G20-Gipfel Kampf dem Währungskrieg

Der G20-Gipfel in Moskau spricht sich vehement gegen Wechselkursziele aus. Priorität vor Schuldenabbau wird der Wachstumsförderung eingeräumt. Kanzlerin Merkel nimmt die globale Finanzmarktregulierung ins Visier.
Update: 16.02.2013 - 16:04 Uhr 25 Kommentare
Das Teilnehmerfeld des G20-Gipfels in Moskau. Quelle: Reuters

Das Teilnehmerfeld des G20-Gipfels in Moskau.

(Foto: Reuters)

Moskau/BerlinMit einer unerwartet klaren Absage an Wechselkursziele versucht die Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) die Debatte über einen Währungskrieg zu beenden. Darüber hinaus signalisierten die G20-Finanzminister und Notenbank-Chefs am Samstag bei ihrem Treffen in Moskau, dass sie kurzfristig der Wachstumsförderung Vorrang geben wollen vor Maßnahmen zum Abbau der Staatsdefizite. Deutschland hatte zuvor auf konkretere Festlegungen zur Etatsanierung bedrängt. Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte an, ihre Regierung werde im G20-Rahmen auf eine noch härtere Finanzmarktregulierung drängen.

Wie aus dem Abschlusskommunique zu dem G20-Treffen hervorgeht, in das die Nachrichtenagentur Reuters vorab Einblick nehmen konnte, wurde Japan darin nicht an den Pranger gestellt. Die Regierung in Tokio hatte mit einer massiv expansiven Geld- und Finanzpolitik den Yen auf Talfahrt geschickt und damit die jüngste Wechselkursdebatte maßgeblich ausgelöst.

Nach langwierigen und harten Debatten entschieden sich die G20-Minister und -Notenbankchefs am Ende beim Thema Wechselkurse für eine Wortwahl, die der Erklärung der sieben traditionellen Industrieländer (G7) vom Dienstag näher kam als es sich zunächst abgezeichnet hatte. Insbesondere hieß es nun, die G20 werde „ihre Wechselkurse nicht an Wettbewerbs-Gesichtspunkten ausrichten“, also gewisse Zielwerte für die Wechselkurse verfolgen. Zudem versichert die Staatengruppe - der auch Schwellenländer wie China angehören - dass sie in keinen Abwertungswettlauf eintreten würden. Die Geldpolitik solle sich an der Preisstabilität der jeweiligen Währungsräume ausrichten, aber auch der wirtschaftlichen Erholung dienen. Die G20 wollen sich zudem schneller in Richtung marktbestimmter, flexibler Wechselkurse bewegen.

„Wir waren uns alle einig, dass wir nicht in einen Währungskrieg geraten wollen“, sagte Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici. Sein britischer Kollege George Osborne erklärte: „Die G7 hat ein sehr klares Statement in dieser Woche abgegeben.“ Auch im G20-Text werde nun deutlich gemacht, dass Währungen kein Mittel für einen Abwertungswettlauf sein sollten. „Länder sollten nicht den Fehler der Vergangenheit machen und Währungen als Instrument der wirtschaftlichen Kriegsführung einsetzen“, sagte er.

Rehn mahnt Schuldenbremsen an
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

25 Kommentare zu "G20-Gipfel: Kampf dem Währungskrieg"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • G-20 Outcome und demokratische BDI-Arithmetik

    Es klingt als sei aus den Synapsen der Teilnehmer an der G-20 Konferenz in Moskau tatsächlich “ein Ros entsprungen”.

    Wie immer bei solch supranationalen Events war auch diesmal an hehren Absichtserklärungen kein Mangel zu vermelden.

    Einer Ankündigung unseres geschätzten Bundesfinanzministers und seiner Kollegen aus Paris und London zufolge, sollen internationale Standards zur Besteuerung multinationaler Unternehmen geändert werden.
    OECD-Generalsekretär Angel Gurria soll bis zum G20-Treffen im Sommer einen Aktionsplan vorlegen.

    Eine solche Maßnahme, welche Multis wie Apple, Google, Starbucks, Amazon, etc. von dem Privileg befreien sollen, weniger Steuern als ein Mittelständler zu zahlen, ist längst überfällig.

    Als weiteres Outcome, das man vielleicht der Kategorie “Ökonomische Phantasien” zuordnen sollte, wurde darüber fabuliert, wie notwendiges Wirtschaftswachstum zu generieren sei.

    Last but not least ist die klare Absage der Finanzminister und Notenbank-Chef’s zu vermelden, schwelende Debatten zu einen möglichen Abwertungswettlauf der Weltwährungen beenden zu wollen.

    Beim Vorbeten dieses Glaubensbekenntnisses in der Pressekonferenz waren zumindest in der Mimik der Granden keine Lachfältchen zu erkennen
    … welch ein Trost!

    Übrigens:
    Zur angedachten Revision der Besteuerungs-Grundlagen für Multi’s gab es interessanterweise keine öffentlichen Verlautbarungen, wie die paradiesischen Zustände hinsichtlich der Körperschaftssteuer deutscher Konzerne eingeschränkt werden könnten.

    [...]

    http://oconomicus.wordpress.com/2013/02/18/g-20-outcome-und-demokratische-bdi-arithmetik/

  • "ANARCHISTISCHES-GELDSTAATEN-ZEITALTER"

    Irgendeinen Namen wird man der jetzigen Epoche in Hundert Jahren ja geben müssen. Beim Lesen der Kommentare kommt einem in den Sinn, daß jegliches Einfordern von Vernunft nur konträr mit Entkoppelung derselben beantwortet wird.
    Aber das dadurch im selben Zeitraum in China das "Neo-demokratische-Weltsystem" seinen Siegeszug starten wird, daß glaubt ein Zhu Guangyao wohl selber nicht.
    Und das in Oligarchistan der Kauf von Gold sein Land vor Umwälzungen schützen könne glaubt ein Putin, wenn er, wie wir alle, als Mensch gestorben ist und physisch schweigend als Prophet durch Worte seiner lebenden Jünger weiterlebt.
    In der Gegenwart sieht es eher so aus, als ob man wie gottgewollt parlamentarische Hoheitsrechte in Europa mit Füßen tritt. Nicht minder als in Vorderasien und Nordafrika.
    Und die Verlogenheit der EU-Kommissionen ist ja offensichtlich: Ja, die Finanztransaktionssteuer führt zur Wirtschaftsflucht, aber die drei Dutzend Milliarden Euro verwende man vorbei an Parlamenten dann in Bruxelles.
    Und alles in der Welt, was denken kann, sucht nach Lösungen aus dem Dilemma der kontinentalen Wirtschafs-Umverteilung.
    NICHTS DA: WER NICHT GEWILLT IST, AUSREICHEND FÜR DEN WOHLSTAND AUCH DER BREITEN MASSE ZU SORGEN, EGAL WO, ERZEUGT IN SEINER BEVÖLKERUNG DAS NÖTIGE MIßTRAUEN ,DAS GEFÜHL EINER UNTERGEHENDEN GESELLSCHAFTSFORM.
    Klar haben wir derzeit einen Staaten-Wettlauf der Währungs-Entwerter, was denn sonst?
    Nennen sie es Krieg der Auseinandersetzung, meinetwegen auch
    WÄHRUNGS-DISPUT.
    Faktisch kommt es auf dasselbe hinaus.
    Als Zwischenstation auf dem Weg ins Währungs-Desaster böte sich allerdings in Analogie des Euro auch andernorts Währungsbünde an. Z.B. eine gemeinsame Währung von Kanada, USA und Mexiko. Oder auch im besagten nordafrikanischen Staatenbünden. Oder, ... oder, ...
    Und dann stelle man sich vor, all´ die vielen Fehler der Euro-Währung von Anbeginn an ausschließen zu wollen, dann wäre man im
    PARADIES.

  • zunächst der Proof of Life ...

    http://central.banktunnel.eu/20130216-ca-1600-ecbint-pROOF-OF-LIFE.jpg

    ... aus der gelichgeschalteten Dikatur *

    Zunächst hat man Ihenn Viren gesendet und Spam damit Sie auf ihren Systemen eien Zensurinfrastruktur aufbauen. Und diese Zensurinfrastruktur nutzen die jetzt damit dei Öffentlichkeit nichts mehr von Mißständen im Lande (oder in Unternehmen) erfährt. Kritische Journalisten werden von GEZ-/Gewerkschaftsjubelpersern niedergemacht.

    Bei mir gehen jedenfalls die Links (erbindungen) immer ganz seltsam runter wenn ich verusche was zu posten undzumde habe ich 200 GB allein auf meine Frabnkfurter Namerserv an DDOS-Traffic aius eienr Atatcke auf den DNS. Starto macht das nicht mehr mit. Sie geben an die EINEGHENDEN Verbindungen wären ausgehender SPAM aber denen
    traue ich zu daß die das besser wissen müssten genau wie übrigens zu dieser Sache der Chaos Computer Club. Haben Sie den Bericht wegen dem Occupy Fotografen gesehen? Staatsanwaltschaft Frankfurt a.M. in mehreren Redaktionen - auch in Berlin! Das ist jetzt die neuset Masche im Überwachungsstaat und das steckt auch hier dahinter.

    http://central.banktunnel.eu/20130214-starto-klage.jpg

    Das BESCHLAGNAHEM VON BEWEISMITTELN WEGEN PIOLIZEIKORRUPTION!

    http://central.banktunnel.eu/-march31.jpg

    Strafanzeige mit Klarnamen damit die Kollegen von der Presse das nachrecherchieren können.

    http://central.banktunnel.eu/20130214-anzeige-235.jpg
    http://central.banktunnel.eu/20120415/

    ~~~


    *( nicht nur zu Zeiten des RAF-terrorismus wurde Notsatndsgestzgebung missbraucht, nein, die nutzte auch Adolf um vollkommen legal eseien "Machtergereifung durchzuführen

  • zunächst der Proof of Life ...

    http://central.banktunnel.eu/20130216-ca-1600-ecbint-pROOF-OF-LIFE.jpg

  • immer neue steuern, wo bleibt die kompensation ?

  • Ich sehe das etwas anders. Was in der bevorstehenden Chaos-Phase geschieht, weiss natürlich kein Mensch. Gibt es Krieg, Bürgerkrieg, oder nur ein paar Unruhen, die mit Polizei- und Militärgewalt niedergemetzelt werden können. Dann lassen sich anschliessend die mündigen Bürger, wie so oft in der Geschichte (1923, 1948, 1957 und 1989) anschliessend resigniert zur Schlachtbank führen.

    Mit den Assets (Immobilien, Land, Firmen, Patente) ist das so eine Sache. Selbst die Hochfinanz der vergangenen Tage konnte oftmals seine Schäfchen nicht ins Trockene bringen. Das hängt einfach von den Unwägbarkeiten der Umbruchsituation und dem Zufall ab. Der Häuslebesitzer in Köln hatte wenigsens noch sein Grundstück. Der ostelbische Juncker verlor hingegen alles. Viele haben die Umbruchphasen gar nicht überlebt. Einige waren Gewinner, wie Adolf Dassler (Adidas) und sein Bruder (Puma) oder die Familie Quandt (BMW). Deswegen fürchtet auch die Hochfinanz einen Systemzusammenbruch.

    Die Revolutionen in Nordafrika geben eine Vorgeschmack. Die Menschen dort sind die ersten zählbaren Opfer der Inflationspolitik von Bernanke. Die Rohstoffpreise steigen ja wegen der erhöhten Geldmenge und nicht wegen der Spekulation. In Ende 2010 hatten sich die Preise für Weizen, Kakao, Zucker etc. um 100-200% erhöht. Ein Europäer gibt maximal 10% seines Einkommens für Nahrungsmittel aus. Er muss jetzt maximal 20% ausgeben. Das ist ärgerlich aber nicht bedrohlich. Ein Urlaub weniger und weniger mit dem SUV rumfahren. Ein Libyer, Syrer, Tunesier und Ägypter gab vor 2008 aber schon rund 50% seines Gehalts für Nahrungsmittel aus. Nach 2010 wusste er also nicht mehr wovon er das Essen seiner Familien zahlen sollte. Deshalb gab's Revolution. 2013 haben die Leute dort zwar immer noch nicht mehr zu futtern, aber sie wissen jetzt wenigstens, dass sich ihre Problem nicht durch die Wahl der Staatsform lösen lassen. Der WESTEN wollte aber nur Zugriff auf das Erdöl.

  • "Angela Merkel kündigte an", wer ist Angela Merkel?

  • Zu 1)
    Was Sie hier hervorragend beschreiben, liefert dieser Chart höchst ANSCHAULICH:
    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=256038
    Beim Zimbabwe-Dollar war der Fallschirm bereits 2009 gerissen (99,99999999999999999999999% (1:10^25) Kaufkraftverlust gegenüber Echtgeld seit 1999 wie es hier so schön formuliert wird)
    zu 2) Das macht mir die meistem Kopfzerbrechen: ein durch nichts gedecktes Schuldgeldsystem hat doch überhaupt keinen Gegenpart mehr und kann doch gar nicht crashen. Gegen was? Mit gedruckten Papiergoldscheinchen (Shorts) kann man den "Preis" gegenüber Papiergeld nahezu beliebig festlegen. Crashen kann ein ungedecktes Fiat-Money-Schuldgeldsystem nur, wenn die Masse der Menschen das Vertrauen in dieses System verliert. Davon ist leider weit und breit nichts in Sicht - und ich fürchte, dieses makabre Spiel wird so lange weitergehen, bis die Hochfinanz-Elite alle realen Werte akkumuliert und in ihrer Hand hat. Darum geht es doch wirklich, nicht um das Schuldgeld: nämlich um die Ressourcen, um Land, Bodenschätze, Patente, rentable Firmen usw.

  • Seit Jahrzehnten verarscht uns die Presse mit ihrem Weggucken, Vertuschung, ihrer politischen Arschkriecherei und dem Schweigekartell, daß die wirklichen Nazischweine entschuldet und mittelose Bürger anpißt. I
    n den Kommentarbereiche sind genug Belege für die Illegaltität der Politik. Trotzdem meint der schleimscheißende Journalist, er müsse hier den großen Zampano raushängen lassen, um den Brüssel-Nazis die Stange halten und als Geschichtsaufklärer auftreten. Gerade die Hegemonie der Aktionäre verwüstet den Planeten im Eiltempo, zerstört Länder, Staaten, Völker, Arbeitsplätze mit einem Mausklick. Und dabei klittert er herum, daß einem schlecht wird.
    Die vermeintliche Naziaufklärung ist nichts anderes ale eine perverse, deutschfeindliche Propaganda. In jeder Beziehung volksverhetzend und grundgesetzfeindlich. Dabei versteckt sich das System genau dahinter, weil es das tut, was es vermeintlich bekämpft!

    FASCHOSTAAT! NAZSISCHWEINE!! So fühlt sich das eben an, oliver Stock.


  • So ist es. Die angeblich erste Welt hat keine Ahnung, was vor sich geht. Ich bin Physiker und habe mit 28 Jahren meine berufliche "Karriere" in der Halbleiterindustrie/Mikroelektonik begonnen. Es war ein Jahrzehnt der Entlassungen und des Abwickelns. Erst ging das Assemblieren nach Taiwan und die Philippinen, danach kam das Prozessing (Aufstieg von TSMC usw.), dann die Logistik und die Qualitätssicherung und in den letzten Jahren werden die Forschungs-und Entwicklungsabteilungen nach Asien verlegt (Festland China, Korea, Singapur). Der WESTEN hat überhaupt keine Ahnung von dem Ausverkauf und ist bereits in vielen Gebieten (Optik, Mikroelektronik, Photovoltaik, Schienenfahrzeuge, Bauindustrie) abgehängt. Alle Apple Produkte kommen vollständig aus Asien (Foxconn, TSMC, Flextonic, Samsung). Von den 10 Weltgössten Solarpanel Herstellern kommen 6 aus China. Gegen die Chinesischen Schienenfahrzeugbauer sind Bombardier, ABB, Siemens/Thyssen Zwerge. Bei den Stahlproduzenten ebenfalls. Der chinesische Automarkt ist mittlerweile der grösste der Welt. Die Zukunft Europas liegt wohl Hauptsächlich in der Kranken- und Altenpflege und im Ausbau der biologischen Landwirtschaft. Viele junge Europäer finden wohl bald wieder nur einen Job in der Landwirtschaft. Kartoffel lesen statt Event Management. Altenpfleger statt Junior-Professor.

Alle Kommentare lesen
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%