Französische Kreise Darum ging es offenbar beim Krisen-Telefonat

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Es werde „Kritik von allen Seiten hageln“
„Am Montag hat unser Land ein Treffen mit der Geschichte“
Naftemporiki
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Die konservative Wirtschaftszeitung weiß um die Bedeutung des Sondergipfels am Montagabend: „Alles endet... oder beginnt am Montag“, so „Naftemporiki“.

I Avgi
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Der Kommunikationskanal der regierenden Syriza-Partei ist um Unterstützung bemüht – und ruft daher zu einer Kundgebung am Sonntagabend auf dem Syntagma-Platz in Athen auf. „Wir akzeptieren keine weiteren Sparmaßnahmen. Die EU und unsere Gläubiger benehmen sich, als hätten im Januar in Griechenland keine Wahlen stattgefunden“, sagt „I Avgi“. Die Zeitung benutzt den Hashtag „#mazi“. Das heißt übersetzt „#gemeinsam“ und soll die Bevölkerung solidarisieren. Auf Twitter erzielen die Hashtags aber nicht die gewünschte Wirkung.

To Vima
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Die Wochenzeitung schreibt in ihrer aktuellen Sonntagsausgabe in großen Buchstaben: „Rettet Griechenland. Historische Verantwortung des Ministerpräsidenten.“ Auf Twitter berichtet „To Vima“ von „fieberhaften Sitzungen der Regierung“.

Kathimerini
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Die konservative Qualitätszeitung „Kathimerini“ spricht von „Stunden der Besorgnis für die Zukunft Griechenlands“. Auch Ministerpräsident Tsipras stehe in der Pflicht. „Es sind auch Stunden der Verantwortung für Alexis Tsipras. Er hat am 25. Januar die Verantwortung übernommen, Griechenland in der Euro-Zone zu halten. Und eben nicht nicht, das Land dort herauszuführen“, schreibt das Blatt weiter.

Eleftheros Typos
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„Keine weiteren Lügen“ betont das konservative Blatt „Eleftheros Typos“. Regierungschef Tsipras ist in Griechenland längst nicht mehr unumstritten. „Am Montagabend hat unser Land ein Treffen mit der Geschichte. Nicht die Gläubiger, sondern unsere Regierung und besonders unser Ministerpräsident haben uns zu dieser höchsten politischen Ebene geführt“, führt die Zeitung aus.

Makedonia
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Das besonders in Nordgriechenland gern gelesene Medium titelt in der Sonntagszeitung: „Die Kosten eines Austritts: Unerträglich“ – und geht im Anschluss auf die politischen, gesellschaftlichen und finanziellen Folgen für Griechenland und die Euro-Zone ein.

Ethnos
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Ein ähnliches Meinungsbild in der linksliberalen Tageszeitung „Ethnos“: „Einigung oder Abenteuer. Das Pendel am großen Montag.“

Die Verantwortlichen treten dem Eindruck entgegen, dass bereits der Austritt Griechenlands vorbereitet werde. Man setze vielmehr alle politische Kraft für eine Lösung ein, sei nicht bei der Vorbereitung des griechischen Austrittes.

Wenn es die technische Einigung der Institutionen mit den Griechen gebe, müsse man die genannte politische Formulierung zur Verschuldung finden, „die weder Tsipras erniedrigt noch die europäischen Institutionen desavouiert“. Klar sei schon heute, dass es „von allen Seiten Kritik hageln“ werde. Denn Tsipras hätte viele „rote Linien“ überschritten, und auch die Europäer würden weiter gehen, als sie ursprünglich wollten.

Die europäischen Partner der Griechen haben es bislang abgelehnt, auch nur in allgemeiner Form über Schritte zu einem Abbau der Schulden zu reden. Das sollte allenfalls in Sommer geschehen, nach Abschluss der laufenden Verhandlungen. Die Aussagen aus den Regierungskreisen lassen eine vorsichtige Öffnung erkennen. Im Bundestag wie in den anderen nationalen Parlamenten wären Schritte zum Abbau der Schulden nur schwer zu vermitteln.

In Frankreichs politischer Klasse gibt es wie in Deutschland Stimmen, die ein Ausscheiden Griechenlands einem schlechten Kompromiss vorziehen würden. Es kann allenfalls um eine weitere Streckung der Rückzahlungen gehen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte im vergangenen Bundestagswahlkampf vage von der Möglichkeit eines weiteren Hilfsprogramm gesprochen.

Doch ist auch klar, dass bei Zahlungsunfähigkeit und Austritt die europäischen Forderungen abgeschrieben werden müssten. Es wäre also für den Steuerzahler nichts gewonnen. Aus diesem Grund scheint nun der Gedanke aufzukommen, Griechenland ein Entgegenkommen zu signalisieren - immer unter der Voraussetzung, dass die Regierung sich vorher zu den geforderten Reformen und Einsparungen bereit erklärt.

Paris und Berlin ziehen offenbar nach wie vor an einem Strang und lassen sich nicht auseinander dividieren. „Die Griechen müssen jetzt politischen Willen zu einer Einigung beweisen, die in greifbare Näher gerückt ist“, heißt es aus den Pariser Regierungskreisen.

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1 Kommentar zu "Französische Kreise: Darum ging es offenbar beim Krisen-Telefonat"

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  • Alle wissen doch, dass am Ende Tsipras überspitzt ein weißes unbeschriebenes Stück Papier einreichen kann und von Merkel bis Junkers wird man sagen, endlich haben die Griechen es verstanden was wir wollen.
    Um die Bürger zu beruhigen die immer in Not vorgeschoben werden.

    Als gestern bei Jauch Theo Weigel wie ein Giftpils den anwesenden griechischen Gast angegriffen hatte, kamen mir Bilder in den Kopf aus neusten Nachrichten , wie Deutsche Panzer und Fahrzeuge auf Güterwagen auf dem Weg Richtung russische Grenze
    waren. Dokumentationen über den Russlandfeldzug der Nazis sehen sehr ähnlich aus. Komisches Gefühl muss ich sagen!

    Mit anderen Worten Europa wird vorbereitet früher von ROT/GRÜN jetzt von Schwarz ROT um es gegen die Wand zu gefahren. Ein Europa das den Kopf verliert.

    Die beste Lösung die vereinigten Staaten von Europa beschliessen .Dazu alle Bürger in einer gemeinsamen Wahl abstimmen zu lassen und es bei 75% Zustimmung ruhig und ehrlich angehen.

    Die Griechen bis dahin in ruhe lassen und innerhalb von 10 Jahren die Einigung schaffen mit neuen Politikern die wie Adenauer und De.Gaulles denken.

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