Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Gelbwesten-Proteste Macron zeigt sich bereit, Reformen zu überprüfen

Die Proteste zeigen Wirkung: Nach den Steuererhöhungen auf Kraftstoff stellt die Regierung in Paris auch die Abschaffung der Vermögensteuer infrage.
Update: 05.12.2018 - 17:15 Uhr Kommentieren
Laut neuer Umfragen stehen 72 Prozent der Franzosen hinter den „Gelbwesten“. Quelle: imago/IP3press
Macron begutachtet Schäden nach Protesten

Laut neuer Umfragen stehen 72 Prozent der Franzosen hinter den „Gelbwesten“.

(Foto: imago/IP3press)

ParisVor einem weiteren Wochenende möglicherweise gewaltsamer Proteste der „Gelbwesten“ beginnt die französische Regierung zu schlingern. „In sechs Monaten werden wir besser sehen, ob die Abschaffung der Steuer auf alle Vermögen außer Immobilien Früchte trägt; wenn das nicht der Fall ist, sind wir zur Anpassung bereit“, sagte eine Beraterin von Präsident Emmanuel Macron im Gespräch mit dem Handelsblatt. Einzelne Steuern seien „ein Mittel, nicht der Zweck der Politik des Präsidenten“.

Auf die für 2019 geplante umfassende Reform des Rentensystems angesprochen, sagte sie, man werde „zu gegebener Zeit sehen“, was kommt. Seit Monaten laufen Verhandlungen mit den Gewerkschaften darüber. Der weitgehende Verzicht auf die Vermögensteuer war eine der ersten Reformen Macrons. Er verfolgte damit das Ziel, Investitionen in französische Unternehmen anzukurbeln.

Die drei bis fünf Milliarden Euro teure Änderung kommt praktisch ausschließlich den zehn Prozent der reichsten Franzosen zugute, sie begründete Macrons Ruf als „Präsident der Reichen“. Eine Rücknahme hatte Macron bislang kategorisch ausgeschlossen. Die Gewaltorgie im Herzen der Hauptstadt am vergangenen Wochenende hat die Gelbwesten keine Sympathien gekostet.

72 Prozent der Franzosen stehen neuesten Umfragen zufolge hinter ihnen. Doch sagen 70 Prozent in einer anderen Befragung, nach der verschobenen Erhöhung der CO2-Steuer auf Kraftstoffe sollten nun auch die Gelbwesten zurückstecken.

Der Verzicht auf die Steuererhöhung gefährdet das Ziel von 2,8 Prozent für das Budgetdefizit. Die Regierung selbst scheint nicht sicher zu sein, dass ihre Wende bei den Energiesteuern allein die Lage beruhigt. Ihre Andeutung weiterer Konzessionsbereitschaft zeigt, wie ernst die Lage im Land ist. Der Rücktritt des Präsidenten ist bei vielen Protesten mittlerweile zur wichtigsten Forderung geworden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Gelbwesten-Proteste - Macron zeigt sich bereit, Reformen zu überprüfen

0 Kommentare zu "Gelbwesten-Proteste: Macron zeigt sich bereit, Reformen zu überprüfen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.