Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Geldpolitik Zinssenkung wahrscheinlich: Was Experten von der US-Notenbank erwarten

Die EZB hat eine Lockerung ihrer Geldpolitik in Aussicht gestellt. Am Mittwoch könnte die Fed die Zinsen senken. Nur eine Frage scheint noch offen.
1 Kommentar

Warum die Fed die Zinsen senken könnte

Frankfurt Die US-Notenbank (Fed) wird am Mittwoch voraussichtlich ihren Leitzins senken, und zwar vermutlich um einen Viertel- oder um einen halben Prozentpunkt. Wie Michael Feroli, Fed-Experte der US-Bank JP Morgan schreibt, sind sich Experten und Investoren noch nicht einig, wie weit die Fed bei der Lockerung ihrer Geldpolitik wohl gehen wird.

Feroli nennt gleich fünf Gründe, warum er sich zum vorsichtigen Lager all jener zählt, die mit einer Senkung um 0,25 Prozentpunkte rechnen. Erstens verweist er auf Berichte in den US-Medien, die in diese Richtung deuten. Außerdem haben sich zweitens einige Angehörige des geldpolitischen Ausschusses skeptisch gezeigt, wonach derzeit überhaupt eine Zinssenkung nötig ist. Feroli nennt als Beispiel Eric Rosengren, den Chef der regionalen Fed Boston. Ein zu großer Schritt könnte „einen Bruch“ im Ausschuss nach sich ziehen, schreibt Rosengren.

Drittens hat die Fed in früheren Zeiten die Zinsen immer nur dann gleich um einen halben Prozentpunkt gesenkt, wenn eine Krise oder zumindest schon eine deutliche wirtschaftliche Schwäche klar erkennbar war. Viertens sind die wirtschaftlichen Daten seit der letzten Fed-Sitzung im Juni etwas besser als erwartet ausgefallen. Und fünftens würde ein aggressiver Zinsschritt die Erwartungen der Märkte auf weitere Zinssenkungen unnötig verstärken und damit auch die Kluft zwischen den Prognosen der Investoren und denen der Fed selbst noch erweitern.

In den USA läuft die Konjunktur bisher noch reibungslos, zugleich liegt die Inflation etwas unter dem Ziel der Notenbank von zwei Prozent. So gesehen scheint der Schwenk zu einer lockeren Geldpolitik nicht unbedingt geboten – er bringt aber auch kein spürbares Inflationsrisiko mit sich. In der Eurozone dagegen gab es zuletzt schwächere wirtschaftliche Daten, außerdem rutschten die Inflationserwartungen ab. Folglich dieser Entwicklungen, erscheint die Dringlichkeit bei der Europäischen Zentralbank (EZB) gegenzusteuern, etwas ausgeprägter zu sein.

Experte Feroli geht davon aus, dass die Fed zudem den Abbau ihrer Bilanzsumme in dieser Woche stoppt. Ursprünglich war das für September geplant. Die Fed hatte ihre Bilanz durch Käufe von Zinspapieren auf rund ein Viertel des Bruttoinlandprodukts (BIP) aufgepumpt, sie danach aber wieder auf knapp ein Fünftel schrumpfen lassen, indem sie auslaufende Papiere nicht mehr durch Neukäufe ersetzte. Die Bilanz wird so erheblich größer bleiben, als sie vor dem Start der Ankaufprogramme war.

Grafik

Die Ökonomen der Deutschen Bank in New York erwarten ebenfalls nur einen Schritt von einem viertel Prozentpunkt. Die Deutsch-Banker gehen davon aus, dass Fed-Chef Jerome Powell weitere Senkungen andeutet, aber von weiteren wirtschaftlichen Daten abhängig macht. Sie halten es für relativ wahrscheinlich, dass die Fed im September noch einmal nachlegt.

Am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) zwar noch keine Lockerung für die Euro-Zone beschlossen, aber ein ganzes Paket für den September in Aussicht gestellt. Die EZB wird dann voraussichtlich ihre ohnehin schon negativen Einlagezinsen noch einmal leicht absenken und danach auch netto wieder Anleihen zukaufen.

Die Zentralbank hatte erst Anfang des Jahres die Zukäufe gestoppt und ersetzt seither nur auslaufende Papiere. Ihre Bilanzsumme, die bereits rund 40 Prozent des BIP in der Euro-Zone erreicht hat, dürfte dann noch weiter wachsen.
Mehr: Trump bekommt von der Fed, was er will. Ein Kommentar.

„Mit Christine Lagarde wird die Staatsfinanzierung der EZB perfektioniert“

Startseite

Mehr zu: Geldpolitik - Zinssenkung wahrscheinlich: Was Experten von der US-Notenbank erwarten

1 Kommentar zu "Geldpolitik: Zinssenkung wahrscheinlich: Was Experten von der US-Notenbank erwarten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Eine weitere Zinssenkung belastet nicht nur die Sparer sondern auch die Banken massiv. Banken zahlen heute schon Milliarden an Negativzinsen für die Einlagen bei der EZB. Dies führt zu einem Wettbewerbsnachteil gegenüber nicht europäischen Banken. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit europäischer Banken übernommen zu werden massiv. Dies ist ein erheblicher Nachteil für die europäische Banken Infrastruktur und damit auch für die Wirtschaft im Allgemeinen.

Serviceangebote