G20-Gipfel Nur mit Putin gegen den Terrorismus

Der G20-Gipfel steht im Zeichen der Paris-Anschläge. Die Regierungschefs wollen die Finanzströme der Terroristen austrocknen. Putin spielt dabei eine Schlüsselrolle – Russlands Präsident ist zurück im Spiel der Weltpolitik.
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„Wir sind stärker als jeder Terrorismus“

BelekAm frühen Montagmorgen findet im türkischen Ferienort Belek eine kleine Völkerwanderung statt. Hunderte Menschen strömen zu dem einzigen Ausgang aus der „Gipfelzone“, wie der abgesperrte Bereich rund um den Tagungsort der 20 großen Staats- und Regierungschefs genannt wird. Busfahrer, Kellner, Nachtwächter und Polizisten haben die ganze Nacht dafür gesorgt, dass die Teilnehmer des Gipfels auch noch in den dunklen Stunden mit allem versorgt sind, was sie benötigen. Gegen acht Uhr Ortszeit verlassen sie das Gelände und kehren in ihre Unterkünfte zurück. Gleichzeitig betreten die Begleittrosse der Mächtigen das Areal.

Bis tief in die Nacht haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Amtskollegen aus mehr als 20 weiteren Ländern debattiert. Der wichtigste Punkt ist erst seit ein paar Tagen auf der Agenda: der Kampf gegen den Terrorismus. 40 Minuten lang haben die Kanzlerin und Russlands Präsident Wladimir Putin Sonntagnacht unter vier Augen miteinander gesprochen, wie es in den Delegationskreisen der beiden Länder heißt.

Die beiden Politiker tauschten sich demnach vor allem darüber aus, wie ein Friedensprozess in Syrien umgesetzt werden könne, hieß es aus deutschen Delegationskreisen. Dabei sei es vor allem um die Einschätzung beider Seiten zum Ergebnis des jüngsten Außenministertreffens in Wien gegangen. Bei der Syrien-Konferenz hatten sich die Außenminister und Vertreter von 20 Staaten am Samstag auf eine politische Lösung des Konflikts geeinigt. Diese sieht unter anderem einen „Fahrplan“ zur Überwindung des Bürgerkriegs vor.

Putin ist damit wieder zurück auf der Weltbühne. War der russische Präsident wegen der Ukraine-Krise noch vor einem Jahr beim G20-Gipfel im australischen Brisbane geschnitten worden, kommt ihm nun eine Schlüsselrolle im Kampf gegen den IS zu. Vor dem Treffen mit Merkel war Putin mit US-Präsident Barack Obama zusammengekommen. Ein Foto zeigt, wie die beiden an einem kleinen Tisch in einer Hotellobby beisammen sitzen, die Oberkörper über die Tischplatte gebeugt, die Mienen ernst, aber nicht verfeindet. Lediglich zwei Dolmetscher saßen mit am Tisch und sorgten dafür, dass sich beide in ihrer gewohnten Muttersprache verständigen konnten.

Gemeinsam sprachen sich die Politiker für Friedensverhandlungen für Syrien unter Vermittlung der Vereinten Nationen aus, erklärte die amerikanische Delegation in der Nacht zum Montag. So war es am Samstag im Rahmen der Syrienkonferenz in Wien besprochen worden. Der dort besprochene Fahrplan sieht vor, dass bereits im kommenden Frühjahr der syrische Präsident Bashar al-Assad durch eine Übergangsregierung abgelöst werden soll. 2017 soll es dann Neuwahlen unter UN-Aufsicht geben.

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76 Kommentare zu "G20-Gipfel: Nur mit Putin gegen den Terrorismus"

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  • Alles klar, die iranische Propaganda mischt wieder mit. Aber bitte nicht wieder die Leser an IRIB, das iranische Staatsorgan, verweisen, welches angeblich so korrekte Informationen vermittelt. Das haben sie ja schon bei anderer Gelegenheit gemacht.

  • Liebe Leser. Die Kommentarfunktion ist geschlossen. Leserbriefe und interessante Beiträge zur Debatte nehmen wir gerne unter debatte@handelsblatt.com entgegen. Beste Grüße aus der Redaktion.

  • Wer ist der Terrorist, die Wertegemeinschaft, der Putin oder die Moslems u.s.w. ?

  • Die Marseillaise wurde von John Lennon eigentlich sehr schön fortgesetzt: "All you need is love". Die waren schon klug, die Beatles.
    Was wir hier besichtigen ist u.a. eine grandios verfehlte Integrationspolitik ... und jetzt kommt der typische Reflex: die anderen sind Schuld.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Nicht die Notstandsgesetze vergessen, ohne die ist die ganze Show umsonst.

  • Ich muß widersprechen, selbst mein Hund fällt auf Dr. Blöd nicht rein.

  • @ Herr Harald Meier

    >> Wofür geben wir die Milliarden im Rüstungshaushalt denn Jahr für Jahr aus >>

    Hier gibt es tatsächlich noch einen Troll , der es nicht weiß, wofür diese Gelder ausgegeben werden....???

    Für die Überwachung des Bürgers natürlich !

    Man überwacht den Bürger mittels des Webbrausers, des Handys, der allgegenwärtig installierten Kameras.......etc. !

    Dafür engagiert man Schaaren an Schmarotzern wie Polizei, Geheimdienste, Armee, etc., die diesen Job ausüben und sich eine goldene Nase verdienen !

    Und die Terroristen kommen in aller Ruhe über alle Grenzen der EUtopia, werden sogar noch mit Willkommensfähnchen begrüßt und schlachten dann diesen dämlichen Bürger in aller Seelenruhe ab.

    Da hilft nur noch eins : Waffen besorgen und sich selbst SCHÜTZEN !

  • Schon alleine, dass sich das deutsche Staatsfernsehen und der deutsche Staatsradiofunk erdreistet, die Menschen sofort zu belehren, was man jetzt denken darf und was nicht, ist eine Beleidigung für jeden, der einen IQ über 60 hat. Wer sich Merkels geheuchelte Trauerrede anhören konnte, ohne dass sein Puls sofort auf 180 gegangen ist, muss zur geistigen Unterschicht gehören.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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