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Gaza spaltet die USA „Lieber jetzt sterben als so weiterzuleben“

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„Die Menschen in Israel glauben, die ganze Welt sei gegen sie“

Dem Betrachter den Rücken zugewandt, den Slip heruntergezogen und auf den Po „Kiss my Ass Hamas“, gemalt, ist die junge Frau auf dem Foto nur eine von vielen, die mit nackter Haut die israelischen Truppen anfeuern. Es sind solche Aktionen wie auch Medienberichte über „Bombing Parties“, weshalb die öffentliche Meinung, nicht nur in den USA, aber auch dort, langsam gegen Israel kippt. Fröhliche Jugendliche feiern demnach auf Hügeln mit Blick auf Gaza jeden Raketeneinschlag bei Popcorn und Bier mit lautem Gejohle. Und selbst die israelische Zeitung Haaretz zeigt sich irritiert von Äußerungen zur Lösung des Terrorproblems von Mordechai Kedar, einem israelischen Professors an der Bar-Ilan-Universität: „Das einzige, was einen Selbstmordattentäter davon abhalten kann, den Zünder zu drücken, ist zu wissen, dass danach seine Schwester vergewaltigt wird“, zitiert ihn Haaretz. Es wäre nun mal traurig, bedauert der Professor, aber „so ist der Nahe Osten nun mal.“

Für Ghannam sind solche Äußerungen ein Beleg, wie weit Teile Israels bereits die Verbindung zur Realität verloren haben und sich auf das Niveau der schlimmsten Hamas-Propaganda begeben. Oder wie Journalistin Sylvia Zacharia, die heute an Stanford Kommunikation unterrichtet, beobachtet: „Die Menschen in Israel glauben, die ganze Welt sei gegen sie.“ Deshalb sei nach deren Selbstverständnis auch alles gerechtfertigt, was ihrer Sache diene.

Dabei könnte Israel leicht über die Grenzen hinausschießen und sich damit keinen Gefallen tun, fürchtet Ghannam. „Wenn Gaza tatsächlich ausradiert wird“, so sein Alptraum, „werden die Unruhen auf die Westbank übergreifen und auch andere Staaten werden dann nicht mehr still halten können.“ Er höre immer wieder Rufe nach einer „dritten Intifada“, beschreibt der Nahost-Kenner seine Eindrücke. Im Grunde sei es diese nächste Eskalationsstufe, die die amerikanische Politik jetzt mit aller Macht verhindern müsste.

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