Frauen in Chefetagen EU-Kommission ist Schröders Quote zu lasch

Ministerin Schröder will der deutschen Wirtschaft bis 2013 Zeit lassen, den Anteil von Frauen in ihren Führungsetagen zu erhöhen. Der EU-Kommission geht das nicht weit genug und droht mit rechtlichen Schritten.
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Merkel und Schröder im Kanzleramt: Gemeinsam für die Quote. Quelle: dpa

Merkel und Schröder im Kanzleramt: Gemeinsam für die Quote.

(Foto: dpa)

Brüssel/BerlinDie EU-Kommission schlägt bei der Frauenquote für die Wirtschaft eine härtere Gangart als die Bundesregierung ein. Brüssel will den Konzernen bis zum März 2012 Zeit für eine freiwillige Lösung lassen - und dann eingreifen. Das hat EU-Justizkommissarin Viviane Reding in einem Brief an Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) geschrieben. Die Ministerin erwartet dies von der deutschen Wirtschaft erst bis 2013.

"Die Europäische Kommission steht ab März 2012 bereit, erforderlichenfalls mit rechtlichen Instrumenten einzugreifen, falls sich die Lage bis dahin nicht wesentlich verbessert", schreibt Reding in dem Brief. Ein solches Rechtsinstrument - wie zum Beispiel eine Richtlinie der EU - müsste von Deutschland und allen anderen Mitgliedsstaaten umgesetzt werden.

Die EU-Kommission will mehr Frauen auf Chefposten sehen. Als Ziel nennt Reding, dass der Frauenanteil in den Aufsichtsräten börsennotierter europäischer Unternehmen bis 2015 auf 30 Prozent und bis 2020 auf 40 Prozent steigt. Zum Vergleich: In Deutschland sind laut EU-Kommission nur 13 Prozent der Aufsichtsräte großer Dax-Unternehmen weiblich. "Der geringe Frauenanteil in Europas Vorstandsetagen hat zur Folge, dass Europa wirtschaftliches Potenzial verschenkt", kritisiert Reding in dem Schreiben. "Dies können wir uns mittelfristig nicht leisten."

Die Kommissarin fordert Ministerin Schröder auf, "in weiteren Diskussionen in Deutschland auf die genannten EU-Initiativen hinzuweisen". Die nationalen und die europäische Ebene sollten bei diesem Thema "Hand in Hand arbeiten".

Zuvor hatten die 30 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland bei einem Spitzentreffen mit der Bundesregierung erklärt, noch in diesem Jahr Ziele für eine deutliche Anhebung des Anteils von Frauen in ihren Führungsetagen vorzulegen. Auf konkrete Quoten legten sie sich aber nicht fest. Familienministerin Schröder kündigte an, der Wirtschaft zwei Jahre Zeit zu geben, um den Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten zu verdreifachen. Sollten die Konzerne bis 2013 das Ziel verfehlen, werde eine gesetzliche Regelung zur Selbstverpflichtung in Kraft treten. Das entsprechende Gesetz wolle sie schon in Kürze vorlegen. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen bekräftigte ihre Forderung nach einer verbindlichen Quote von mindestens 30 Prozent Frauen in Führungspositionen. Sie kritisierte nach dem Treffen einen mangelnden Ehrgeiz der Konzerne.

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21 Kommentare zu "Frauen in Chefetagen: EU-Kommission ist Schröders Quote zu lasch"

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  • Wir sind näher an der DDR 2.0 als viele glauben!!!

  • Wo kommen wir denn hin, wenn die Regierung der Wirtschaft Vorschriften macht? Anders herum wird ein Schuh daraus. Das zeigt nicht nur die Atomdebatte, sondern auch die "Frauenquote". Die Männerriegen werden sich schon nicht reinreden lassen. Das hat sich in den letzten zehn Jahren nicht geändert und das bleibt so! Basta!

  • Steht die EU-(Freak-Show)Kommission über die Demokratie? Offenbar bestimmt eine Hinterzimmer-Mafia und demokratisch gewählte Parlamente haben nichts zu sagen!

    Dieser EU-(Freak-Show)Kommission muß man zeigen, wo der Hammer hängt!!

  • Eine Quotenregelung ist immer eine „schlechte Idee“, heute sollen also die „Frauen“ gefördert werden. Was spricht dann dagegen, das ein Gastarbeiter in der Führungsetage gehört, dann ein „geistig Minderbemittelter“ usw.

    Wir können das Wort Frau durch alle anderen Worte ersetzen!

    Mit demselben Sinn und Unsinn!

    Eine „Führungsetage“ in einem Unternehmen spiegelt die Eigentumsverhältnisse wieder und Menschen die sich für diese Art zu arbeiten Interessieren.

    Opel hat nicht deswegen seinen „Quotenamerikaner“ weil sie es wollen, sondern weil der Eigentümer ein „Amerikaner“ ist.

    Eine Führung im Unternehmen zu erreichen Bedarf es den Willen, das Durchhaltevermögen und das Quentchen Glück mit den passenden Leuten. Dazu gehört nicht nur Führungsfähigkeiten sondern auch Verantwortungsbewusstsein.

    Der Weg steht allen offen aber nicht jeder (oder JEDE) möchte diesen Weg gehen!

    Es gibt auch andere Wege die nicht falsch sind, sondern evtl. ERFÜLLENDER!

    Kleine Anmerkung:
    Ich kenne Firmen dessen Eigentümer sind Frauen! Es gibt Geschäftsleitungen die sind zu 100 Prozent mit Frauen besetzt.

    Brauchen diese jetzt „Quotemänner“?

  • Sobald eine Frau ein Kind hat ist die Führungsposition vorbei, Ausnahmen sind Politikerinnen.

  • Was 40% Frauenquote bringt sieht man an der jetzigen Regierung. In fast jedem mitelständigen Unternehmen würde man die CDU-Frauen in der Probezeit kündigen.

  • Die Politik hat Unternehmen nicht per Gesetz zu verordnen, wie sie effektiver zu werden haben (im Moment z.B. durch Fraenqute), es sei denn , der Staat hätte an dem jeweis betrachtetem Unternehmen einen bestimmenden Aktienanteil.

  • Wie bräuchten hier eigentlich "ein Stück Gaddafi", um diesen Schwachsinn, der da immer wieder von der EU kommt, zu stoppen.

  • Es wird eine Diskriminierung der Frauen unterstellt ohne die Situation jemals sachlich und unvoreingenommen analysiert zu haben. So kann zum Beispiel wer Sprachen und Kunstgeschichte studiert danach nicht unbedingt einen Vorstandsposten erwarten.
    Der gleiche Sachverhalt bei der vermeintlichen Lohndiskriminierung: wer fordert, dass für die gleiche Tätigkeit das gleiche Gehalt bezahlt werden muss, geht von einem Akkordlohn aus. Der ist in der Realität aber eher selten der Fall. Stattdessen gehen in den Lohn zum Beispiel Faktoren wie die simple Anwesenheit ein. Niemand erwähnt dabei den signifikant höheren höheren Absentismus bei Frauen sowie die schwangerschaftsbedingten Fehlzeiten.
    Was letzteres betrifft, kann man natürlich argumentieren, dass auch Männer ein Interesse an der Fortpflanzung haben und somit ein gesellschaftlicher Ausgleich geboten ist. Aber dann geht es im Solidarität und nicht um Diskriminierung.

  • Ich bin erst einmal dafür, dass es endlich an der Zeit wäre, dass Männer das Kinderkriegen übernehmen und dann - nach dem 1. Kind in die Führungsetage aufsteigen können. Die Führungsetagen wären leergefegt und die Frauen könnten sie in Besitz nehmen.

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