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Gamestopp-Hype US-Politiker kritisieren Kaufsperre von Robinhood

Demokraten und Republikaner verurteilen die Entscheidung des Online-Brokers, Käufe von Gamestop-Aktien zu blockieren. Der US-Senat plant nun eine Anhörung.
28.01.2021 Update: 29.01.2021 - 02:23 Uhr Kommentieren
Die US-Abgeordnete kritisierte die Entscheidung Robinhoods und verwies darauf, dass Hedgefonds weiter frei handeln durften. Quelle: AP
Alexandria Ocasio-Cortez

Die US-Abgeordnete kritisierte die Entscheidung Robinhoods und verwies darauf, dass Hedgefonds weiter frei handeln durften.

(Foto: AP)

Washington Der Gamestop-Hype an der US-Börse beschäftigt nun auch Politik und Gerichte. Der zukünftige Vorsitzende des Bankenausschusses im Senat, Sherrod Brown, kündigte am Donnerstag auf Twitter Anhörungen „zum Zustand des Aktienmarktes“ an.

Zuvor hatte der bei Kleinanlegern beliebte Online-Broker Robinhood bekanntgeben, Käufe der seit Tagen hoch fliegenden Aktie des Videospiel-Anbieters zu sperren – Verkäufe lies Robinhood dagegen weiter zu. Ab diesem Freitag will Robinhood wieder begrenzt Aktienkäufe zulassen.

Es sei an der Zeit für die Börsenaufsicht SEC und den Kongress dafür zu sorgen, dass die Wirtschaft für alle funktioniere, nicht nur für die Wall Street. „Die Leute an der Wall Street scheren sich nur um die Regeln, wenn sie diejenigen sind, denen es wehtut“, hieß es in Browns Statement.

Laut US-Medien plant auch die Vorsitzende des Finanzausschusses im US-Repräsentantenhaus, Maxine Waters, eine Anhörung. Dabei soll es um die jüngsten Turbulenzen am Finanzmarkt und um die Rolle von Hedgefonds dabei gehen.

Die Empörung über die Entscheidung von Robinhood zog sich über Parteigrenzen hinweg. Der Schritt sei inakzeptabel, schrieb die linke Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez auf Twitter. Sie wies darauf hin, dass Hedgefonds weiter frei handeln durften. Als Mitglied des Ausschusses für Finanzdienstleistungen im Repräsentantenhaus würde sie Anhörungen begrüßen.

Ihr stimmte der erzkonservative republikanische Senator Ted Cruz zu. Der Demokrat Ro Khanna forderte offen eine stärkere Regulierung der Märkte. Es müsse Schluss sein damit, „dass Hedge-Fonds-Milliardäre den Aktienmarkt wie ihren persönlichen Spielplatz behandeln und dann mit ihrem Ball nach Hause abziehen, sobald sie verlieren“.

Robinhood hatte neben Gamestop auch den Handel mit anderen Titeln eingeschränkt, die ins Visier von Spekulanten – zum Teil Hobby-Händler von Internet-Plattformen wie Reddit – geraten waren. Dazu gehörten Blackberry, Nokia und AMC. Zwei Robinhood-Nutzer in Illinois und New York reichten umgehend Klagen gegen den Schritt ein.

Robinhood kündiam Abend an, die Handelsbeschränkungen für die Wertpapiere wieder zu lockern. Die Aktien von Gamestop stiegen daraufhin im nachbörslichen Handel um über 70 Prozent, die von AMC um fast 50 Prozent. Auch die Papiere anderer Unternehmen wie etwa des Smartphone-Pioniers Blackberry, für die ebenfalls Einschränkungen galten, legten kräftig zu.

Robinhood-Chef Vlad Tenev erklärte im US-Finanzsender CNBC, die Handelsbeschränkungen seien zum Schutz des eigenen Unternehmens und seiner Kunden beschlossen worden.

Seit Mitte Januar steigen Kleinanleger bei Gamestop ein und haben dafür gesorgt, dass sich dessen Börsenwert deutlich erhöhte. Die Anleger duellieren sich dabei mit professionellen Investoren, die auf fallende Kurse gewettet hatten und für die deswegen Milliarden auf dem Spiel stehen dürften. Die Systeme von Online-Brokern wie Trade Republic in Berlin sind wegen des hohen Handelsvolumens zuletzt an ihre Grenzen gekommen.

Mehr: Zockerkrieg an der Wall Street löst Ängste vor einem Aktiencrash aus

  • rtr
  • dpa
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