Gaddafi stellt Miliz auf Fragile Waffenruhe in Libyen

Mit dem bis an die Zähne bewaffneten Rest seiner Streitkräfte hält Muammar Gaddafi in Tripolis die Stellung. Sein Einfluss im eigenen Land schwindet jedoch immer mehr. Die USA haben derweil erste Sanktionen verhängt.
Update: 26.02.2011 - 16:26 Uhr Kommentieren
Wie die Nationen ihre Staatsbürger nach Hause holen
Libyan Unrest
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Mit drei Tagen Verspätung trafen am Freitag auf der Fähre "Maria Dolores" hunderte US-amerikanische Evakuierte auf Malta ein.

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Wegen rauer See musste die Fähre zunächst zwei Tage im Hafen warten.

Unmittelbar nach der Evakuierung der letzten US-Bürger aus Libyen haben die USA als Reaktion auf die brutale Gewalt gegen Demonstranten Sanktionen gegen Tripolis verhängt.

huGO-BildID: 21063183 Britain Royal Navy
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Auch andere Nationen handelten bereits. Neben Flugzeugen setzte Großbritannien ein Schiff der Royal Navy ein, um Britische Bürger aus Libyen zu holen.

huGO-BildID: 21063182 Passengers disembark from
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Die HMS Cumberland verließ mit 207 Passagieren den Hafen von Malta, darunter 68 Briten. Weitere 42 Briten seien auf einer US-Fähre verschifft worden, so das Außenministerium.

Chinese evacuees from Libya wait to disembark at the port of Heraklio on the island of Crete
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Auch mehrere tausend Chinesen sind inzwischen aus Libyen nach Kreta in Sicherheit gebracht worden. Am Samstag erreichte eine griechische Fähre mit 2911 Chinesen und 13 EU-Bürgern die kretische Hafenstadt Iraklion.

Chinese evacuated from Libya arrive in Greece
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Eine andere Fähre mit 1900 Chinesen an Bord wird noch erwartet In der libyschen Hafenstadt Bengasi befndet sich eine dritte griechische Fähre, die am Abend auslaufen sollte, so das Staatsfernsehen.

Chinese evacuated from Libya arrive in Greece
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Bereits am Donnerstag waren knapp 4.600 Chinesen aus Bengasi evakuiert und nach Kreta gebracht worden. Insgesamt sollen rund 15.000 Chinesen auf diesen Weg Libyen verlassen. Sie sollen mit Sonderflügen von Kreta nach China gebracht werden.

Viel Waffen, wenig Soldaten: Muammad Gaddafi gräbt sich in Tripolis ein.

Die Zahl der Getreuen des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi schrumpft offenbar mit jedem Tag. Am Samstag kontrollierten seine Truppen nur noch wenige größere Städte. Neben der Hauptstadt Tripolis waren dies unter anderem Gadames, Sebha und Gaddafis Heimatstadt Sirte. Die internationale Gemeinschaft erhöhte inzwischen den Druck auf den libyschen Diktator - allen voran die USA. Sie verhängten noch vor den Vereinten Nationen und der EU Sanktionen gegen die Führung des nordafrikanischen Staates.

Der libysche Machthaber lässt nach Angaben von Einwohnern allerdings in Tripolis regimetreue Zivilisten bewaffnen, um gegen Demonstranten vorzugehen. In den Straßen der Hauptstadt patrouillierten zahlreiche Zivilpersonen, wie Einwohner am Samstag telefonisch berichteten. Sie sollten Kontrollstellen errichten und gegen Regierungsgegner vorgehen.

Gaddafi hatte am Freitag angekündigt, die Waffendepots zu öffnen, „sodass alle Libyer und Stämme bewaffnet werden“. Während einer Rede in Tripolis rief er Anhänger auf, die Demonstranten zu bekämpfen und „die Nation zu verteidigen“. Protestierende Regierungsgegner gerieten am Freitag bei den ersten größeren Demonstrationen in Tripolis seit Tagen in einen Kugelhagel.

Am Samstag blieben die meisten Einwohner der Hauptstadt aus Furcht zu Hause. Die Mehrzahl der Geschäfte war geschlossen, vor geöffneten Bäckereien bildeten sich Schlangen von Menschen, die sich mit Vorräten eindecken wollten.

Regimetreue Sicherheitskräfte schüchtern die Bevölkerung ein. Ein Ägypter berichtete, dass Soldaten von Haus zu Haus gegangen seien und auf Eingangstüren gefeuert hätten, damit die Menschen ihre Häuser nicht verließen. Viele Bewohner hätten keine Lebensmittelvorräte mehr.

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