Freundlich im Ton, aber knallhart in der Sache. Deutschland und die USA suchen den Konsens. Doch das ist eine schwierige Sache: Die politischen Interessen beim G20-Gipfel in Seoul liegen weit auseinander. Dennoch: Einen Mini-Erfolg erzielten Angela Merkel und Barack Obama bereits.

Kommentare

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  • W. Fischer
    das müssen Sie verstehen. Die Kanzlerin kann nichts anderes, sie gipfelt für ihr Leben gern.
    ich gipfel hier, ich gipfel dort
    ich gipfel immer in einen fort,
    ach was ist das Gipfeln schön,
    so kann ich mir die Welt ansehn.
    Kost mich nix, hurra, hurra,
    dafür ist der bürger da.

    in Wahrheit geht doch die ganze Abzocke weiter, Krise? Das interessiert doch unsere Eliten nicht.
    Es geht doch nach diesem Motto


    Wenn die börsenkurse fallen,
    regt sich Kummer fast bei allen,
    aber manche blühen auf:
    ihr Rezept heißt Leerverkauf.

    Keck verhökern diese Knaben,
    Dinge, die sie gar nicht haben,
    treten selbst den Absturz los,
    den sie brauchen - echt famos!

    Leichter noch bei solchen Taten
    tun sie sich mit Derivaten:
    Wenn Papier den Wert frisiert,
    wird die Wirkung potenziert.

    Wenn in Folge banken krachen,
    haben Sparer nichts zu lachen,
    und die Hypothek aufs Haus
    heißt, bewohner müssen raus.

    Trifft's hingegen große banken,
    kommt die ganze Welt ins Wanken -
    auch die Spekulantenbrut
    zittert jetzt um Hab und Gut!

    Soll man das System gefährden?
    Da muss eingeschritten werden:
    Der Gewinn, der bleibt privat,
    die Verluste kauft der Staat.

    Dazu braucht der Staat Kredite,
    und das bringt erneut Profite,
    hat man doch in jenem Land
    die Regierung in der Hand.

    Für die Zechen dieser Frechen
    hat der Kleine Mann zu blechen
    und - das ist das Feine ja -
    nicht nur in Amerika!

    Und wenn Kurse wieder steigen,
    fängt von vorne an der Reigen -
    ist halt Umverteilung pur,
    stets in eine Richtung nur.

    Aber sollten sich die Massen
    das mal nimmer bieten lassen,
    ist der Ausweg längst bedacht:
    Dann wird ein bisschen Krieg gemacht.

    Kurt Tucholsky, 1930, veröffentlicht in "Die Weltbühne"

  • das "Problem" ist,
    daß die amerikanische Seite mit ihrer Argumentation im Recht ist:
    - Leistungsbilanzüberschüsse sind eine Einbahnstraße,
    und können nur per Kredit finanziert werden.

    ein ständiges "Waren liefern, und anschreiben lassen":
    Früher oder später ist die eine Seite überschuldet...
    ... und da diese "Einbahnstraße" schon eine ganze Weile gefahren wird,
    ist es nun schon ziemlich "Früher" ...

    und jetzt?
    Gibt's nun keinen Kredit mehr?
    ... man kann natürlich schon sagen: "JETZT iST SCHLUSS!" ...
    ... dies führt dann allerdings auch zu entsprechenden Absatzeinbußen auf Seiten der Exportnationen.
    ..und "entsprechend" heißt für Deutschland: entsprechend viel. ... dies führt direkt in eine Abwärtsspirale.

    Also, was machen?

    Schuldzettel verbrennen, und aufs neue anschreiben lassen?
    ... das wäre dann ganz nach Merkels Motto "Hauptsache Arbeit"...

    ...oder inflation zulassen, und die Schuldzettel -zunächst einmal- nur partiell abschreiben...
    ... und im Gegenzug bei der bevölkerung der Exportnationen genügend Einkommen zulassen,
    damit sich auch diese die eigenen Produkte mal wieder leisten kann?

  • "Kriminelle Machenschaften"

    Gastkommentar von Herrn Mahathir Mohamad, ehemals Premiermninister von Malaysia.
    ( Quelle: Handelsblatt S. 56 vom 11.11. 2010).

    Er trifft den Nagel exakt auf den Kopf und es ist bewundernswert, daß er von den G-20 Staaten nun fordert, endlich die Konsequenzen aus den Erkenntnissen der bieherigen Finanzkrisen umzusetzen.

    Aufgrund jahrzehntelanger beobachtung der Wirtschafts- und Finanzmärkte teile ich seine Auffassung, daß es keineswegs
    Wirtschafts-Verflechtungen oder komplizierte Abhängigkeiten waren, welche die bisherigen Finanzkrisen auslösten.

    Läßt man Kriege als Ursachen einmal außer acht, dann sind es leider immer wieder nur verantwortungslose und geldgierige Menschen, welche solche Krisen überhaupt möglich machen.
    (Wobei die bestehenden Finanz- und Wirtschafts-strukturen, welche nur auf Profitmaximierung ausgelegt sind, auch noch den perfekten Rahmen für diese Akteure liefern.)

    Denn seit Aufhebung des Goldstandards der Währungen haben die Finanzkrisen fast ausschließlich darin ihre Ursache, daß weltweit nur ein immer geringer werdender Teil der verfügbaren Gelder in reale Wirtschaftsgüter fließt, während der überwiegende
    Teil von den o.g. "Finanz-Jongleuren" in den Options- Währungs- und Derivate-Märkten regelrecht "verwettet" wird.

    - Und zwar ohne daß es der Realwirtschaft einen
    erkennbaren Nutzen bringt!

    Alle müssen daher aus dem "Spielkasino" in die Realität zurückkehren,
    - und wenn wir dies tun, wird es auch bei uns vorübergehenden zu einem Verlust an Wohlstand kommen.
    Wenn man nach dem unvermeidlichen "Kassensturz" aber
    anfängt, die Verhältnisse zu ändern und künftig konsequent gemäß den Vorschlägen des ehemaligen malaysischen Ministerpräsidenten Mohamad
    handelt, würde dies zu einem nachhaltigen Aufschwung führen, der wirklich allen(!!!) einen spürbaren Nutzen bringt.

    Darüber hinaus ist es dringend erforderlich, daß menschliche Arbeitsleistung global fair und unter berücksichtigung der regionalen Lebenshaltungs-kosten bezahlt wird.
    Einerseits bedeutet dies, daß jeder Arbeitnehmer für seine Arbeit genug Lohn erhält, damit ihm und seiner Familie eine menschenwürdige Existenz ohne staatliche Hilfe möglich ist.
    Andererseits heißt dies aber auch, daß die derzeit herrschende "Selbstbedienungs-Mentalität" bestimmter Personenkreise in Politik, Wirtschaft und Sport ein Ende findet.

    Gerade bei extrem hohen Vergütungen, - denen meist keinerlei adäquate Leistung gegenüber steht -, ist der Gesetzgeber gefordert, eine sinnvolle Obergrenze einzuführen.
    Geschieht das nicht, dann ist es nur eine Frage der Zeit, wann eine Anzahl von Superreichen und Konzernen allen anderen Menschen dieses Planeten
    die bedingungen zum Leben und Arbeiten diktieren.

    Daher muß eine neue Solidarität unter Ländern und Menschen entstehen, welche von Fainess untereinander und Verantwortung gegenüber folgenden
    Generationen geprägt ist, ansonsten wird die von Herrn Mohamad genannte

    "Mutter aller Lösungen"
    leider Realität werden.

    ich befürchte jedoch, daß auch unsere "Volksvertreter" weder genug Weitsicht, noch persönlichen Mut, und schon garnicht die erforderliche intelligenz besitzen, das Ruder für uns alle herumzureißen.
    Denn in Kreisen der höheren Politik wird leider nur noch in Zeiträumen von Legislaturperioden gedacht und parteipolitische Ränkespiele oder das Sichern von (Aufsichtsrats-)Posten während und nach der
    politischen Laufbahn sind meist wichtiger als die Aufgaben ihres Amtes.
    Denn wir haben bedauerlicherweisean der Spitze unseres Landes nur noch "berufspolitiker" und keine Staatsmänner mehr.

    Aber, - wieso beklagen wir uns eigenlich ?
    Sagt doch das Sprichwort:

    "Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient!"

  • bravo Frau bundeskanzlerin Merkel, für diesen mini Konsens, hätte ein Telefonat auch gereicht, und man hätte auf diesen Überteuerten Gipfel verzichten können. Was für grandiose Politiker haben wir in der bundesrepublik Deutschland.
    Danke

  • Glanzleistung Frau Merkel! Sie punkten wieder!

  • mehr deutsche binnenkonjunktur:
    bitteschön.
    Man nehme:
    billiges , dummes Geld aus USA
    Leihe es den deutschen Häuslebauer (am besten noch zinslos für die nächsten 5 Jahre, was kostet die Welt ?)
    Fertig sind die Zutaten für die "German bubble"

    Das sowas geht, hatten wir doch in der anderen Richtung über den Atlantik.

    ich würde sage, jetzt sind wir mal dran: 20 Jahre Prasserei und wir sind auch gerne bereit, nach dem Paltzend er blase mit großen, traurigen Augen zu konstatieren: das es soooo schlimm kommt, konnten wir uns nicht vorstellen.
    Da wir ein sterbend Volks sind, hat es den Charme, dass bei richtigem Timing, viele das Desaster nicht mehr miterleben werden

  • Die ganze Politik der letzten Jahre beseht offenkundig nur noch aus Gipfeln.
    sStringent gearbeitet wird gar nicht mehr. Hauptsache man ist unterwegs und labert rum, denn mehr kommt ohnehin nicht bei raus.
    Frau Merkel kann ja schon bald singen

    ich gipfel hier
    ich gipfel dort
    ich gipfel immer in einem fort
    ach was ist das Gipfeln schön
    da kann ich mir die Welt ansehn
    Kost' mich nichts, hurra hurra
    dafür ist der (dumme) bürger da.

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