Gaza-Konflikt Palästinenser entführen israelischen Soldaten

Neue Zuspitzung im Gaza-Konflikt: Die israelische Armee geht davon aus, dass militante Palästinenser einen israelischen Soldaten verschleppt haben. Ministerpräsident Netanjahu kündigt Gegenmaßnahmen an.
Update: 01.08.2014 - 15:52 Uhr Kommentieren
Israelische Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen. Quelle: AFP

Israelische Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen.

(Foto: AFP)

Tel AvivMilitante Palästinenser haben im Gazastreifen einen israelischen Soldaten verschleppt. „Terroristen griffen israelische Streitkräfte an, die an einem Tunnel im Einsatz waren. Ein Soldat wurde vermutlich entführt“, teilte der israelische Militärsprecher Peter Lerner am Freitag über Twitter mit. Die Aktion erfolgte anderthalb Stunden nach Beginn einer dreitägigen humanitären Waffenruhe, die die Vereinten Nationen (UN) und die USA zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas vermittelt hatten.

Israels Ministerpräsident Netanjahu kündigte Gegenmaßnahmen an. Die radikal-islamische Hamas und andere Gruppierungen müssten die Folgen ihrer Taten tragen, sagte der Regierungschef nach Angaben seines Büros am Freitag im Gespräch mit US-Außenminister John Kerry. „Israel wird alles Notwendige gegen jene unternehmen, die zu seiner Zerstörung aufrufen und die Terrorakte gegen seine Bürger verüben“, sagte Netanjahu. Er warf Hamas vor, trotz ausdrücklicher Garantien an UN und USA die humanitäre Waffenruhe gebrochen zu haben. Bei dem Vorfall seien auch zwei Soldaten getötet worden.

Das Weiße Haus verurteilte die mögliche Entführung scharf. Eine solche Tat wäre „absolut empörend“, sagte der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Tony Blinken am Freitag. Sollte der Soldat tatsächlich entführt worden sein, müsste er umgehend freigelassen werden.

Die Entführung des Soldaten nahe der Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen löste neue heftige Kämpfe aus. Wie der Sprecher des palästinensischen Gesundheitsministeriums, Aschraf al-Kidra, mitteilte, wurden bei israelischen Angriffen 35 Palästinenser getötet und mehr als 100 verletzt. Militante aus dem Gazastreifen feuerten mindestens acht Geschosse auf Israel ab. Drei wurden von der Raketenabwehr abgefangen, die anderen landeten auf freiem Feld.

Israel erklärte die in der Nacht zuvor vereinbarte Waffenruhe im Anschluss an die Verschleppung für gescheitert. Der israelische Militärrepräsentant General Joav Mordechai habe den UN-Vermittler Robert Serry darüber informiert, gab das Regierungspresseamt bekannt. „Israel wird die Aggression der Hamas und anderer Terrororganisationen im Gazastreifen mit harten Maßnahmen beantworten“, sagte Mordechai dem UN-Diplomaten.

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