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Fünf Frauen für den Frieden „Werft Bücher statt Bomben!“

Fünf Friedensnobelpreisträgerinnen auf einen Streich: Die Aktivistinnen aus Guatemala, USA, Irland, dem Iran und Jemen kämpfen für eine friedlichere Welt und die Rechte von Frauen. Ivanka Trump ist für sie kein Vorbild.
20.05.2017 - 13:21 Uhr
Die Friedensnobelpreisträgerinnen Jody Williams (USA), Shirin Ebadi (Iran), Rigoberta Menchú Tum (Guatemala), Mairead Macaire (Irland) und Tawakkol Karman (Jemen) (v. li.) diskutierten auf Einladung des Initiativkreises Mönchengladbach über Menschenrechte und die Rolle der Frau. Quelle: Initiativkreis Mönchengladbach
Friedenskämpferinnen

Die Friedensnobelpreisträgerinnen Jody Williams (USA), Shirin Ebadi (Iran), Rigoberta Menchú Tum (Guatemala), Mairead Macaire (Irland) und Tawakkol Karman (Jemen) (v. li.) diskutierten auf Einladung des Initiativkreises Mönchengladbach über Menschenrechte und die Rolle der Frau.

(Foto: Initiativkreis Mönchengladbach)

Mönchengladbach Kriege werden von Männern geführt. Aber wäre unsere Welt eine friedlichere, wenn Frauen regieren würde? Jody Williams, die für ihren Kampf gegen Landminen 1997 den Friedensnobelpreis bekam, hat dazu eine ganz klare Meinung: „Die Welt wäre nicht friedlicher, wenn es Frauen sind, die die männlichen Machtmuster akzeptieren – so wie Hillary Clinton, Indira Gandhi oder Maggie Thatcher.“ Frauen würden auch heute nur in die Zirkel der Macht eingelassen, wenn sie männliches Machtgebaren beherrschten, betonte die amerikanische Friedensaktivistin gegenüber dem Handelsblatt.

Der Friedensnobelpreis wurde bis heute 130 Mal vergeben. Bertha von Suttner war die erste Frau, die einen erhielt. Das war 1905. Die österreichische Publizistin hatte sich unter anderem mit ihrem Roman „Die Waffen nieder!“ für den Pazifismus stark gemacht. Tatsache ist: 88 der Friedensnobelpreise gingen an Männer, 26 an Organisationen – und nur 16 Preise an Frauen. Fünf von ihnen trafen sich diese Woche in Mönchengladbach auf Einladung des dortigen Initiativkreises, ein Zusammenschluss von 30 Unternehmern der Stadt.

Mit rund 50 jungen Friedensaktivistinnen der Nobel Women's Initiative erarbeiteten die Laureatinnen Strategien und Taktiken gegen Krieg, Gewalt und gesellschaftliche Spaltung. Doch wie können sich Frauen im Kampf für den Frieden mehr Gehör verschaffen?

Das sind die Nobelpreisträger 2016
Literaturnobelpreis: Bob Dylan
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Rund 20 Jahre lang wurde Bob Dylan mit schöner Regelmäßigkeit für den Nobelpreis vorgeschlagen, doch stets ging er am Ende leer aus. Zu gewagt erschien es der Jury, einem Musiker – und sei es auch der berühmteste Songschreiber überhaupt – die höchste Literaturauszeichnung der Welt zuzuerkennen. Wenige Monate nach Dylans 75. Geburtstag hat sie sich getraut, nun hat er wirklich alles erreicht. Für die Verleihung des Preises hat Dylan allerdings abgesagt. Wann und wie der US-Rockpoet seinen Nobelpreis erhält, ist unklar.

(Foto: dpa)
Bob Dylan
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Der in Duluth im US-Bundesstaat Minnesota als Robert Allen Zimmerman geborene Musiker  benannte sich vermutlich nach einem literarischen Idol um, dem walisischen Dichter Dylan Thomas. Sein musikalischer Erfolg stellte sich mit dem Song „Blowin' In The Wind“ (1963) ein. Später mutierte er zum Rockmusiker mit elektrischer Gitarre, komponierte und textete Mitte, Ende der 60er Jahre Album- und Songklassiker in Serie. Seine mit Metaphern, Symbolen und Anspielungen durchsetzten Texte sind bis heute von beispielloser Qualität.

(Foto: Reuters)
Nobelpreis für Wirtschaft
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Oliver Hart und Bengt Holmström für ihre Beiträge zur Kontrakttheorie.

(Foto: AFP)
Bengt Holmström
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Bengt Robert Holmström ist Wirtschaftsprofessor an der renommierten US-Eliteuniversität MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Cambridge bei Boston. Der 67-jährige Finne war schon als hochdekorierter Vertreter seines Berufsstandes bekannt, bevor er für seine Arbeit zur Vertragstheorie den Wirtschaftsnobelpreis 2016 gewann. Holmströms Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, er hält mehrere Ehrendoktor-Titel, unter anderem von der Stockholm School of Economics.

(Foto: AFP)
Bengt Holmström
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Als Dozent und Professor prägte der am 18. April 1949 geborene Holmström gleich mehrere Top-Adressen der US-Wirtschaftslehre. 1978 machte der auf Mikro-Theorie spezialisierte Ökonom seinen Doktor der Wirtschaftswissenschaften an der Stanford Universität in Kalifornien. Von 1979 bis 1982 lehrte er an der Kellogg Grad School of Management, von 1983 bis 1994 an der Elite-Universität Yale. Von 1999 bis 2012 war er Aufsichtsrat des finnischen Telekom-Konzerns Nokia. Mit seiner Frau Anneli hat er ein Kind: Sohn Sam wurde 1974 geboren.

(Foto: AFP)
Oliver Hart
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Oliver Hart ist seit 1993 Wirtschaftsprofessor an der Harvard-Universität in Cambridge bei Boston, die als eine der besten Adressen weltweit gilt. Der 68-jährige US-Ökonom mit britischen Wurzeln ist Experte für Unternehmenslehre mit Schwerpunkten wie Vertragstheorie, Rechtsfragen und Privatisierung. Außerdem soll er ein passionierter Tischtennis-Spieler sein.

(Foto: AFP)
Oliver Hart
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Hart studierte Mathematik und Ökonomie in England (Cambridge und Warwick), bevor er 1972 an der US-Eliteuni Princeton seinen Doktor machte. Nachdem er für einige Jahre als Professor an der London School of Economics lehrte, kehrte der Wirtschaftsforscher 1984 in die USA zurück, wo er zunächst am renommierten MIT unterrichtete. Hart, der 1995 selbst ein Lehrwerk zur Vertragstheorie veröffentlichte, ist mit einer US-Schriftstellerin verheiratet und hat zwei Söhne.

(Foto: AP)

„Frauen bringen ein neues Bewusstsein in die Welt“, ist Mairead Maguire überzeugt. Sie initiierte die einflussreichste Friedensbewegung in Nordirland und bekam dafür 1976 den Nobelpreis. Viele Studien belegten, so Maguire, dass Frauen anders an Dinge herangingen als Männer. „Sie sind weniger konfrontativ, dialogbereiter und können zuhören.“ Bei Konflikten sähen Frauen auch den menschlichen Faktor. Männer dagegen zögen meist Krieg als einzige Lösung in Betracht, so die Erfahrung der Aktivistin.

Das große Manko der Frauen: Anders als Männern fehlten ihnen die Netzwerke, um sich Einfluss und Gehör zu verschaffen, so Maguire. Ist denn Präsidententochter und Unternehmerin Ivanka Trump ein Rollenvorbild für die moderne Frau? Jody Williams rümpft abfällig die Nase. „Ivanka? Ich hätte lautstark in die Buhrufe in Berlin mit eingestimmt. Da sagte sie doch wirklich, ihr Vater Donald Trump sei ein Förderer von Frauen.“

„Donald Trump mag Frauen nicht“, konstatiert Williams trocken, die schon mit Präsident Bill Clinton hart ins Gericht ging, „es sei denn, sie sehen gut aus“: Seitdem Trump an der Macht sei, schwinge in den USA – aber auch anderswo - das Pendel in Sachen Gleichberechtigung von Frauen wieder zurück, beobachtet sie. Die Wahl von Trump sei aber nur das Resultat von vielen Jahren, in denen Amerikaner in den Schulen verdummten, meint Williams. Was etwa Gewaltenteilung bedeute, werde den Kindern nicht mehr beigebracht. Auch die US-Nachrichten berichteten fast nur noch über Promis. Was sonst in der Welt Wichtiges passiere, davon erfahre man in vielen Nachrichten-Sender kaum noch, kritisiert Williams.

„Jeder Diktator hat eine Mutter, die ihn so erzogen hat“
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