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Geldverkehr In Griechenland gibt es ein Ende der Kapitalkontrollen

Die griechische Regierung versucht die Wirtschaft des Landes zu stabilisieren. Dafür fallen einige Beschränkungen weg – politisch ändert sich jedoch noch mehr.
27.08.2019 - 14:56 Uhr Kommentieren
Zum 1. September werden die Kapitalverkehrskontrollen aufgehoben. Quelle: dpa
Griechische Euromünze

Zum 1. September werden die Kapitalverkehrskontrollen aufgehoben.

(Foto: dpa)

Athen Vor einem Jahr verließ Griechenland den Euro-Rettungsschirm. Jetzt hakt das Land mit der Aufhebung der letzten Kapitalverkehrskontrollen zum 1. September ein weiteres Krisenkapitel ab. „Die Kapitalkontrollen gehören der Vergangenheit an“, verkündete Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis im Parlament. „Damit geht ein vierjähriger Zyklus der Unsicherheit zu Ende, und eine neue Ära des Optimismus für Wirtschaft und Bankensystem beginnt“, so der Premier. Mitsotakis kann das als einen weiteren Schritt aus der Krise präsentieren, wenn er am Donnerstag nach Berlin kommt.

Die Kapitalkontrollen wurden vor über vier Jahren unter der damaligen Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras eingeführt. Bereits einige Wochen vor dem absehbaren Wahlsieg des Linksbündnisses Syriza im Januar 2015 hatte in Griechenland eine massive Kapitalflucht eingesetzt. Aus Angst vor einem drohenden Staatsbankrott und einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone transferierten viele Unternehmen in großem Stil Gelder auf ausländische Konten.

Auch Privatkunden überwiesen Ersparnisse ins Ausland oder ließen sich ihre Guthaben auszahlen, um die Banknotenbündel in Schließfächern und Verstecken zu bunkern. Tsipras und sein exzentrischer Finanzminister Yanis Varoufakis verschärften mit ihrem Konfrontationskurs gegenüber den Gläubigern im ersten Halbjahr 2015 die Krise. Zwischen November 2014 und Juni 2015 fielen die Einlagen um rund 50 Milliarden Euro – fast ein Drittel der Depositen.

Um den Zusammenbruch des Finanzsystems zu verhindern, ließ die Regierung Ende Juni die Banken schließen und führte Kapitalkontrollen ein. Anfangs durften die Griechen nur bis zu 60 Euro am Tag an den Geldautomaten abheben. Transfers ins Ausland waren zunächst ganz verboten. Das trieb Tausende kleine und mittlere Unternehmen in die Pleite.

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    In den folgenden Jahren wurden die Beschränkungen schrittweise gelockert. Abhebungen sind inzwischen nicht mehr limitiert. Im Zahlungsverkehr mit dem Ausland gibt es dagegen noch Restriktionen: Privatpersonen dürfen maximal 4000 Euro pro Tag transferieren, Unternehmen höchstens 100 .000 Euro.

    Ende der Kontrollen

    Diese Beschränkungen werden zum 1. September aufgehoben. Der griechische Industrieverband SEV begrüßte die Liberalisierung. Damit werde „eine bedeutende Belastung für die Glaubwürdigkeit und die Perspektive der griechischen Wirtschaft ausgeräumt“, erklärte der Verband.

    Die Aufhebung der Kapitalkontrollen gilt als wichtiges Signal an ausländische Investoren und Anleger. Sie könnte auch den Weg zu einer besseren Bonität des Landes ebnen. Noch bewerten die Ratingagenturen griechische Schuldpapiere als „spekulative“ oder sogar „hochspekulative Anlage“. Ein besseres Rating würde nicht nur den Schuldendienst verbilligen, sondern auch griechischen Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern und die Liquidität der Banken verbessern. Gute Nachrichten hatte jetzt auch Finanzminister Christos Staikouras zu vermelden: Die Haushaltseinnahmen lagen in den ersten sieben Monaten gut acht Prozent über dem Plan.

    Der einstige Defizitsünder Griechenland hat sein Budget also im Griff. Im Handelsblatt-Interview sagte Staikouras, er erwarte von der Aufhebung der Kapitalkontrollen einen „weiteren starken Wachstumsimpuls“. Die Wirtschaft und vor allem die Banken kämpfen aber immer noch mit Problemen. Rund 45 Prozent aller Forderungen sind notleidend oder akut ausfallgefährdet. Die Institute wollen den Bestand an Problemkrediten von derzeit 80 Milliarden Euro bis Ende 2021 auf 26 Milliarden Euro abbauen.

    Mehr: Nach einer Periode der Unsicherheit will Griechenland für Wachstum sorgen – doch die Folgen der Krise werden das Land noch lange begleiten. Ein Kommentar.

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