G7-Gipfel in Lübeck Ausnahmezustand in der Hansestadt

Beim G7-Treffen der Außenminister in Lübeck sind 3500 Polizei im Einsatz. Die ersten Stunden bleibt alles ruhig. Den Politikern und Diplomaten bleibt so Zeit für das eigentliche Thema: den Ukraine-Konflikt.
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Das G7-Treffen macht Lübeck teilweise zur Geisterstadt. Ohne Russland wollen die Staatsoberhäupter Lösungen für den Bürgerkrieg in der Ukraine finden. Quelle: AFP
Krisengespräche

Das G7-Treffen macht Lübeck teilweise zur Geisterstadt. Ohne Russland wollen die Staatsoberhäupter Lösungen für den Bürgerkrieg in der Ukraine finden.

(Foto: AFP)

LübeckDas Buddenbrookhaus in der Mengstraße – vorübergehend geschlossen. Der Antiquitätenhandel in der Königstraße – mit Sperrholzplatten verrammelt. Der Friseursalon in der Beckergrube – ebenfalls mit Pressspan vor Krawallmachern geschützt.

Im Zentrum der schönen alten Hansemetropole Lübeck wirken am Dienstag ganze Straßenzüge wie die Kulissen einer Geisterstadt. Groß ist die Sorge, dass es beim Treffen der Außenminister aus den sieben großen Industrienationen (G7) zu Ausschreitungen kommt.

Alles in allem sind bis Mittwoch mehr als 3500 Polizisten aus den verschiedensten Teilen der Bundesrepublik im Einsatz. Das ist wohl der Preis, der dafür zu zahlen ist, wenn ein G7-Treffen nicht - wie oft genug üblich - irgendwo in der Abgeschiedenheit stattfindet, sondern mitten im Weltkulturerbe. Bilder wie aus Frankfurt, wo es Mitte März bei der Eröffnung der neuen Zentrale der Europäischen Zentralbank schwere Krawalle gab, will man unbedingt vermeiden.

Bis kurz vor Beginn der ersten Gespräche von Gastgeber Frank-Walter Steinmeier und Kollegen bleibt jedoch alles ruhig. Zeit also für das eigentliche Thema des Treffens, mit dem der G7-Gipfel am 7. und 8. Juni im oberbayerischen Schloss Elmau vorbereitet werden soll: der Konflikt in der Ukraine. Allen Waffenstillstandsvereinbarungen zum Trotz gibt es im Osten des Landes immer noch Kämpfe mit täglich neuen Toten.

Der Krieg in der Ukraine ist auch Grund dafür, warum die Sieben (außer Deutschland noch die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan) unter sich bleiben. Wegen der Annexion der Krim im März 2014 - aus westlicher Sicht ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht – ist Moskau nicht mehr dabei, auch dieses Jahr nicht, wenn die vermeintlichen „Russlandversteher“ aus Deutschland in der G7 den Vorsitz führen. Bislang gibt es auch keinerlei Signale, dass sich daran etwas ändert.

Beim Auftakt nur G6
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