Friedensnobelpreis – unsere Favoriten Es kann nur einen geben

Wer wird Nachfolger der EU? Um 11 Uhr wird heute in Oslo der neue Friedensnobelpreisträger verkündet. Wer die Auszeichnung verdient hätte? Zu unseren Favoriten zählen Mario Draghi, Malala Yousafzai und ein Deutscher.
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Objekt der Begierde: die Medaille des Friedensnobelpreises, die 1902 von dem Norweger Gustav Vigeland entworfen wurde. Quelle: dpa

Objekt der Begierde: die Medaille des Friedensnobelpreises, die 1902 von dem Norweger Gustav Vigeland entworfen wurde.

(Foto: dpa)

Was der Finne Martti Ahtisaari, der Amerikaner Barack Obama und die Europäische Union gemeinsam haben? Sie dürfen sich alle Friedensnobelpreisträger nennen. In wenigen Stunden haben die Spekulationen ein Ende, wer sich in den Kreis der Geehrten einreihen darf. Um 11 Uhr wird das Komitee in Oslo den diesjährigen Gewinner des Friedensnobelpreises bekanntgeben. Favoriten und Geheimfavoriten gibt es einige.

Zu ihnen zählt beispielsweise die 16 Jahre alte Malala Yousafzai, die sich in ihrer Heimat Pakistan gegen die Taliban für das Recht von Frauen und Mädchen auf Bildung einsetzt. Das norwegische Nobelkomitee könnte sie etwa gemeinsam mit der Unesco auszeichnen, spekulieren skandinavische Medien kurz vor der Bekanntgabe des Preisträgers.

Weitere aussichtsreiche Kandidaten sind der kongolesische Arzt Denis Mukwege, der Ende September für seine Behandlung tausender vergewaltigter Frauen bereits mit einem Alternativen Nobelpreis geehrt wurde, und der weißrussische Menschenrechtler Ales Beljazki. Unter den bekannten Kandidaten in diesem Jahr sind auch die US-Whistleblower Chelsea Manning (früher Bradley Manning).

Die Verkündung bildet den Abschluss des Nobelpreisreigens in dieser Woche. Seit Montag waren Preisträger in den Sparten Medizin, Physik, Chemie und Literatur verkündet worden. Der Friedensnobelpreis wird als einzige der mit umgerechnet rund 920.000 Euro dotierten Auszeichnungen nicht in Stockholm, sondern in Oslo vergeben. Dort wird der Preis am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, auch überreicht.

Wer sich den Preis durch sein Engagement redlich verdient hätte, haben wir auch in der Redaktion von Handelsblatt Online diskutiert. Das sind unsere Favoriten auf die Medaille:

Edward Snowden

Edward Snowden hat die Machenschaften der NSA öffentlich gemacht. Quelle: dpa

Edward Snowden hat die Machenschaften der NSA öffentlich gemacht.

(Foto: dpa)

Es wäre eine Sensation, ein Skandal – und ein wichtiges Zeichen: Das Nobelpreiskomitee in Norwegen sollte Edward Snowden den Friedensnobelpreis verleihen.

Der Whistleblower hat einen großangelegten Angriff auf die Privatsphäre enthüllt. Die Geheimdienste in den USA und Großbritannien überwachen die digitale Kommunikation in einem ungeahnten, monströsen Ausmaß, das sich mit dem „Kampf gegen den Terror“ schon lange nicht mehr rechtfertigen lässt. Ungestörte und anonyme Kommunikation ist ein Menschenrecht. Wenn Staaten es einschränken wollen, müssen sie das gut begründen und die Überwacher überwachen.

Snowden hat den Scheinwerfer angeknipst, um Licht in diese dunklen Aktivitäten zu werfen. Dabei hat er sich von hohen ethischen Werten leiten lassen. Er wolle nicht in einer Welt leben, in der es keine Privatsphäre mehr geben, sagte er. Und: „Du kannst nicht darauf warten, dass jemand anders handelt.“ Also handelte er, auf Kosten seiner eigenen Freiheit. Ein Leben im Asyl in Russland war sicher nicht der Lebenstraum des jungen Amerikaners.

Wahrscheinlich ist eine Entscheidung für Snowden indes nicht. Das Komitee zeichnet lieber Staatsleute und Menschenrechtsaktivisten aus, der 30-jährige IT-Spezialist passt nicht ins Schema. Zumal die USA in ihm einen kriminellen Geheimnisverräter sehen. Das Gremium könnte aber ein wichtiges Zeichen für Whistleblower setzen: Wer in der eigenen Organisation kein Gehör findet, wenn er auf Missstände hinweist, muss den Weg an die Öffentlichkeit suchen. (Christof Kerkmann)

Nicholas Winton

Nicholas Winton hat jüdische Kinder nach England geholt und so vor dem Holocaust gerettet. Quelle: Reuters

Nicholas Winton hat jüdische Kinder nach England geholt und so vor dem Holocaust gerettet.

(Foto: Reuters)

Wie das so ist im 21. Jahrhundert. Da sitzt man abends als Mittdreißigerin neben dem prasselnden Kaminfeuer auf seinem großen, weichen Sofa in seiner Altbauwohnung in der Kölner Südstadt. Eigentlich bin ich gerade dabei, mich über meine kleinen, modernen Alltagsprobleme aufzuregen. Muss ich jetzt wirklich noch die Wäsche aufhängen? Wohin fahren wir im Dezember in den Urlaub? Brauche ich noch ein weiteres Paar Laufschuhe?

Aber dann passiert etwas, das mich verstummen lässt. Es dauert keine drei Sekunden und mir kommen meine trivialen Gedanken töricht vor. Weil plötzlich im Fernsehen ein Beitrag gezeigt wird, der mich zutiefst beeindruckt. „So einem sollte man mal den Friedensnobelpreis geben“, sage ich zu meiner Frau, die katzenstreichelnd neben mir sitzt. „Auf jeden Fall“, sagt sie und wir sind beide so gerührt, dass wir heimlich ein bisschen mit den Tränen ringen. Im Bild: Nicholas Winton, heute 103 Jahre alt. Er rettete hunderte jüdische Kinder in der Nazi-Zeit vor dem Tod. Er ist ein Held, der eigentlich gar keiner sein wollte, weil im Ehrungen unangenehm sind. Jahrzehntelang hat er über das geschwiegen, was kurz vor dem Zweiten Weltkrieg geschah – über sein selbstloses Handeln.


Prag 1939: Der damals Börsenmakler Winston wurde nach dem Einmarsch der Deutschen in die Tschechoslowakei Zeuge von Fluchtversuchen jüdischer Familien. Angesichts der Verzweiflung der Familien und Kinder, denen der sichere Tod in Konzentrationslagern droht, beschließt er zu helfen und organisiert Kindertransporte von Prag durch Hitler-Deutschland bis nach England. Dort mobilisiert der 30-Jährige hunderte britische Gastfamilien und Heime, die die kleinen Flüchtlinge aufnehmen. 669 Kindern rettet Nicholas Winton so das Leben. (Carina Groh-Kontio)

John Onaiyekan

Kardinal John Onaiyekan kämpft für ein friedliches Miteinander der Religionen. Quelle: dpa/picture alliance

Kardinal John Onaiyekan kämpft für ein friedliches Miteinander der Religionen.

(Foto: dpa/picture alliance)

Konflikte zwischen Christen und Moslems prägen unsere Welt – nicht erst seit den Anschlägen vom 11. September 2001 oder den Kriegen in Afghanistan und dem Irak. Doch der Konflikt zwischen den beiden großen Religionen entlädt sich nicht nur in gewalttätigen Auseinandersetzungen, sondern auch im alltäglichen Zusammenleben von Christen und Moslems. Das mündet zeitweise auch in skurrilen Geschehnissen wie zum Beispiel dem Volksentscheid in der Schweiz über das Bauverbot von Minaretten in der Alpenrepublik.

In Afrika werden erbitterte Glaubenskriege geführt, die in unserer Wahrnehmung gar nicht vorkommen. Der zehnte Breitengrad teilt in Afrika Christen und Moslems, an dieser „magischen“ Grenze kommt es immer wieder zu religiösen Auseinandersetzungen. Hunger, Vertreibung und Mord sind die Folge. Wie auch in Nigeria, wo der Norden vorwiegend islamisch geprägt ist, der Süden hingegen christlich.

Hier sind Kardinal John Onaiyekan und Sultan Mohammed Sa’ad Abubaka tätig. Ihr Einsatz für ein friedliches Miteinander der Religionen ist mehr als lobenswert. Sollte ihre gemeinsame Initiative, der „Nigerianische Verband des Handelns für den Glauben“ erfolgreich sein, kann Nigeria ein Beispiel für die ganze Welt werden.

Das Zusammenleben der verschiedenen Religionen ist eine der Grundherausforderungen für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen. Der Islam und das Christentum können hierfür ein historisches Vorbild schaffen – das in Nigeria seinen Anfang nahm. (Sebastian Schaal)

Malala Yousafzai

Die 16-jährige Pakistanerin Malala Yousufzai engagiert sich in ihrer Heimat für die Rechte von Mädchen. Quelle: dpa

Die 16-jährige Pakistanerin Malala Yousufzai engagiert sich in ihrer Heimat für die Rechte von Mädchen.

(Foto: dpa)

In diesem Jahr sollte es für das Komitee nicht viel zu überlegen geben: Niemand hat den Friedensnobelpreis so verdient wie Malala Yousafza aus Pakistan. Für ihren Mut und ihren unbedingten Willen, sich ihren Unterdrückern nicht zu beugen.

Malalas Geschichte ist keine schöne: Das 15-jährige Mädchen fährt im Oktober 2012 mit dem Bus von der Schule nach Hause. Ein Kommando der Taliban hält das Fahrzeug im Swat-Tal an. Einer der Täter zielt auf Malalas Kopf und drückt ab. Das soll ihre Strafe dafür sein, dass sie die Extremisten beständig kritisierte. Für ihre Gewalttaten, für ihre Verbote, für ihre Ignoranz. Und das auch noch öffentlichkeitswirksam auf einer Website der BBC oder in Dokumentationen im Fernsehen.

Malala hat überlebt – und kritisiert die Taliban nun weiter. Schlagkräftiger als jemals zuvor. Weltweit und über alle Kanäle. Sie gilt als Favoritin auf den Friedensnobelpreis – nun soll sie ihn auch bekommen. (Katrin Elger)

Wael Ghonim

Wael Ghonim steht für den Freiheitskampf im Arabischen Frühling. Quelle: dapd

Wael Ghonim steht für den Freiheitskampf im Arabischen Frühling.

(Foto: dapd)

Wael Ghonim wird im Februar 2011 aus einem ägyptischen Gefängnis entlassen – und Hunderttausende Menschen feiern auf dem Tahrir-Platz in Kairo seine Freiheit. Dabei ist Ghonim kein Held, das betont er zumindest selbst immer wieder. Doch auf jeden Fall ist er ein Gesicht des wichtigsten Aufstands- und Friedensprozesses der vergangenen Jahre.

Ghonims Geschichte und die eines Kapitels der arabischen Revolution beginnt mit dem Tod des Bloggers Khaled Said. Der 28-Jährige wird Mitte 2010 von Polizisten in Alexandria aus einem Café gezerrt und auf offener Straße zu Tode geprügelt. Ein Foto seines misshandelten Körpers wurde daraufhin im Internet veröffentlicht.

Für den heute 32-jährigen Computeringenieur Ghonim und viele junge Menschen seiner Generation ist dieses schockierende Dokument ein Weckruf für den Widerstand – gegen das autoritäre Regime, gegen die untragbaren Menschenrechtsverletzungen in Ägypten und auch anderen Ländern.

Die Aktivisten erstellen die Facebook-Seite „We are all Khaled Saeed“, versammeln Hunderttausende hinter ihrer Bewegung und Wael Ghonim wird zu ihrem Gesicht. Diese jungen Menschen organisieren sich in virtuellen sozialen Netzwerken, diskutieren die Probleme ihres Landes und tragen ihren zumeist friedlichen Protest auf den Straßen, in die Realität.

Gemeinsam haben sie reagiert und viele Dinge geändert. Die politische und humanitäre Lage in Ägypten und anderen Ländern im arabischen Raum hat sich nicht schlagartig verbessert und ist noch immer hochproblematisch. Doch Menschen wie Wael Ghonim haben einen Anfang gewagt.

Ghonim selbst ist Anfang 2011 bei Protesten verhaftet und ohne Prozess oder Anhörung in ein Gefängnis gebracht worden. Auf Druck seiner Unterstützer wurde er jedoch nach elf Tagen unversehrt entlassen. (Daniel Klager)

Helmut Kohl

Helmut Kohl ist der Kanzler der deutschen Wiedervereinigung. Quelle: Reuters

Helmut Kohl ist der Kanzler der deutschen Wiedervereinigung.

(Foto: Reuters)

Jahr für Jahr ist er nominiert, der Kanzler der Einheit. Für Menschen wie mich, 1979 geboren, hat Kohl die Kindheit und Jugend geprägt wie kein anderer Politiker. Es war die Zeit, wo Deutschland immer wieder den Kopf schüttelte über Pfälzer Saumagen, den breiten Dialekt und die Körperfülle des Kanzlers. Ein Mann, der neben dem würdevollen, feingliedrigen Richard von Weizsäcker im Amt des Bundespräsidenten einen plumpen Eindruck hinterließ.

Doch Kohl regierte 16 Jahre lang. Die Lieblingszielscheibe der Titanic trotzte bei den Wahlen jeder Kritik. Und kein deutsches Regierungsoberhaupt hat solch einen positiven Effekt auf die Welt gehabt. Erstaunlich ist, dass Helmut Kohl im Ausland vielfach mehr Ansehen genießt als in der Heimat. Dass die Wiedervereinigung in seine Amtszeit fiel, ist kein Zufall. Nein, vielmehr ist es Kohls besonnener, aber auch sturer und breitschultriger Art zu verdanken, dass die Friedensbemühungen aus Ost und West in Deutschland auf fruchtbaren Boden fielen und ohne lautstarke Agitation reiften und letztlich geerntet werden konnten. Da ist es nur konsequent, dass Kohl auch einer der geistigen Väter des Euro ist.

Man muss ihn nicht mögen, den 83-Jährigen, der heute nur noch ein Schatten der eindrucksvollen Gestalt von einst ist. Aber man muss ihn respektieren. Dafür, dass er den Dialog mit Feinden gesucht hat. Dafür, dass er die Idee einer engen, europäischen Gemeinschaft nicht nur hochgehalten, sondern auch praktisch vorangetrieben hat. Und auch dafür, dass er mit der lange Zeit angemessenen, demütigen Rolle der Bundesrepublik brach und der Welt bewiesen hat, dass das moderne Deutschland es als seine Aufgabe sieht, demokratische Verantwortung zu übernehmen.

Es wäre nicht die Würdigung einer großen Persönlichkeit, die Helmut Kohl vielleicht, vielleicht aber auch nicht ist. Es wäre die Würdigung eines großen Politikers mit großen Verdiensten. (Alexander Möthe)

Mario Draghi

Mario Draghi ist der Präsident der Europäischen Zentralbank. Quelle: ap

Mario Draghi ist der Präsident der Europäischen Zentralbank.

(Foto: ap)

Allzu lange muss ich nicht überlegen, wem ich den diesjährigen Friedens-Nobelpreis geben würde: Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Seit fünf Jahren leben wir nun in Europa mit der Finanz- und Euro-Krise. Fünf Jahre haben unsere Politiker an der Bewältigung dieser Krise gearbeitet und leider nicht allzu viel zustande gebracht. Die Euro-Zone stand sogar kurz vor ihrem Ende, im vergangenen Jahr war der Zusammenbruch extrem nahe gekommen.

Erst mit der „Dicken Bertha“ von Mario Draghi haben sich die Finanzmärkte beruhigt und wieder Vertrauen in den Euro und dessen Mitgliedsstaaten gewonnen. Mit seiner Ansage, den Euro „mit allen Mitteln“ zu halten, ist dem EZB-Präsidenten der entscheidende Schritt zur Verteidigung der Euro-Zone gelungen. Wer weiß, wenn Draghi diesen Schritt nicht gegangen wäre: Dann würden wir heute vielleicht schon wieder mit der D-Mark bezahlen.

Die EU und der Euro sind die zentralen Bestandteile der europäischen Friedensordnung. Zwei gewaltige Kriege haben unserem Kontinent im vergangenen Jahrhundert unbeschreibliches Leid zugefügt. Ein wesentlicher Auslöser war dafür übersteigertes nationales Denken, das besonders in Deutschland zur Perversion getrieben worden ist.

Die Antwort darauf kann nur lauten, die europäische Integration weiter voranzutreiben. Dabei spielt der Euro eine ganz entscheidende Rolle. Mario Draghi hat dafür gesorgt, dass die Gemeinschaftswährung wieder eine Zukunft hat. Danke, Mr. President! (Stefan Menzel)

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34 Kommentare zu "Friedensnobelpreis – unsere Favoriten: Es kann nur einen geben"

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  • Hallo! Die OPCW ist keine UNO - Organisation. Das sollte in der Liste der Friendsnobelpreistraeger berichtigt werden.

    Schoenen Gruss!

  • Och, da finden sich noch mehr Kandidaten: Pol Pot, Idi Amin, Che Guevara, Mohammed, aber auch die jüngere USA-Geschichte liefert mit Ted Bundy oder Charles Manson geeignete Kandidaten.
    Organisationen wie die Roten Khmer, der Vietcong, die HIsbollah, die Taliban oder die IRA bieten sich ebenfalls an, auf deutscher Seite wäre noch die RAF zu nennen, das gäbe ein Freudenfest bei den Grünen und Linken.

    Und da die EU ausgezeichnet wurde, sollten die untergegangene DDR und die UdSSR nicht vergessen werden, denn die haben schließlich auch für Frieden in Europa gesorgt...

  • Der Preis ist auf den Hund gekommen, seit Obama ihn für Lau erhielt - ich jedenfalls würde den Preis unter diesen Umständen nicht annehmen!

  • Wenn ich mir die Geschichte des Friedensnobelpreises ansehe, dann muß ich sagen, Hannibal Lector ist jetzt endlich mal dran!

  • Es gibt auch Finanz - Terroristen. Dazu passt das Brecht/Weiland Lied,: und der Haifisch, der hat Zähne.

  • Draghi passt schon, vor allem als Vorschlag von Herrn Menzel. Ohne Herrn Draghi hätten wir nach seiner These nicht nur wieder die DM, sondern befänden uns auch mit hoher Wahrscheinlichkeit im dritten Weltkrieg.

    Der Euro als "Friedensprojekt", niemand hat dieses schräge
    Dogma so verinnerlicht wie Herr Menzel, dem man zu seinem "Scharfsinn" gratuliere darf.

    Herr Menzel hat allerdings erfolgreich verdrängt, dass die EU und deren Vorlaüfer EWG und EG Jahrzehnte ohne das mißratene Währungskonstrukt sehr friedlich und erfolgreich existiert haben.

  • Nein, meine Favoriten wären Goldmann & Sachs oder die Al Quida. Kommt auf selbe raus, Ernsthaft.

  • Draghi???
    Herr Menzel, Sie laufen ganz offensichtlich mit Scheuklappen durch die Gegend und lesen nicht mal die Zeitung, für die sie schreiben.
    Ihre Begründung (Frieden wegen ger. Euro durch Draghi und Europ. Integration) ist an Realitätsverlust kaum zu überbieten.
    Wieviele gegen den Willen der Völker zusammengefaßte Großreiche haben noch mal überlebt und sind heute noch zu bewundern? Die UDSSR und Jugoslawien gibt es seit 20 Jahren nicht mehr, in Jugoslawien sind während des Auflösungsprozesses tausende Menschen gestorben. Selbst die eher verwandten Tschechen und Slowaken haben sich getrennt. Historisch gibt es zig Beispiele, aber mir fällt gerade auch noch aus jüngerer Vergangenheit die ägyptisch-syrische Union ein.
    Während überall auf der Welt größere Staaten zerbrechen, weil ethische Konflikte das Zusammenleben unmöglich machen (jüngst der Sudan, demnächst Nigeria, auch Ägypten könnte sich in einen koptischen und einen islamischen Teil spalten), wollen Sie ein Großeuropa?
    In völliger Verkennung der Tatsachen, daß es selbst in Europa demnächst "neue" (eigentlich ja alte) Staaten geben könnte (Schottland, Kastilien, Tirol; auch die Trennung Belgiens in Flandern und Wallonien ist nicht abwegig)!
    Es gab da schon verschiedene Menschen, die von einem Großeuropa träumten, fast alle Bemühungen endeten in Krieg und Austerität. Sollen die auch jetzt posthum den FNP bekommen?

    Jetzt bekommen Sie noch einen Satz von mir:
    "Das Einzige, was wir wirklich aus der Geschichte lernen können, ist, daß absolut nichts aus der Geschichte gelernt wird."
    Copyright by me, aber Sie dürfen den ruhig weiterverbreiten. Aber bitte vorher drüber nachdenken...

  • Draghi.
    Friedensnobelpreis.

    Erinnert mich sofort wieder an das Neusprech und die Benennung der Ministerien in Orwells Jahrhundertwerk.


  • HB eröffnet die Kölner Karnevalsaison, "Draghi kütt in die Bütt".

    Zumindest verlieren wir nicht unseren Resthumor. Ein gutes Zeichen.

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