Friedensgipfel in Minsk Es gibt nur Verlierer

Nicht auszudenken, wären die Friedensverhandlungen gescheitert. Doch „Minsk 2“ ist nur ein Minimalkonsens. Denn dieses Mal müssen die Vereinbarungen umgesetzt werden. Nicht irgendwann, jetzt. Das wird nicht leicht.
26 Kommentare

Putins Presseerklärung: "Waffenruhe in der Ostukraine"

StockholmAngela Merkel, Wladimir Putin, Francois Hollande und Petro Poroschenko - sie alle waren sich des Ernsts der Lage bewusst als sie am Mittwochnachmittag in der weißrussischen Hauptstadt Minsk eintrafen, um endlich einen Lösungsweg aus dem Ukraine-Russland-Konflikt zu finden. Nach einem mehr als sechszehnstündigen Verhandlungsmarathon ist es ihnen zumindest gelungen, ein Abkommen zur Lösung des Konflikts zu unterzeichnen.

Die deutsche Kanzlerin, die Präsidenten aus Russland, Frankreich und der Ukraine wussten, dass es bei den Krisenverhandlungen um einen Frieden zwischen den prorussischen Separatisten und ukrainischen Soldaten in der Ostukraine zu einem Durchbruch kommen, dass dem sinnlosen Töten und Morden, dem Krieg im Donbass ein Ende bereitet werden muss.

Und sie wussten, dass „Minsk2“ das Papier wert sein muss, auf das sie ihre Unterschriften setzten. Denn die erste Minsker Vereinbarung war es nicht. Es wurde weiter geschossen, zuletzt sogar intensiver denn je zuvor.

Insofern haben sie geliefert. Waffenruhe ab Sonntag, Abzug der schweren Waffen, die Einrichtung eines Sicherheitskorridors, eine größere Autonomie der von den Separatisten besetzten Gebiete. Die Frage ist jetzt, ob auch alle Parteien sich an die Abmachungen halten und wie die Kontrolle über die Einhaltung der Vereinbarungen aussieht. Es ist ein Minimalkonsens, auf den man sich in Minsk nach langem Hin- und Her geeinigt hat. Aber immerhin.

Nicht auszudenken, wären die Verhandlungen in Minsk gescheitert. Die USA hätten vermutlich bereits in den kommenden Wochen Waffen an die Ukraine geliefert, die EU-Staaten die Sanktionen gegenüber Russland schon in der kommenden Woche verschärft. Der Krieg im Donbass wäre noch blutiger und die Welt noch unsicherer geworden. Und die Ukraine würde vielleicht in der heutigen Form schon bald nicht mehr existieren. Allein das alles zu verhindern, ist ein Erfolg, wenn auch erst einmal nur ein kleiner.

Geld ist sehr vergesslich
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Friedensgipfel in Minsk - Es gibt nur Verlierer

26 Kommentare zu "Friedensgipfel in Minsk: Es gibt nur Verlierer"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Obama sin Laden hatte betimmt gewaltig die Finger mit im Spiel, sonst wäre nicht der Vizepräsidentensohn Biden derart involviert.

  • Richtig! Erst akzeptiert man einen Putsch, erkennt die Putschisten an, siehe CNN Obama "wir hatten Deal", dann akzeptiert man den Kriegszug gegen die Ostukraine und immer dann wenn die Donbass Milizen zurückschlagen und diese UA in die Zange nehmen kommen die Zahlmeister dieser verbrecherischen Politik, Merkel, IWF und EU USA nicht vergessen und rufen den Untergang des Abendlandes aus. Merkel hat nichts weiter versucht als den Notnagel ihrer eigenen Politik einzuschlagen, sonst wären die Milizen bis zu den Grenzen der Regionen vorgedrungen. Also warten wir ab ob die UA ihre verbrecherischen Bombardements der ostukrain. Bevölkerung einstellen.

  • Was wird passieren? Das ASOW-Regiment, oder andere Faschisten werden Dörfer beschießen und Kiew wird tönen: Die Russen waren es! Die angegriffenen werden sich wehren, die USA wird Waffen liefern und Russland muss zur Hilfe eilen. EU und NATO werden dumm dabeistehen und neue Sanktionen verhängen ( als wenn Sanktionen auch nur einen Krieg entscheidend verändert hätten). Und die "Lügenpresse" wird jede Lüge aus Kiew unkommentiert abdrucken, also so wie bisher.

  • 'Ich bringe Frieden für unsere Zeit!' sprach der britische Premier 1938, als er nach der Münchner Konferenz in London wieder aus dem Flugzeug stieg. Damals wurde die Tschechei verkleinert, heute die Ukraine. Ich hoffe, dass sich Putins 'heim ins Reich' Träume nicht noch auf die baltischen Staaten ausweiten, sonst steht Europa wieder da, wo es im Sommer 1939 war.

  • Frau Merkel wird völlig zu Unrecht so hofiert. Sie hat doch die Zündelei mit begonnen.
    Die EU, Obama und Merkel sind doch Schuld an dieser ganzen Situation.
    Merkel ist doch der Meinung, bei ihrem Zenralstaat Europa, den sie anstrebt, gehöre auch der russ. Kontinent dazu
    Vielleicht sollte man mal daran denken, dass es keine deutscheEinheit gegeben hätte, wenn Russland nein gesagt hätte.
    Ach und Merkel soll mal daran denken, dass auch Deutsche dort mit kämpfen.
    Deutsch-Russen, die nach der Einheit in unser Land kamen

  • @Andrea Merkel:
    solche Kommentare kommen nur, wenn man die Zusammenhänge nicht versteht.

  • Wo ist nochmal gleich der Unterschied zum ersten Minsker Abkommen vom Herbst. Beide Kriegsparteien hatten seinerzeit die Waffenruhe für Neuordnung der Kräfte genutztund dann schlimmer als zuvor gewütet. Diesmal war/ist allerdings der mediale Hype um den "Friedensengel" Merkel deutlich grösser, die sich jetzt feiern lässt. Nochmal: Was unterschidet die aktuelle Situation vom September? Wo sind die Blauhelmsoldaten derUN oder vergleichbares, die nachhaltig Frieden sichern können? ab Sonntag haben die Falken wieder leichtes Spiel mit Provokationen die Eskalation weiterzuführen und niemand kann sie vor Ort kontrollieren. Hier fehlt ein entscheidender Baustein für eine echte Perspektive zum Frieden.

  • oder man respektiert einfach das Refendum der Ostukraine, wie selbst Frankreich das Referendum des Saarlandes respektiert hatte.

    Merkel und Putin haben allerdings die angelsächsischen Falken besiegt. Nicht Merkel den Putin. Denn ohne Einmischung wußte Deutsche udn russen schon immer, dass man als guter Nachbar die Interessen und Eigenheiten seines Nachbarn akzeptieren sollte.

  • Kein Problem; das alles kann man lernen.

    Der Weise erkennt in jeder Verrücktheit den weisen Hintergrund
    der Depp erkennt in jeder Weisheit nur Dummheiten

  • Verlierer?? Wenn Europa - vorerst zumindest - von der größten Katastrophe seit 1939 verschont bleibt??
    Und natürlich ist auch Putin ein Gewinner, aber NICHT wegen seiner Aggressionspolitik sondern im Gegensatz wegen seiner Anti-Aggressionspolitik. Er hat sich nicht dazu provozieren lasssen, trotz vermutlich Tausender getöteter ukrainischer Russen, in die Ukraine einzumarschieren und einen Bruderkrieg zu beginnen; nicht provozieren lassen von der NATO-Aufrüstung an der Ostgrenze und nicht von US-Söldnern in der Ukraine; nicht provozieren lassen von dem US-Gesetz HR 5859, das einer de-facto Kriegserklärung gegen Russland gleichkommt.
    Wahrscheinlich hat Putin (neben der Brzeszinski-Dokrin) auch John V. Denson´s Buch "A Century Of War" gelesen (kongeniale deutsche Übersetzung: "Sie sagten Frieden und meinten Krieg"), wo man wunderbar nachlesen kann, wie die Amerikaner in der Geschichte bereits vielfach Gegner durch Provokationen und False-Flag-Aktionen dazu verleiteten, "den ersten Schuss abzugeben", sodass die anderen immer die "Bösewichte" waren.
    Merkel und Hollande dagegen sind schlicht und ergreifend Polit-Marionetten, die hilflos die tektonische Machtverschiebung von Europa nach Asien mit ansehen müssen, weil ihre Staaten Jahrzehnte lang weit über ihre Verhältnisse gelebt haben. Politische Bedeutungslosigkeit vorprogrammiert. Beide können überaus glücklich sein, wenn sie in ihrer Amtszeit nicht mehr die Frage beantworten müssen: "Wie erklär ichs meinem Volk?"

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%