Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Gaspipeline Polen fordert Baustopp von Nord Stream 2

Ministerpräsident Mateusz Morawiecki sieht die Stabilität der Region gefährdet. Er verweist auf den Fall Nawalny und die Lage in Weißrussland.
09.09.2020 - 11:41 Uhr 4 Kommentare
Nord Stream 2: Polen fordert Baustopp der Gaspipeline Quelle: AFP
Mateusz Morawiecki

Deutschland soll den Bau der Gaspipeline nach Ansicht des polnischen Ministerpräsidenten abbrechen.

(Foto: AFP)

Warschau Polen hat Deutschland aufgefordert, den Bau der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 abzubrechen. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bezeichnete das Projekt am Mittwoch in Warschau als Gefahr für die Stabilität der Region.

Vor allem als Reaktion auf die Vergiftung des russischen Oppositionspolitikers Andrej Nawalny sollte Deutschland den Bau nun stoppen, sagte Morawiecki im Hörfunk. Die Pipeline stärke lediglich Russlands Machtstellung und helfe Präsident Wladimir Putin dabei, das Militär auszubauen, „um andere Nationen einzuschüchtern“.

Morawiecki verwies zudem auf die Entwicklungen in Weißrussland und die Lage in der Ukraine, für die die Pipeline ein erhebliches Risiko darstelle. Die Pipeline soll die Kapazitäten der bereits bestehenden Leitung Nord Stream 1 verdoppeln.

Russland kann damit noch mehr Gas nach Europa leiten und die bisherige Hauptleitung durch die Ukraine umgehen. Der Ukraine gehen dabei Einnahmen verloren, allerdings sehen Verträge eine Mindestmenge russischen Gases vor, das durch das Land geleitet werden muss. Nord Stream 2 ist bereits zu 90 Prozent fertiggestellt.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Rückenwind haben Forderungen nach einem Abbruch des Baus durch die Vergiftung Nawalnys erhalten. Laut Bundesregierung ist es „zweifelsfrei“ erwiesen, dass der Putin-Kritiker mit einem chemischen Kampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Mit dem Stoff, der in der Sowjetunion entwickelt wurde, war bereits der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal 2018 in Großbritannien vergiftet worden. Die Bundesregierung fordert von der russischen Regierung nun Aufklärung im Fall Nawalny.

    Der 44-Jährige Kreml-Kritiker war am 20. August auf einem Inlandsflug in Sibirien kollabiert. Nach einer Notlandung wurde er zunächst in einer Klinik in Omsk behandelt, bevor er am 22. August nach Deutschland ausgeflogen und in die Berliner Charité verlegt wurde.

    Mittlerweile ist er aus seinem Koma erwacht. Ob er vernehmungsfähig ist, ist allerdings unklar. Die russischen Ärzte hatten mehrfach erklärt, dass sie keine Hinweise auf eine Vergiftung Nawalnys gefunden hätten.

    Mehr: Kämpfer gegen die Korruption: Nawalny nahm auch Nord Stream 2 ins Visier.

    • rtr
    Startseite
    Mehr zu: Gaspipeline - Polen fordert Baustopp von Nord Stream 2
    4 Kommentare zu "Gaspipeline: Polen fordert Baustopp von Nord Stream 2"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wer Handel miteinander treibt, schießt nicht aufeinander.
      von Jimmy Carter
      Kann mir jemand sagen, warum diese Staaten wie Polen, Litauen, Ukraine und so ähnliche - so ganz energisch und auch in gewissen Sinne rücksichtslos die Bundeskanzlerin Merkel bedrängt, genötigt, etc. haben um mit Putin zu "verhandeln" ( nein nicht zu verhandeln sonder zu erpressen), dass er zusagt möglichst viel GAS/ÖL durch die Ukraine-Gaspipeline nach Europa presst, wenn wir angeblich uns damit gleichzeitig depperten Erpressten des Putin machen, wenn das gleiche Gas durch die neue Pipeline North Stream 2 fließt.
      Ich als Bürger dieses Landes verbiete mir diese Flegelei dieser Möchtegern-Kriegsspieler und würde mir wünschen, das die Medien hier auch endlich - auch im Interesse von Objektivität und Wahrheit diesen Sachverhalt klar ansprechen.

    • Herr Berchtold hat vollkommen recht. Polen war von Anfang an gegen das Projekt, weil Polen eigene Interessen hat. Alles andere ist nur vorgeschoben. Russland hat sich mit seinem Vorgehen in der Affäre Nawalny einen Bärendienst erweisen. Sozusagen ein klassisches Eigentor.

    • Polen hat eigene Pläne für Gasröhren und will so seinen Vorteil sichern. Bezahlt denn Polen den finanziellen Schaden, der mit der Aufgabe des Projektes besteht. ????? Mit dem Geld anderer Leute sind leicht Forderungen zu stellen. In China lacht man sich vermutlich schief über so viel Dummheit in Europa und sieht das Zentral-Kommando-System Chinas als wirtschaftlich weit überlegen an. Sanktionen und Liefer-Boykotte gehören weltweit sofort aufgehoben. Am meisten bedroht sind totalitäre Systeme, wenn deren Bürger wohlhabend werden und dem System mittels eigenen finanziellen Mitteln ausweichen können. Bisher haben die meisten Boykotte, Südafrika, Iran, Irak, Kuba, etc. den einfachen Menschen am meisten geschadet. Die Interessen Polens sind mehr als sehr durchsichtig.

    • Wer nicht bestimmt, über den wird bestimmt.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%