gegen jeden, der Parallelgesellschaften. Sie sind die Fortsetzung von Hollande und zeigen die Kälte des Investmentbankers, der Sie immer noch sind.“ So grob kann man in einem Meeting vor Sympathisanten austeilen, aber nicht vor einem Millionenpublikum, das auf den würdigen Abschluss eines sehr langen Wahlkampfs wartet.

„Es war ein Schwall von Beleidigungen auf beiden Seiten“

Macron war alles andere als erschüttert von dieser Attacke, ruhig gab er zurück: „Sie sind jedenfalls nicht die Kandidatin des feinen Tons und der demokratischen Debatte, Sie sind die Erbin einer Partei des Hasses, Sie stehen sogar dazu.“ Er wolle nicht den „Geist der Niederlage, nicht die Grenzen schließen, nicht raus aus Europa, weil die anderen schaffen, was uns nicht gelingt: Ich bin für den Geist der Offensive, wird sind die fünfgrößte Wirtschaftsmacht, aber wir haben viel zu verändern.“

Zweieinhalb Stunden wiederholte sich das Schema: Macron versuchte, zur Sache zu sprechen, ging auf 30 Jahre Massenarbeitslosigkeit ein und auf die Notwendigkeit, den Klein- und Mittelbetrieben zu erlauben, agiler zu sein, sich an Zyklen anzupassen. Doch Le Pen blieb bei ihren wüsten Angriffen, hoffte wohl, Punkte zu machen, wenn sie immer wiederholte: „Sie haben eine katastrophale Politik mit Hollande gemacht, nur für die großen Konzerne, Sie denken nicht an die höheren Interessen der Nation, Sie verkaufen Unternehmen ans Ausland.“

Le Pen ist Macron nicht gewachsen
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78 Kommentare zu "Letztes TV-Duell: Le Pen wird Opfer ihrer eigenen Pöbeleien"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Eilmeldung: ESM soll griechische IWF-kredite übernehmen. Der IWF verlässt das sinkende Euro-Schiff... Ha,ha,ha ...

    Bezahlen sollen die Franzosen, die Deutschen weigern sich. Oder auch nicht.

    Zudem: findet den Fehler:
    Nach Deutschland kamen 2017 bisher mehr Schutzsuchende, als Flüchtlinge über EU-Außengrenzen einreisten.

    Quelle:
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article164238932/Dieser-Vergleich-zeigt-die-Dimension-der-Asylzuwanderung.html

    Da sieht man mal, wie gut das in Europa funktioniert.

  • Warum und wie wird Frau (Dr.) Merkel denn bei uns integriert?

    Wenn das die Kanzlerin liest, kommt die vielleicht ins Grübeln?

  • @Caruso
    Frankreich interessiert mich nicht so sehr wie Sie Herr Caruso. Deutschland interessiert mich. Dann hoffen Sie mal schon, aber bitte nicht jammern, wenn diese verbitterte alte Madame grandios scheitert (sie ist übrigens erst 48 und sieht aus wie 58. Das ist der Hass, der täglich an ihrer Seele nagt)

  • @Paul Kersey
    Sie brauchen ja auch keine Partei wählen, hinter der Sie nicht stehen können. Und wenn Sie das AFD Wahlprogramm nicht überzeugt hat vielleicht überzeugt Sie ja eines der anderen Parteien....

  • Tweet :

    >> Le Pen. Sehr kluge, kluge Frau. Soll Presidentin werden. Die Welt wird sich sehr, sehr freuen >>


  • Le Pen :

    >> „Monsieur Macron, Sie legen sich vor Deutschland auf den Bauch. Sie sind Deutschland unterworfen.“

    „Sie sind das Frankreich der Unterwerfung.“

    „Der Euro ist die Währung der Bankiers, nicht die des Volkes.“

    „Wir haben die Entscheidung gesehen, die Sie getroffen haben – die zynischen Entscheidungen, welche den kalten Investmentbanker offenbaren, der Sie nie aufgehört haben zu sein.“

    „Sie verteidigen Privatinteressen. Und dahinter steckt der soziale Ruin.“

    „Das ist es was Sie am besten können, Unternehmen zerbrechen.“

    „Ich bin die Kandidatin des Frankreichs, das wir lieben, die unsere Grenzen schützen wird und uns vor der wilden Globalisierung schützen wird.“

    „Herr Macron ist der Kandidat der wilden Globalisierung, der Uberisierung, der Prekarität, der sozialen Brutalität, des Krieges aller gegen alle, der wirtschaftlichen Plünderung.“

    „Ich bin die Kandidatin der Kaufkraft. Sie sind der Kandidat der Käuflichkeit.“

    „Ich gebe den Franzosen ihr Geld zurück.“

    „Man muss den fundamentalistischen Islamismus auf unserem Staatsgebiet ausrotten. Das werden Sie nicht tun, Monsieur Macron, weil Sie unter deren Einfluss stehen.“

    „In einer sich verändernden Welt, die Entscheidungen trifft, die das Gegenteil der Ihrigen sind … bin ich die Beste, wenn es um das Indien von Modi, die Vereinigten Staaten von Trump und das Russland von Putin geht.“ >>

  • Le Pen :

    >> „Frankreich wird von einer Frau regiert werden – von mir oder Merkel!“ >>

  • Hier mal ein paar Statements der AfD für die NRW Wahl (laut Wahl-o-Mat):

    Abitur wieder ausschließlich nach 9 Jahren (üblich sind international 8)
    Kita-Gebühren vollständig abschaffen (also auch für Superreiche)
    Nicht mehr Geld für Sozialwohnungen (obwohl es zu wenig gibt)
    Keine Förderung von Projekten gegen Rechtsextremismus (AfD ist ja nicht rechtsextrem)
    Abschaffung der Mietpreisbremse (und kein verstärker sozialer Wohnungsbau. Super Kombination!)
    Kein Zugang von Flüchtlingen zum deutschen Bildungssystem (dumm halten, wer dumm ist)
    Keine Förderung von Projekten zur Integration von Migranten (= Marxloh überall)
    Keine Pflegekräfte aus dem Ausland (obwohl wir Deutschen keinen Bock auf die Maloche haben und immer älter werden)
    Keine Ausweitung der Videoüberwachung öffentliche Plätze (unser Land ist ja auch total sicher)
    Rauchen in Kneipen entscheidet der Wirt (scheiss auf die Gesundheit der Angestellten)

    Kann ich einfach nicht wählen. Genauso wenig übrigens wie die FDP oder die Grünen oder die Linken.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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