Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Gelbwesten „Ein Monster ist entstanden“ – Französische Regierung schlägt harten Ton gegen Gelbwesten an

Frankreich fürchtet am Samstag neue Krawallen – und setzt deshalb rund 90.000 Sicherheitskräfte ein. Der Innenminister will die Ordnung „mit aller Festigkeit“ schützen.
1 Kommentar
Innenminister Castaner kündigte an, dass in ganz Frankreich 89.000 Sicherheitskräfte aufgeboten würden – davon alleine in Paris 6000. Quelle: dpa
Frankreich

Innenminister Castaner kündigte an, dass in ganz Frankreich 89.000 Sicherheitskräfte aufgeboten würden – davon alleine in Paris 6000.

(Foto: dpa)

ParisParis lebt in Angst vor neuen gewalttätigen Ausschreitungen am morgigen Samstag. Seit Freitagmorgen rollen Konvois von Polizei, Republikanischen Schutzkompanien (CRS) und Gendarmerie in die Stadt.

Am späten Vormittag trat der Innenminister Christophe Castaner vor die Presse und schlug einen harten Ton an: „Ein Monster ist entstanden, das seinen Schöpfern entwichen ist.“ Er verfüge über Hinweise darauf, dass am Samstag Schläger nach Paris kommen wollten, „um zu zerstören und zu töten“.

Der Staat werde „mit aller Festigkeit“ die Ordnung schützen, damit sich Szenen wie vom vergangenen Wochenende nicht wiederholten: „Was am Triumphbogen geschehen ist, dessen Inneres verwüstet wurde, war wie im Krieg.“

Castaner kündigte an, dass in ganz Frankreich 89.000 Sicherheitskräfte aufgeboten würden – davon alleine in Paris 6000. Dazu gehöre auch ein Dutzend Radpanzer der Gendarmerie. „Das sind keine Kampfpanzer, die Armee wird auch nicht eingesetzt“, präzisierte der Minister.

Zwar räumte er ein, dass die Gewalttäter eine Minderheit unter den protestierenden Gelbwesten seien. Doch sprach er den seit dem 17. November aktiven Demonstranten die Berechtigung ab, für alle Franzosen zu sprechen: „Inzwischen sind in Frankreich nur noch rund 10.000 gilets jaunes aktiv, das ist nicht das Volk!“ Eine Bemerkung, die alle Gelbwesten vielleicht eher anstacheln als beruhigen wird.

Einer am Freitag veröffentlichten repräsentativen Umfrage des ifop Instituts zufolge unterstützen 40 Prozent der Franzosen die Protestierer, 26 Prozent haben zumindest Sympathien. Die Befragung wurde nach dem vollständigen Verzicht der Regierung auf die beabsichtigten Steuererhöhungen auf Kraftstoff durchgeführt.

Sie zeigt nur geringfügig niedrigere Werte als vor dem Einknicken der Regierung. Das weitgehende Zugeständnis des Präsidenten Emmanuel Macron und seiner Exekutive hat demnach kaum etwas an der Stimmung der Franzosen geändert.

Jacqueline Mouraud, die mit einem millionenfach gesehenen Video zum Entstehen der Bewegung beigetragen hat, fürchtet mittlerweile, dass diese außer Kontrolle gerät. „Ich rufe nicht zur Demonstration in Paris auf, aber ich fürchte, der Tsunami ist nicht mehr zu stoppen“, sagte sie dem Handelsblatt. Macron müsse den nach niedrigeren Steuern und höherer Kaufkraft rufenden Franzosen viel weiter entgegenkommen.

Außerdem müsse der Präsident „den Premierminister entlassen oder die Nationalversammlung auflösen“. Ein neuer Premier solle „für Ordnung sorgen und gegen Korruption kämpfen, dazu wäre General Pierre de Villiers geeignet“, urteilt die Führungsfigur der Gelbwesten. Sie selber erhalte mittlerweile Morddrohungen. Während des Gesprächs tauchten auf der Internetseite von Eric Drouet, einem radikalen Vertreter der Bewegung, Forderungen wie „Mouraud auf den Scheiterhaufen“ auf.

Die einzige Entlastung, die Macron derzeit erfährt, kommt von den Gewerkschaften. Eine Ironie der Geschichte, denn genau die hatte er in der Vergangenheit ignoriert. Die weit links stehende CGT sagte, sie werde nicht mit den Gelbwesten zusammenarbeiten.

Andere Gewerkschaften treffen sich am Freitag mit sechs Ministern, um „über konkrete Schritte zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Lohnabhängigen“ zu beraten. Ein Generalstreik, wie es ihn im Mai 1968 gab, scheint deshalb zumindest vorerst ausgeschlossen zu sein.

Startseite

Mehr zu: Gelbwesten - „Ein Monster ist entstanden“ – Französische Regierung schlägt harten Ton gegen Gelbwesten an

1 Kommentar zu "Gelbwesten: „Ein Monster ist entstanden“ – Französische Regierung schlägt harten Ton gegen Gelbwesten an"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ja, ja:
    "Es bedarf nur eines Funkens, eines Sprühens in die gludernde Lot."

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%