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Geldpolitik US-Notenbank ändert den Kurs

In der amerikanischen Geldpolitik zeichnet sich eine Richtungsänderung ab. Zwar wird die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) auch morgen aller Voraussicht nach den Leitzins erneut um 0,25 Prozentpunkte auf dann 4,25 Prozent erhöhen. Es wäre die 13. Zinserhöhung in Folge seit Juni 2004. Es spricht jedoch vieles dafür, dass die Fed ihre Erklärung und damit ihren künftigen Kurs ändern wird. Grund dafür ist, dass die Notenbank das von ihr angepeilte konjunkturneutrale Zinsniveau offenbar fast erreicht hat und die Zeit kontinuierlicher Zinssteigerung somit zu Ende geht.

NEW YORK. In der amerikanischen Geldpolitik zeichnet sich eine Richtungsänderung ab. Zwar wird die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) auch morgen aller Voraussicht nach den Leitzins erneut um 0,25 Prozentpunkte auf dann 4,25 Prozent erhöhen. Es wäre die 13. Zinserhöhung in Folge seit Juni 2004. Es spricht jedoch vieles dafür, dass die Fed ihre Erklärung und damit ihren künftigen Kurs ändern wird. Grund dafür ist, dass die Notenbank das von ihr angepeilte konjunkturneutrale Zinsniveau offenbar fast erreicht hat und die Zeit kontinuierlicher Zinssteigerung somit zu Ende geht.

„Ich rechne mit einer Kurskorrektur in zwei Schritten“, sagt David Wyss, Chefökonom der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) in New York. Zunächst werde die Fed vermutlich deutlich machen, dass die stimulierende Wirkung der Geldpolitik „weitgehend“ durch die vorangegangenen Zinssteigerungen abgebaut worden sei. Wyss sieht das konjunkturneutrale Zinsniveau, das weder bremsend noch stimulierend auf die Wirtschaft wirkt, „zwischen vier und 4,5 Prozent“. In einem zweiten Schritt Ende Januar werde die Notenbank dann wahrscheinlich auch die Voraussage streichen, wonach die restriktive Geldpolitik in einem „maßvollen Tempo“ fortgesetzt werden müsse.

Damit würden die zwei wichtigsten Elemente des bisherigen geldpolitischen Kurses aus dem Fahrplan der Fed entfernt. Es wäre zugleich die wichtigste Änderung seit August 2003, als die Notenbanker damit begannen, ihren jeweils nächsten Schritt den Finanzmärkten deutlich zu signalisieren. Bereits auf ihrer letzten Sitzung Anfang November hatten die US-Notenbanker über die Notwendigkeit diskutiert, ihren Kurs neu zu bestimmen.

Dass die Fed unberechenbarer wird, da ihre Führung von Alan Greenspan auf Ben Bernanke übergeht, ist nicht ohne Ironie und Risiko. Tritt der neue Notenbank-Chef doch mit dem erklärten Ziel an, die Geldpolitik transparenter und somit auch berechenbarer zu machen. Bernanke, der am 1. Februar das Steuer übernimmt, würde durch die Kurskorrektur zwar mehr Handlungsfreiheit erhalten. Auf den Finanzmärkten könnte die Nervosität jedoch steigen, wenn zum Führungswechsel auch noch ein Kurswechsel in der Zinspolitik hinzukäme. „Solche Wendepunkte in der Zinspolitik sorgen meist für mehr Schwankungen auf den Märkten“, sagt Ethan Harris, Chefvolkswirt der Investmentbank Lehman Brothers in New York.



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