Geheimdienst setzt auf Mütter Gestatten, mein Name ist Jane Bond

Jahrzehntelang hat James Bond das testosteronschwangere Klischee des britischen Geheimdienstes geprägt. Doch nach Willen des Parlaments sollen MI5 und MI6 künftig nicht auf knallharte Jungs setzen – sondern auf Mütter.
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Szene aus „Der Mann mit dem goldenen Colt“. Das Testosteron-Image des britischen Geheimdienstes soll der Vergangenheit angehören. Quelle: dapd
Bye bye, James Bond

Szene aus „Der Mann mit dem goldenen Colt“. Das Testosteron-Image des britischen Geheimdienstes soll der Vergangenheit angehören.

(Foto: dapd)

LondonEr verkörpert das geheimnisumwobene Metier wie kein anderer. Jahrzehntelang hat der britische Spion James Bond mit der 007-Filmreihe das Testosteron geschwängerte Klischee eines Geheimagenten geprägt: gut sitzender teurer Anzug, schnelle Sportwagen und eine Waffe mit Spezialfunktion in der Hand – harte Männer und ihre Spielzeuge eben. Doch die Zeiten dieses kultivierten Macho-Gehabes im Dienste ihrer Majestät könnten in den abgeschirmten Räumen des MI5 und MI6 schon bald ein jähes Ende haben: Denn die britischen Geheimdienste sollen in Zukunft nicht auf knallharte Jungs setzen – sondern auf Mütter.

Kinderwagen statt Aston Martin, Strampler statt aufgebügelten Smoking-Hemd: Der Geheimdienstausschuss des britischen Parlaments empfahl in einem am Donnerstagabend veröffentlichten Bericht, dass die britischen Schlapphüte künftig lieber Mütter im mittleren Alter rekrutieren sollten, um Gefahren vom Vaterland abzuwenden.

Hinter den Kulissen von 007

Bye, Bye James. In Zukunft wird es in den gut abgesicherten Hallen der britischen Geheimdienste künftig eher heißen: Gestatten, mein Name ist Jane Bond. „Frauen und Mütter im mittleren Alter, die eine Familie großgezogen haben, verfügen über andere wertvolle Lebenserfahrungen", gab der Ausschuss den Geheimschnüfflern mit auf dem Weg. Dieser mögliche Fundus für neue Mitarbeiter sei bislang nicht richtig angezapft worden. Der Vorstoß hat einen ernsten Hintergrund: Vor allem der islamische Terror bereitet den Parlamentariern wachsende Sorge. Es sei darum eine Toppriorität von MI5, MI6 und GCHQ vor allem muslemische Frauen als neue Geheimdienstmitarbeiter anzuwerben, findet die Labour-Abgeordnete Hazel Blears.

Wie 007 gegen das Kopfsteinpflaster kämpft
Dreharbeiten in Rom
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Hauptdarsteller Daniel Craig und seine Crew halten die Römer in Atem: James Bond jagt durch die Gassen der italienischen Hauptstadt. Seit rund zwei Wochen wird in Rom der neue James Bond „Spectre“ von Regisseur Sam Mendes gedreht, der im November in die Kinos kommt. Aber nicht jeder ist über die Dreharbeiten begeistert...

Verkehr kollabiert
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„Alles blockiert“, ruft ein Geschäftsmann empört einem Reporter am Corso Vittorio Emanuele zu. Die Straße im historischen Zentrum, am Tiber, um den Vatikan und im Viertel EUR, ist sowas wie eine der Hauptschlagadern – wenn sie zu ist, kollabiert der sowieso schon dichte Verkehr vollkommen.

Schäden an Schätzen?
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Ein Touristen-Pärchen erzählte einem Journalisten, dass es nicht ins Hotel kommt, weil die Straße gesperrt ist. Andere befürchteten, dass die unzählbaren archäologischen Schätze in Rom bei den Dreharbeiten Schaden nehmen könnten.

007 stößt sich den Kopf
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Nicht nur die Römer und die Heerscharen an Touristen kämpfen mit Unannehmlichkeiten. Auch die Filmschaffenden haben die Schwierigkeiten kennengelernt, die jeden Rom-Bewohner frustrieren können: Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher. Da rumpelte es schon mal so ordentlich, dass sich selbst 007 den Kopf in seinem Aston Martin anstieß und von einem Arzt untersucht werden musste.

Ruckeln erzeugt Lärm
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Eine andere Auto-Szene musste immer und immer wieder wiederholt werden, weil das Ruckeln über die Pflastersteine zu viel Lärm für die Aufnahme erzeugte, berichteten lokale Medien.

Eine Million Euro Gebühren
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„Die Dreharbeiten bringen Rom nicht einzig Ungemach, sondern große Vorteile“, betont der Präsident der Film-Kommission von Rom und Latium, Luciano Sovena. Rom würde mit den Arbeiten, die bis Mitte März laufen, bis zu eine Million Euro an Gebühren verdienen. Ganz zu schweigen von den Restaurants, Bars, Hotels und Geschäften, die davon profitierten, dass 200 Menschen, die für den Film arbeiteten, in der Stadt seien.

Image-Gewinn
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Auf der ganze Welt werden Menschen sehen können, wie James Bond unter anderem durch die Ewige Stadt jagt (gedreht wird auch in London, Mexiko und Österreich). Bessere Werbung für eine Stadt gibt es vermutlich kaum. „Der Film wird unser touristisches Angebot auf internationalem Niveau ankurbeln“, sagt Sovena.

Eine der letzten Männerdomänen steht damit offensichtlich vor dem Fall. Bisher sei es so, dass Frauen in der Männerwelt der Geheimdienste mit hohen Hürden rechnen müssten, klagte der Ausschuss. Wie das geändert werden kann, dazu haben die Parlamentarier auch gleich konkrete Vorstellungen entwickelt. Um neue Mitarbeiterinnen zu finden und den Frauenanteil von 37 Prozent anzuheben, sollten die Dienste MI5, MI6 und GCHQ unter anderem das Eltern-Onlineforum Mumsnet nutzen.

Unter den Teilnehmern des Onlineforums wurde dieser Vorschlag mit großer Begeisterung aufgenommen. „Ich würde es lieben, ein Spion zu werden“, schrieb ein Mitglied. „Niemand würde mich verdächtigen. Ich bin schlicht zu langweilig und altbacken.“ Sogar erste konkrete Bewerbungen finden sich dort inzwischen. „Wenn Sie jemand suchen, dessen besondere Fähigkeit darin besteht, geschmolzene Schokolade aus einem von Hundehaaren verschmutzten Pullover zu entfernen, ohne Spuren zu hinterlassen. Dann bin ich die richtige Frau für Sie.“

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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