Frist läuft ab Verweigert Griechenland dem IWF eine Rückzahlung?

Die Verhandlungen über das griechisches Reformpaket kommen nur schleppend voran. Frisches Hilfsgeld bleibt blockiert. nächste Woche muss die Regierung in Athen eine neue Hürde überwinden – rund 450 Millionen an den IWF.
Update: 01.04.2015 - 20:34 Uhr 13 Kommentare
Die Gläubiger-Institutionen ringen derzeit mit der griechischen Regierung um detaillierte und verbindliche Reformzusagen. Quelle: Reuters
Ministerpräsident Alexis Tsipras

Die Gläubiger-Institutionen ringen derzeit mit der griechischen Regierung um detaillierte und verbindliche Reformzusagen.

(Foto: Reuters)

BerlinDen Europartnern fehlt Gewissheit, ob das pleitebedrohte Griechenland in der kommenden Woche eine Rückzahlung von rund 450 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) stemmen kann. Die Staatssekretäre der Finanzministerien der 19 Euroländer schnitten zwar am Mittwoch bei ihrer Telefonkonferenz die Liquiditätslage an, gingen dabei aber nicht ins Detail, hieß es in Brüssel.

Athen muss am Donnerstag kommender Woche (9. April) an den Weltwährungsfonds zahlen. Da Experten-Verhandlungen zwischen Vertretern der Geldgeber und Athens über ein Reformpaket nur schleppend vorankommen, kann derzeit kein frisches Hilfsgeld fließen.

Die griechische Regierung verbreitete am Mittwoch Zuversicht. „Das Geld ist da. Wir werden rechtzeitig zahlen“, sagte ein Mitarbeiter des stellvertretenden Finanzministers Dimitris Mardas. Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis sagte griechischen Medien: „Auf gar keinen Fall wird Griechenland seine Verpflichtungen gegenüber dem IWF am 9. April nicht erfüllen.“

Eine Woche vor dem Kreml-Besuch von Premier Alexis Tsipras warnte Brüssel die griechische Regierung vor übergroßer Moskau-Nähe. „Es ist klar, dass Russland keine Alternative für Griechenland ist“, sagte EU-Währungskommissar Pierre Moscovici der portugiesischen Zeitung „Diário de Notícias“ (Mittwoch). Griechenlands Platz sei in der Eurozone mit 18 weiteren EU-Staaten, betonte der französische Kommissar.

Tsipras will am 8. April in die russische Hauptstadt reisen. Russland hatte der neuen griechischen Regierung bereits Hilfe zugesagt. Es gebe immer noch keine umfassende Reformliste aus Athen, wurde in EU-Kreisen bemängelt. Diskutiert würden einzelne Reformmaßnahmen, ohne dass es bisher ein Paket gebe. Fachleute der Geldgeber arbeiten dem Vernehmen nach unter Hochdruck in Athen.

Die Regierung in Athen zeigte sich auch in diesem Punkt zuversichtlich. „Ich halte es für sicher, dass wir kommende Woche abschließen werden“, sagte Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis im Fernsehen. In Brüssel zeichnet sich nach ergänzenden Angaben aber nicht ab, dass die Euro-Finanzminister in der kommenden Woche zu einer entscheidenden Extra-Sitzung zusammenkommen könnten, um neue Milliarden freizugeben.

In dem verlängerten Hilfsprogramm stehen aus verschiedenen Quellen noch insgesamt 7,2 Milliarden Euro bereit. Debattiert werden Teilzahlungen. Voraussetzung dafür ist jedoch grünes Licht der Geldgeber-Kontrolleure von EU-Kommission, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) für das Reformpaket. Zu den Reformen gehören der verstärkte Kampf gegen die Steuerhinterziehung und Privatisierungen von Häfen oder Flughäfen.

  • rtr
  • dpa
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13 Kommentare zu "Frist läuft ab: Verweigert Griechenland dem IWF eine Rückzahlung?"

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  • Wer vor mehreren Jahren eine derartige Entwicklung vorausgesagt hätte, wäre verhöhnt worden, ob seiner kleinherzigen Skepsis gegenüber Staaten wie Griechenland. Nun hat die Realität jedes vorstellbare Schmierentheater übertroffen. Lasst doch endlich die Griechen in ihr selbst gewähltes Chaos ziehen. Selbst wenn sich die Hellenen Rußland als " Griechische ASSR " andienen sollten, wäre das weder für die Euro Zone noch für Europa insgesamt ein Verlust.

  • Mutti legt ein gutes Wort beim IWF ein - und zahlt hinten rum die Rate. Bestimmt!

  • GR ist komplett außer Kontrolle. Jeder Minister labert irgend etwas, was dann wieder korrigiert wird. Fahrt zur Hölle ihr faulen Gesellen.

  • Das einzige, was die Griechen noch können ist tricksen, versprechen, zusagen, nicht halten, Ideen gebären, damit auflaufen, nichts gebacken bekommen und grinsen.
    Hoffentlich kommt bald der Anfang, wo wir dies alles nicht mehr ertragen brauchen. Unsere Blindgänger in Bundesregierung und insbesondere im Bundestag sind danach, auch hoffentlich, als nächste dran. Absolut verschwendete Energie das ganze Gehampel um EU, Euro, europäisches Haus und Griechenland sowieso.
    Der Aufwand und die Kosten dafür sind sinnvoller unters Volk zu bringen.

  • Wenn ihr uns kein frisches Geld gebt, zahlen wir nicht!
    ----------------
    Die Griechen haben die Zinsen immer nur mit neuen Krediten bezahlt. Diese werden nie zurückgezahlt, es sind Geldgeschenke vom europäischen Steuerzahler.

    Wir zahlen nicht!, das ist die klare Ansage der Griechen.
    Sie haben sich mit Hilfe von Goldman Sachs in den Euro gemogelt. Unterstützt wurden sie von rot-grün.

    Sie bekamen 240 Milliarden nicht rückzahlbare "Hilfskredite", dazu noch einen Schuldenschnitt von 105 Milliarden. Aber das reicht ihnen nicht. Sie wollen mehr!

  • Das Wahlversprechen "Schuldenschnitt und ein Ende der Sparprogramme, der Troika" kann Herr Tsipras nur mit dem Staatsbankrott einlösen es sei denn, dass in der EURO-Zone der Länderfinanzausgleich eingeführt wird, weitere Zahlungen an Griechenland somit Transfers sind und die Schulden zu nicht geleisteten Transferzahlungen erklärt werden, mit der Folge des Abschreibens.
    Worum geht es also ? Soll die Fehlkonstruktion des EURO nur behoben werden hinsichtlich des (unbezahlbaren) Länderfinanzausgleichs ohne Einführung einer gemeinsamen Finanz- und Wirtschaftspolitik, ohne auf den Haushalt eines EURO-Landes einwirken zu können (Reformen und Sparprogramme), so dass nur noch die Defizite auszugleichen sind ??
    Andere Kandidaten für Transfers dürften da mit Interesse auf eine klare Aussage der EURO-Entscheider warten !!

  • Ich denke, sie haben sich Ihre Frage durch Ihre Fragestellung schon selbst beantwortet.

    am letzten Osterfeiertag wird Geld fliessen ich wette darauf mit A1ZL72 mit dem Kauf von griechischen Staatsanleihen heute, Kurs ca.66% von Nom. Rendite nach Ostern
    ca. 30%.

    Schönes Fest noch.....

  • Mal eine blöde Frage: arbeitet unsere Regierung eigentlich auch noch für uns? Oder nur noch für Griechenland, Ukraine und sonst wen....
    Haben wir denn keine eigenen Probleme, die endlich auch mal gelöst werden sollten???

  • Interessant, dass der eigentlich zuständige Minister Varoufakis nicht (mehr?) mit einer Silbe erwähnt wird.

  • Also ich muß auch sagen, so langsam wird es spaßig.Mal sehen, wann unserer DD-Frau alles um die Ohren fliegt

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