Friedensprozess Afghanischer Präsident bietet Taliban politische Anerkennung an

Die Taliban verüben in Afghanistan regelmäßig Anschläge. Präsident Ghani möchte dennoch auf die radikal-islamische Gruppierung zugehen.
Update: 28.02.2018 - 09:58 Uhr Kommentieren
Bislang hatte Ghani die Taliban stets als Terroristen und Rebellen bezeichnet Quelle: dpa
Mohammad Aschraf Ghani

Bislang hatte Ghani die Taliban stets als Terroristen und Rebellen bezeichnet

(Foto: dpa)

KabulDer afghanische Präsident Aschraf Ghani sucht den Dialog mit den Taliban. Er rief sie am Mittwoch auf einer Friedenskonferenz in Kabul auf, sich an Gesprächen zu beteiligen. Es gehe darum, das Land zu retten, sagte er. „Wir werden die Sicht der Taliban in den Friedensgesprächen berücksichtigen“, versprach Ghani. Es müsse ein Waffenstillstand vereinbart werden. Außerdem sollten die Taliban zu einer politischen Gruppe erklärt werden. Ghani rief zudem zu Gesprächen mit Pakistan auf.

An der zweiten Friedenskonferenz des sogenannten Kabul-Prozesses nehmen mehr als 20 Länder und internationale Organisationen teil. Der erste Kongress fand im Juni vergangenen Jahres statt.

Ghani sagte, die Regierung werde Taliban-Mitgliedern, die sich am Friedensprozess beteiligen, und deren Familien Pässe ausstellen. Außerdem sollten für sie in Kabul Büros eröffnet werden. Es werde eine Liste mit gefangenen Taliban erstellt, die freigelassen werden sollten. Außerdem arbeite die Regierung daran, Sanktionen gegen Taliban-Führer zu beenden.

Die Taliban werden für den größten Teil der Gewalt in Afghanistan verantwortlich gemacht. Diese hat nach dem Abzug der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe Ende 2014 zugenommen, was die Schwäche der afghanischen Sicherheitskräfte zeigt. Erst am Wochenende hatten sie einen Kontrollpunkt in der Provinz Farah überfallen und mindestens 18 Soldaten getötet. Bei einem Anschlag Ende Januar in Kabul wurden mehr als 100 Menschen tödlich getroffen.

Die Taliban fordern direkte Gespräche mit den USA. Die Vereinigten Staaten müssten anerkennen, dass sich der Konflikt nicht militärisch lösen lasse, erklärten sie am Montag. Washington solle die „legitimen Forderungen des afghanischen Volkes“ akzeptieren und mit dem „Islamischen Emirat“ verhandeln. So hatten die Taliban Afghanistan genannt, bevor sie 2001 von den USA und ihren Verbündeten gestürzt wurden.

Die US-Vizeaußenministerin für Süd- und Zentralasien, Alice Wells, sagte, die USA hielten die Tür für einen Dialog mit den Taliban offen.

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