Französischer Minister Montebourg kritisiert „untätige“ EZB

Frankreichs Industrieminister Arnaud Montebourg ließ in einem Interview kein gutes Haar an der EZB. Sie kümmere sich weder um Wachstum noch um die Menschen in Europa. Außerdem müsse der Euro-Kurs gedrückt werden.
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Frankreichs Industrieminister Arnaud Montebourg. Quelle: AFP

Frankreichs Industrieminister Arnaud Montebourg.

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ParisAus der französischen Regierung kommt heftige Kritik am Kurs der EZB. Industrieminister Arnaud Montebourg nannte die Europäische Zentralbank am Sonntag „bemerkenswert untätig“ in einer Situation, in der es „Entschlossenheit“ und „zielstrebiges Handeln“ brauche. „Sie kümmert sich nicht ums Wachstum. Sie kümmert sich nicht um die Arbeitslosen. Sie kümmert sich nicht um die Menschen in Europa“, sagte der Politiker über die EZB in einem Interview mehrerer französischer Medien. Dabei habe das Institut die Pflicht, dies zu tun.

Konkret forderte Montebourg die Zentralbank auf, Staatsanleihen aufzukaufen, um die Schuldenlast der Euro-Länder zu senken. EZB-Chef Mario Draghi müsse zudem dafür sorgen, dass der Kurs der Gemeinschaftswährung sinke. „Wenn man mehr Wachstum will, muss man den Euro drücken“, sagte Montebourg.

Wenn der Wert der Gemeinschaftswährung um zehn Prozent steige, verliere ein auf Export ausgerichtetes Unternehmen wie der europäische Luftfahrtkonzern EADS eine Milliarde Euro an Umsatz. Er wünsche sich einen Referenzkurs von 1,10 oder 1,15 Dollar, sagte Montebourg. Zuletzt lag er bei rund 1,30 Dollar.

  • dpa
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24 Kommentare zu "Französischer Minister: Montebourg kritisiert „bemerkenswert untätige“ EZB"

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  • Ja, ja, die Franzosen. Haben noch immer nicht begriffen, dass man mehr arbeiten muss, um den Wohlstand zu mehren. Bei dem gewünschten EURO-Kurs werden Energie und Rohstoffe für die Wirtschaft unbezahlbar, gravierende Inflation wäre zudem die Folge. Lieber Herr Montebourg, bei so viel Nichtwissen haben Sie in der Regierung nichts zu suchen!!

  • ich dachte immer, dass es die Aufgabe der jeweiligen Regierungen sei für Wachstum und Senkung der Arbeitslosenquote zu sorgen? aber was ist bei kriselei heute noch normal?

  • Was kann man denn von einem Halbkommunisten schon erwarten?

  • " „Sie kümmert sich nicht ums Wachstum. Sie kümmert sich nicht um die Arbeitslosen. Sie kümmert sich nicht um die Menschen in Europa“, sagte der Politiker über die EZB in einem Interview mehrerer französischer Medien. Dabei habe das Institut die Pflicht, dies zu tun."

    Der französische Dopingpropagandist sollte mal selbst seine Hausaufgaben machen, statt von seinem Unvermögen und Unverständnis abzulenken. Gelddrucken schafft kein Wachstum sondern staut rezessive Prozesse der kreativen Zerstörung nur auf, so dass sie am Ende so groß werden, dass sie in die Depression münden.

    Es gibt nicht zu wenig Geld, so dass man Neues drucken müsste, es staut sich zuviel an den falschen Stellen! Darüberhinaus gibt es u.a. wegen solcher Nebelgrantanten des unbedarften Franzosen und seines kriminellen "Haltet den Dieb" Dummfugs ein Fehlbewertung neuer Formen des Wachtums, die eigentlich anstehen und das konsumterroristische Glasperlenspiel ablösen möchten.

  • Da will doch Herr Montebourg einen Deppen finden, der die Kohlen aus dem Feuer holt, ohne sich selbst die Finger zu verbrennen.
    Es wird Zeit, das Deutschland den EURO auf und abgibt.
    Mehr als 10 Jahre EURO sind einfach zuviel.

    Einige wenige haben profitiert, die Masse aber, sind die
    nunmehr Enteigneten.

  • Eurokurs drücken? Was soll denn der Quatsch?

    Die Gewinne werden fast überall im Ausland erwirtschaftet. Warum muss man da den Eurokurs drücken? Für wie blöd wird man hier verkauft? Ein starker Euro ist das beste was uns passieren kann, weil damit unsere lokalen Firmen ins Ausland expandieren und dort eigene Töchter aufbauen oder zukaufen!!!

  • Wie wollen die Franzosen da weiterkommen, wenn solche Deppen in der Regierung sitzen.

  • Was nicht so stimmt.

    Wirtschaftlich gesehen hat er recht. Und die EZB wird nicht darum herumkommen, wenn sie nicht einen Knall riskieren will. Das ist einfach logisch ...^^

  • Brav gebellt, M. Montebourg. Das Problem ist nur, daß ein niedrigerer €-Kurs den Franzosen auch nicht weiter helfen würde, da sie nichts mehr zu verkaufen haben.

    Anteil des produzierenden Sektors am BIP:
    EU - Durchschnitt rd. 21 %
    Deutschland rd. 26 %
    Frankreich rd. 12 %

    Selbst Italien, hier aus aktuellem Anlaß zitiert, hält sich da wacker mit rd. 20 %. Womit klar wird, daß man sich um F mehr Sorgen machen muß als um I.

    Airbus wird seine Flugzeuge und Waffen auch mit einem härteren Euro verkaufen, ein hoher Zulieferanteil ist ja ohnehin $-gebunden. Im übrigen ist die Wertschöpfung in F aufs Ganze gesehen eher mickrig.

  • Was so nicht stimmt, denn das Verhältnis der Mehrkosten zum Mehrwert der Exportausfuhren, liegt auf Seite der Exporte. Dashalb geht es Deutschland auch relativ gut.

    Was natürlich zum Nachteil der Länder ist, die wirtschaftlich nicht so stark sind. Sie werden durch die billigen Exporte in die Ecke gedrängt.

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