Gastbeitrag Wie Saudi-Arabien den Jemen destabilisiert

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Hadi rief nach Intervention, Saudi-Arabien folgte
Karte zur Lage im Jemen.

Karte zur Lage im Jemen.

Der aktuelle Vormarsch der Huthis an die Südküste Jemens gelingt vor allem mit der Unterstützung eines Großteils des Sicherheitsapparates, der nach wie vor dem Ende 2011 abgesetzten Präsidenten Saleh gegenüber loyal ist; der Vorstoß der Huthis wird als Chance gesehen, dessen Nachfolger Hadi zu beseitigen. Ohne diese Unterstützung wären die Huthis nicht in der Lage, ihre Machtposition entsprechend auszubauen.

Hadi ist nach der Machtübernahme der Huthis und der Einsetzung eines Übergangsrates Anfang Februar 2015 nach Aden und jüngst nach Saudi-Arabien geflohen. Von dort mobilisiert er nun die Unterstützung gegen die Huthis.

Er war 2012 ohne Gegenkandidat in einem Votum durch das Volk als Übergangspräsident bestätigt worden. Die internationale Gemeinschaft hatte ihn daraufhin mit der Umsetzung des 2011 eingeleiteten und von den Staaten des Golfkooperationsrates und den Vereinten Nationen unterstützten Übergangsplans beauftragt. Er ist für Saudi-Arabien und die westliche Staatengemeinschaft seit der Machtübernahme der Houthis der einzige Hebel, um ein Minimum an Einfluss im Jemen zu sichern.

Vor diesem Hintergrund folgte Saudi-Arabien dem Ruf Hadis nach einer Militärintervention. Die saudische Herrscherfamilie fürchtet vor allem, dass der Jemen mit den Huthis an einen vermeintlichen Verbündeten von Iran fallen und damit zu einem feindlich gesinnten Nachbarn werden könnte.

Sie werfen Iran zudem vor, den Vormarsch der Huthis zu unterstützen, nicht zuletzt, um im Südjemen Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab im Roten Meer und damit eine Vormachtstellung in der Region zu erlangen.

Zwar trifft es zu, dass ein Großteil der Huthis Zaiditen sind und damit zum schiitischen Islam zählen. Auch haben die Huthis seit ihrer Machtübernahme in Sanaa die Beziehungen zu Iran ausgebaut. Es gibt jedoch keine Belege dafür, dass sie derzeit als Stellvertreter Irans handeln.

Bedrohungen durch al-Qaida größer als durch den Iran
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