Gegenoffensive in Mali „Frankreich ist in eine Falle getappt“

Die Islamisten in Mali drohen Frankreich mit einem langen Krieg, wie in Afghanistan. Die Regierung in Paris habe das „Tor zur Hölle“ aufgestoßen, sagte ein Sprecher Extremisten, die eine Gegenoffensive gestartet haben.
Update: 14.01.2013 - 15:32 Uhr 15 Kommentare
in Islamistische Kämpfer in Mali, aufgenommen im August 2012. Quelle: AFP

in Islamistische Kämpfer in Mali, aufgenommen im August 2012.

(Foto: AFP)

Bamako/ParisIn Mali haben die Islamisten eine Offensive gestartet und drohen Frankreich mit Vergeltung für seine Militärintervention. Die Regierung in Paris habe das „Tor zur Hölle“ aufgestoßen, sagte ein Sprecher der Al-Kaida-nahen Extremisten am Montag und drohte Frankreich mit einem langen Krieg wie in Afghanistan.

Nach schweren Gefechten eroberten die Rebellen französischen Angaben zufolge die Stadt Diabaly. Trotz erbitterten Widerstands der malischen Streitkräfte hätten die Rebellen die Stadt überrannt, sagt der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am Montag. Rund um Diabaly, wo französische Kampfflugzeuge am Montag auch von Islamisten gehaltene Stellungen angegriffen hatten, setzten sich die Gefechte fort.

Vor einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates signalisierten westliche Staaten Unterstützung für Frankreich, das Hunderte Soldaten in seine frühere Kolonie entsandt hat. Deutschland will sich zwar nicht an den Kampfhandlungen beteiligen, prüft aber eine anderweitige Hilfe für den EU-Partner.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte, bei der deutsche Hilfe könnte es sich um medizinische, logistische und humanitäre Unterstützung handeln. Dafür signalisierte auch die SPD ihre grundsätzliche Zustimmung. Die EU schloss eine Beteiligung an den Kampfhandlungen aus. Allerdings solle die Entsendung von Ausbildern für die malischen Streitkräfte beschleunigt werden, sagte ein EU-Sprecher.

Allerdings schlug der CDU-Europaabgeordnete Michael Gahler vor, einen deutsch-französisch-polnischen Gefechtsverband nach Mali zu schicken. Der Kampfeinsatz Frankreichs gegen die islamistischen Rebellen müsse „durch eine Mission der bereitstehenden EU-Battlegroup ergänzt werden“, sagte er. Die Mitgliedsstaaten sollten gemeinsam auf die islamistische Bedrohungslage im Norden Malis reagieren, denn der Terrorismus in der Sahelzone bedrohe die ganze EU und nicht nur Frankreich.

Der Nato lag nach Angaben einer Sprecherin am Montag kein Antrag auf Unterstützung von Frankreich vor. Die USA wollen Regierungskreisen zufolge Geheimdienstinformationen zuliefern und erwägen die Entsendung unbewaffneter Überwachungsdrohnen.

Im September soll eine mit westlicher Hilfe aufgestellte afrikanische Interventionstruppe die islamistischen Rebellen aus dem Norden Malis vertreiben - diese Pläne wirbelt Frankreich mit dem überraschenden Einsatz nun durcheinander. Unter dem Druck der Franzosen kündigten mehrere afrikanische Länder an, noch in dieser Woche Bodentruppen nach Mali zu entsenden. Militärexperten warnen, sollte auf das französische Handeln keine Entsendung von Soldaten des westafrikanischen Regionalbündnis Ecowas in deutlichem Umfang folgen, sei ein Erfolg ungewiss. Dabei müsste die Nato auch logistisch und finanziell helfen.

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15 Kommentare zu "Gegenoffensive in Mali: „Frankreich ist in eine Falle getappt“"

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  • @ Rainer_J, so ist es !
    In Malaysia wurde es Christen von der Regierung verboten, ihren Gott Allah zu nennen.
    Es ist in der Tat für Christen zutreffender, den Einzigen und Wahrhaftigen mit Gott zu bezeichnen; denn es wird nicht der gleiche Gott angebetet.

  • @ Trollinger, dieses politische Handeln ist nicht schizophren sondern Methode.
    Unter dem Deckmantel der Herstellung oder Verteidigung "demokratischer Verhältnisse" und dem Schutz der Menschenrechte werden die kampfbereiten "Gotteskrieger"
    als Werkzeuge zur Erreichung gewisser Ziele entweder benutzt oder, wie jetzt in Mali, bekämpft.
    Der Zweck heiligt halt die Mittel !!!
    In Europa wird der Islam mit dem Ziel unterstützt, die Nationalstaaten aufzulösen.
    Der Weg wurde bisher recht erfolgreich beschritten.

  • unserer hoch gebildeter in allen richtungen fachliche standert der menschheit in der ganzen welt hat das allermeist tierische des mensch seins noch nicht abgelegt . . næmlich sich in tierisch schmerzhafte unmenschliche kiege einzulassen.
    aber solange es schlachthæuser gibt wird es schlachtfelder geben, habe ich neulich irgendwo gelesen.

  • Frankreich hat also das "Tor zur Hölle" aufgestoßen. Jetzt wissen wir wo die "Islamisten" wohnen:-)

  • Und Sie gehen am Besten gleich mit nach Mali und massakrieren fleißig mit.
    Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, daß die sogenanten Befriedungskriege allesamt Verbrechen an der dortigen Bevölkerung waren und sind und letztlich nur der Hegemonie des Westens und der Amerikaner dienten (siehe Irak, Lybien, Afghanistan, Syrien, bald ev. auch Iran)? Von dem, was uns Politiker erzählen, kann man guten Gewissens nur das Gegenteil dessen glauben, was sie uns einzureden versuchen. Es geht denen nur um ihre eigene Macht, niemals um Schutz von Menschenrechten. Das ist das Grundübel des Westens.

  • Ich bete zu Gott, daß die Zionistenverbrecher in Mali ein zweites Afghanistan erleben und die Fremdenlegion aufgerieben wird. Hans

  • Es ist unfassbar: Im eigenen Land etikettieren die sauberen Herrschaften die Kritik an der Islamisierung als Ausländerhass, Nazitum und Rassismus und unterstützt sie größtenteils mit unseren Sozialleistungen (HartzIV). In Libyen wurden die Banditen an die Macht gebombt, in Syrien ist man gerade dabei ihnen an die Macht zu helfen, in Afghanistan bekämpft man sie. Und in Mali? Sind es nun wieder die Bösen? Gibt es für dieses politische Handeln einen anderen Ausdruck als Schizophrenie?

  • Frankreich wird vermutlich in Mali gegen die Islamisten gewinnen. Ob Europa und der Westen auf lange Sicht die Oberhand behalten wird, ist eher fraglich.
    Das Wallstreetjournal schrieb kürzlich über Europa: "In ganz Europa gehen die Geburtenraten zurück. Dieser Geburtenrückgang wird nach Ansicht von Experten den Schrumpfungs- und Alterungsprozess der europäischen Bevölkerung beschleunigen, die ohnehin schon mit geringem wirtschaftlichem Wachstum und hohen öffentlichen Ausgaben zu kämpfen hat."

  • Zum Glück haben, die Personen, die hier am Board ihren Unsinn von sich geben, keinerlei Verantwortung für unsere Außenpolitik. 1. Man darf Verbrechern und religiösen Fanatikern nicht erlauben, sich überall untestraft auszubreiten. 2. Das Leid, das diese Fanatiker auslösen, führt zu Flüchtlingsströmen in ganz Afrika, am Ende müssen wir noch die Flüchlinge aufnehmen. 3. Wir dürfen vor den Grenzen Europas keine Terrorkamps erlauben. 4. Als großer Rohstoffimporteur können wir kein Interesse an einem destabilisierten Afrika haben. 5. Militärische Konflikte bieten eine exzellente Möglichkeit unsere Militärtechnologie zu testen und zu präsentieren.
    Mein Vorschlag:
    1. Logistische, medizinische u. humanitäre Hilfe
    2. 10000 alte , gute G3 und 100 Mg2 und geeignete Granatwerfer an Frankreich "zur besonderen Verwendung verleihen", damit afrikanische Truppen eine robuste Waffe haben. Diese Waffen sind in Afrika wohlbekannt und können sofort ohne große Schulung verwendet werden.
    3. Neueste Militärtechnologie von z. B. H&K im Gefecht testen, was unsere Exporte auch in Natoländer fördern wird.
    Afrika benötigt unsere Hilfe und ist ein zukünftiger Markt für Im- und Exporte.

  • Wenn gleiches Recht für Alle gilt, dann wird Mali demnächst in Frankreich bzw. Paris verteidigt.
    Wenn eine fremde Macht ein Land überfällt und hat einen
    Grossteil der Bevölkerung gegen sich, wird sie Probleme
    bekommen. Hat diese fremde Macht/Frankreich dagegen die
    Bevölkerung auf seiner Seite, sollte der Frieden jedoch
    mit geringem Aufwand wiederhergestellt werden. Wir werden
    sehen wie leicht sich unsere Freunde mit ihrer Ex-kolonie
    tun. Töricht sind nur "wir", wenn wir uns einmischen.

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