Geheimdienst Mossad Syrien-Konflikt bedroht Irans Macht

Der ehemalige Mossad-Chef sieht Syrien in der Schlüsselrolle von Irans Machtpolitik. Doch Assads Einfluss schwindet immer mehr. Das zeigt nicht zuletzt die Flucht seines Ministerpräsidenten Riad Hidschab ins Ausland.
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Weißes Haus: Assads Macht schwindet

Damaskus/BerlinJe mehr Rückschläge das syrische Regime einstecken muss, desto schwächer werde auch der Iran: Das sagt der ehemalige Mossad-Chef Efraim Halevy im Interview mit Handelsblatt. Syrien sei für den Iran ein Schlüsselland im nördlichen Mittleren Osten: „Was in Syrien geschieht, ist für die Iraner eine ernsthafte Bedrohung“. Teheran sei darauf angewiesen, dass das Regime von Assad überlebt. Ein Rückschlag des syrischen Regimes wäre für Teheran eine strategische Niederlage beim Bestreben, im Mittleren Osten zur Hegemoniemacht aufzurücken, sagt Halevy.

Er ist überzeugt, dass iranische Soldaten auf der Seite von Assad aktiv engagiert sind. Ohne iranische Präsenz in Syrien wäre die Zahl der zivilen Opfer doppelt so hoch, sagte neulich ein hoher iranischer Offizier. „Das bedeutet nichts anderes“, sagt Halevy“, „als dass die Iraner in die Kämpfe verwickelt sind“.

Teheran warnt er davor, die Diskussionen in Israel über einen Angriff auf iranische Nuklearanlagen bloß „als eine Übung in psychologischer Kriegsführung“ anzusehen: „Die Iraner müssen realisieren, dass die militärische Option für Israel sowohl sehr realistisch als auch verfügbar ist. Es gibt eine militärische Option.“

Unterdessen wird die Luft um den syrischen Machthaber Baschar al-Assad wird dünner: Nach hohen Militärs und Diplomaten hat sich nun auch sein Ministerpräsident Riad Hidschab ins Ausland abgesetzt und den Aufständischen angeschlossen. „Ich gebe hiermit bekannt, dass ich mich vom mörderischen und terroristischen Regime abgewandt und mich der Revolution der Freiheit und Würde angeschlossen habe“, hieß es in einer Erklärung, die Hidschabs Sprecher Mohammed al-Ottri am Montag im arabischen Fernsehsender Al-Dschasira verlas.

Zuvor hatten jordanische Sicherheitskreise dem Sender bestätigt, dass Hidschab über die grüne Grenze nach Jordanien geflohen ist. Als mögliches Ziel wurde das Golfemirat Katar genannt.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle sprach von einem Wendepunkt und einem Zerfall des syrischen Regimes. „Die Zeit von Assad ist vorüber“, sagte er am Abend in London. Ähnlich äußerte sich das Weiße Haus in Washington. Die Tatsache, dass sich immer mehr hochrangige Vertreter absetzten, sei ein Zeichen, dass Assads Macht zunehmend bröckele, sagte Sprecher Jay Carney. Nun sei das syrische Volk am Zug. „Assad kann seine Kontrolle (über das Land) nicht wiederherstellen, weil es das syrische Volk nicht erlauben wird.“

Al-Ottris Erklärung zufolge plante Hidschab seine Flucht bereits seit mehr als zwei Monaten. Bewerkstelligt wurde sie mit Hilfe der aufständischen Freien Syrischen Armee. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Vize-Ministerpräsident Omar Galawandschi bestimmt.

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10 Kommentare zu "Geheimdienst Mossad: Syrien-Konflikt bedroht Irans Macht"

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  • Iran ist sicherlich nicht durch den syrischen Bürgerkrieg gefährdet und "braucht" auch keinen Assad. Allerdings ist die Zerstörung Syriens ein Punkt auf der Agenda der USA - General Wesley Clark hat uns das ja schon 2007 verraten. Die Iraner stehen nicht blind auf Assads Seite, üben allerdings inzwischen Selbstkritik, dass sie ihn früher zu Reformen hätten drängen sollen. Es wird aber so getan, als ob Iran eine "Hegemonialmacht" werden wolle, dabei verhält sich das Land defensiv. Wenn es aber mal seine Rechte beansprucht, dann wird das als Aggression betrachtet. Nur ist für die Eskalation in Syrien nicht Iran verantwortlich. Was haben dort Tausende libysche, saudische, katarische Söldner zu suchen? Ende letzten Jahres erschien diese Analyse des Ehepaars Leverett: http://irananders.de/home/news/article/iran-und-syrien-us-nahostexperten-verstehen-es-wieder-falsch.html. Die war bestimmt nicht falsch, allerdings war dieses Ausmaß an Eskalation noch nicht abzusehen - vielleicht haben die Amerikaner/Saudis das auch gelesen und gedacht, man müsse wohl andere Mittel aufwenden? Jetzt haben wir einen von außen geschürten Bürgerkrieg, für dessen Opfer man nicht Assad alleine verantwortlich machen kann.

  • Die USA ist nicht in Syrien , nicht mal in der Nähe !
    Russland dafür sehr wohl , mit einem Militärstützpunkt , mit Kriegsschiffen und mehr als 30000 Soldaten die dem Herrn Assad jede Unterstützung garantieren . Russland hat ein Veto eingelegt und überwacht die Einhaltung dessen .
    Die Amerikaner sind im Persischen Golf . Der Iran hat ganz sicher andere Probleme als sich um das zu vernachlässigende Syrien zu kümmern !

  • Prinär ist das ja wohl ein Bürgerkrieg .
    Inwiefern sie nun die USA oder Israel dafür verantwortlich machen wollen sollten sie uns doch noch erklären !
    Natürlich wir Israel auch Syrien angreifen , wenn die nicht konventionellen Waffen nicht mehr sicher verwart sein sollten und die Gefahr besteht, das diese in die Hände der Hisbollah oder der Hamas kommt .
    Das ist logisch und nachvollziehbar und Israel sollte dazu immer vorbereitet sein und wenn es Anzeichen dafür geben sollte sofort und mit aller Entschlossenheit zuschlagen .

  • Der übergelaufene "Ministerpräsident Riad Hidschab" hat genau so viel Blut an seinen Händen kleben wie der gesamte Assad Clan.
    Oder hat er durch irgendeinen "Deal" mit den "Freiheitskämpfern" abgeschlossen? Die wie aussehen mag? Ich will es nicht wissen.
    Ich weiß nur eins, Romney wird in den USA zum Präsidenten gewählt und der Iran wie auch Syrien können sich schon mal für einen Krieg in den Alarmzustand versetzen (Stichwort Gas und Ölressourcen)…
    Eigentlich hat das hier nichts zu suchen aber gibt doch mal auf der Seite Youtube.de „Volker Pispers USA“ ein und lasst euch doch mal ein wenig erhellen worum es damals im Nahen Osten ging…
    Aber nur falls ihr Interesse habt.

  • "Syrien-Konflikt bedroht Irans Macht"
    _______________________________________

    Die Überschrift suggeriert, dass in den Planungsstäben der für diesen beispiellosen Vorgang Verantwortlichen richtig kalkuliert wurde.
    Davon wird aber spätestens dann nicht mehr die Rede sein können, wenn der Krieg außer Kontrolle gerät wovon angesichts der Eskalation, nicht nur durch Assad, gegenwärtig allerdings ausgegangen werden kann: da sind viele neue Rechnungen aufgemacht worden, gegen die jene mit dem Iran sich vielleicht als überschaubarer herausstellen könnten als gegenwärtig klar zu sein scheint.

    An welcher Lunte da gezündelt zu werden scheint und vom wem wird, sollte das Pulverfass hochgehen, von eher nachrangiger Bedeutung sein. Reversibel wird da, wie es scheint, jedenfalls wenig bis garnichts mehr sein.

    Es gehört zu den militärischen Doktrinen, Kriege als begrenzt wirkendes und steuerbares Geschehen zu verstehen.

    Von Vabanque steht allerdings nichts in diesen Doktrinen.

    Und eben das scheinen die Verantwortlichen im Begriff nicht nur zu initiieren, sondern konsequent durchziehen zu wollen.

    Dass dabei in überwiegender Zahl die Zivilbevölkerung getötet wird, gehört zu den traurigsten Wahrheiten der als modern begriffenen Kriegführung.

  • Die Regierungen von USrael sind der Abschaum.
    Und wenn sie den Iran angreifen werden sie ihr blaues Wunder erleben.....

  • Wie wär's wenn der M o s s a d dem Herrn Bashar und der Baath ein wenig schneller Hilfe leisten würde sich für einen sehr langem Urlaub entscheiden zu können. Einige Menschenleben könnte man damit noch retten.

  • Die Amis haben ja zugegeben, daß sie die "Rebellen-Terroristen" unterstützen. Da behauptet wird, daß sie nicht militärisch eingreifen, wird es wohl finaziell sein. Wie immer! die Amis glauben alles kaufen zu können und leider haben sie oft recht. Jeder ist wohl käuflich ab einem gewissen Preis - auch Ministerpräsidenten. Leider.

  • Die USA/Israel machen jeden Tag Tam Tam um Assads Syrien zu stürzen damit Sie den Iran weiter unter Druck setzen. Mit freundlicher Unterstützung der Mainstream Presse. Alles nur gelogen, gelogen, und noch mal gelogen. Wie die Massenvernichtungswaffen im Irak. Man stelle sich vor der Iran würde aktiv irgendwelche Terrorisen (wenn sie die Interessen der USA dienen sind es dann "Rebellen" wie in Libyen) unterstützen was wäre wohl dann los... Übrigens, die Enola Gay hat vor 67 Jahren 140.000 Japaner (Zivilisten) per Atombombe ausgelöscht. Das wäre Mal eine Nachricht wert, aber nicht für die [...]. Bush, Cheney, Rumsfeld und Obama gehören als Kriegsverbrecher angeklagt. Aber wie, die Cowboys werden nur dann angespannt wenn einer von ihnen aufgrund einer Verletzung der Genfer Konvention... Ansonsten heisst es Exekution von „vermuteten“ Terroristen per Knopfdruck durch eine Drohne irgendwo in Afghanistan, Pakistan oder Jemen auf Befehl von „El Presidente de los Estados Unidos“ Barack Obama. E K E L H A F T [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

  • O-Ton Hidschab
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    Ich gebe hiermit bekannt, dass ich mich vom mörderischen und terroristischen Regime abgewandt und mich der Revolution der Freiheit und Würde angeschlossen habe.
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    Nach 20-jähriger Karriere in der Baath-Partei bedarf ein solch plötzlicher Sinneswandel natürlich einer Erklärung.

    Offensichtlich ist es den Terroristen gelungen den Ministerpräsidenten durch Drohungen gegen seine Familie zu dieser lächerlichen und vollkommen unglaubwürdigen Aussage zu zwingen.

    Es zeigt aber nur, daß sich in Syrien jetzt die Spreu vom Weizen trennt.

    Denn die Christen und Alewiten kämpfen dort um ihr nacktes Überleben. Woran ein sunnitischer Überläufer auch nichts ändert.

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