Geldwäsche Griechischer Ex-Minister bekommt 20 Jahre Gefängnis

Der ehemalige griechische Verteidigungsminister Tsochatzopoulos hat bei Geschäften um den Kauf von U-Booten die Hand aufgehalten. Wegen Geldwäsche und Bestechlichkeit hat ihn die Justiz jetzt schuldig gesprochen.
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Einer der wichtigsten griechischen Politiker: Tsochatzopoulos war 1974 Gründungsmitglied der sozialistischen Pasok und hatte seit 1981 verschiedene Ministerposten inne. Quelle: AFP

Einer der wichtigsten griechischen Politiker: Tsochatzopoulos war 1974 Gründungsmitglied der sozialistischen Pasok und hatte seit 1981 verschiedene Ministerposten inne.

(Foto: AFP)

AthenEin Gericht in Athen hat am Montag einen der wichtigsten griechischen Politiker der vergangenen Jahrzehnte, den früheren Verteidigungsminister Akis Tsochatzopoulos (Sozialisten), der Geldwäsche und Bestechlichkeit schuldig gesprochen und ihn zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Das berichtete der staatliche griechische Rundfunk unter Berufung auf die Justiz.

Weitere 16 Verwandte und Mitarbeiter des früheren Ministers bekamen zwischen sechs und 16 Jahre Gefängnis.

Der 74-Jährige sowie 16 Verwandte und frühere Mitarbeiter haben demnach 55 Millionen Euro Bestechungsgeld für den Kauf von U-Booten aus Deutschland sowie Abwehrraketen aus Russland kassiert.

Außer Tsochatzopoulos sprach das Gericht unter anderem auch seine Frau, seine deutsche Ex-Frau und seine Tochter sowie Mitarbeiter schuldig und verhängte gegen sie mehrjährige Strafen. Tsochatzopoulos wurde bereits am 4. März wegen Steuerhinterziehung zu acht Jahren Haft und 520.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Der Ex-Minister weist die Vorwürfe zurück.

Tsochatzopoulos war 1974 Gründungsmitglied der sozialistischen Pasok und hatte seit 1981 verschiedene Ministerposten inne. 1996 wäre er nach dem Rücktritt des schwer kranken Parteigründers Andreas Papandreou beinahe Pasok-Vorsitzender und Ministerpräsident geworden, unterlag aber knapp dem Ex-Regierungschefs Kostas Simitis.

Zwischen 1996 und 2001 war Tsochatzopoulos unter Simitis Verteidigungsminister. In diese Zeit fallen die umstrittenen Rüstungsgeschäfte.

  • dpa
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21 Kommentare zu "Geldwäsche: Griechischer Ex-Minister bekommt 20 Jahre Gefängnis"

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  • Deutschland ist eine Bananenrepublik

  • Deutschland ist ja auch eine Bananenrepublik!

  • Der Ex-Minister hat Bestechungsgelder angenommen von eine Deutsche Firma. Wer ist diese Firma und wie welche Strafe haben die Manager von diese Firma bekommen?

  • Waffengeschäfte sind wohl immer mit massiver Korruption bei der herrschenden und bestellenden Clique verbandelt. Gerade Griechenland ist hier mit seinen 300 Cliquen von Milliardären (Vasallen-Herrscher aus der türkischen Besatzungszeit) ein Spezialfall. Deren Politische Ausrichtung ist belanglos.
    Es hat seit Einführung des Euro gewaltige Mengen an Waffen (Schiffe, Panzer, etc.) bestellt, die seiner Größe und Zahlungsfähigkeit in keinster Weise entsprechen und die z.T. auch nicht bezahlt sondern von Zockerbanken oder vom Steuerzahler (vor-)finanziert sind. Derzeit laufen erhebliche Waffengeschäfte (Panzer, Flugzeuge) mit den USA. Und immer sind herrschenden Clans über Korruption mit von der Partie.
    Und womit wollten und wollen die EU-und US-Lieferanten sich bezahlen lassen? Mit Euro oder mit Drachmen?
    Hat man schon je oder auch nur in der letzten Zeit von einem grünrotschwarzgelben Politiker gehört, Gr ichenland (und andere Hungerleider) solle seine Waffenkäufe stoppen anstatt die Bevölkerung auszuhungern? Oder sattdessen seine Schulden zurückbezahlen. OK, das geht hier nicht, denn es würde hier ordentlich Ärger in der nicht-souveränen BRD machen und rasch würden NSA-Dossiers solchen Mahnern ein politisches Ende bereiten.
    Nun wissen wir einen der Hauptgründe, warum Griechenland zum Euro kam und warum es nicht raus darf. Es geht um Geschäfte und Korruption zu Lasten der deutschen Arbeitnehmer und Sparer.
    Denen wird dann eingesäuselt „Deutschland“ habe vom Euro profitiert und es ginge um die europäische Idee und ähnlichen Schwachsinn. Ja schön, Frau Dr. Merkel und Herr Dr. Schäuble und all Ihr Solidaritätssäusler von grünrotgelb, aber leider heißen nicht alle in Deutschland Ackermann oder Thyssen-Krupp!

  • Deutsche Minister können vor Gericht behaupten, dass sie es vergessen haben, wo sie das Geld herhaben und Kanzler können die Aussage verweigern, wegen eines Ganovenehrenwort.
    In Deutschland reicht das für eine Nichtverurteilung.


    Viele Grüße
    H. J. Weber

  • Diese Art von Argumentation führt dazu, dass Korruption sich immer weiter halten kann und zum Kavaliersdelikt wird. Vor diesem Hintergrund sollten wir uns auch einmal Gedanken darüber machen, warum Politik in Deutschland sich so lange weigert, die entsprechenden Abkommen zu unterzeichnen.
    Auch die Platzierung Deutschlands in der Liste von Transparency intern. kommt nicht von irgendwo, sondern hat konkrete Gründe.
    Es ist aber viel bequemer, wenn man in Wohlstand lebt und stets auf höchstem Niveau jammert, mit ausgestrecktem Finger nur auf andere zu zeigen und diese für das gleich Vergehen anzuklagen. Denn genau diese Korruption ist einer der Hauptgründe, warum z.B. die bekannten Mittelmeerstaaten in so gefährlicher finanzieller Schieflage sind. Es liegt nicht nur an fehlender Wirtschaftskraft, sondern an der fehlenden Steuereinnahmedisziplin.


  • Alles richtig!
    *
    Andererseits sollte man nicht vergessen, dass an den "Geschäften" auch Arbeitsplätze in Deutschland hängen.
    Geschäfte mit südeuropäischen Staaten sowie den meisten Staaten in Osteuropa und der zerfallenen UDSSR sowie den meisten afrikanischen Ländern laufen leider nur mit Vitamin B.
    *
    Das mag man bedauern, ist aber die Realität.


  • Alles richtig!
    *
    Andererseits sollte man nicht vergessen, dass an den "Geschäften" auch Arbeitsplätze in Deutschland hängen.
    Geschäfte mit südeuropäischen Staaten sowie den meisten Staaten in Osteuropa und der zerfallenen UDSSR sowie den meisten afrikanischen Ländern laufen leider nur mit Vitamin B.
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    Das mag man bedauern, ist aber die Realität.

  • It takes two in a bribery, both are guilty. Why aren't the german suppliers going to jail?

  • Zitat : Der ehemalige griechische Verteidigungsminister Tsochatzopoulos hat bei Geschäften um den Kauf von U-Booten die Hand aufgehalten.

    - die interessantere Frage wäre doch, bei wem die U-Boote eingekauft worden sind, zumal diese Firmen mit Sicherheit alles geschmiert haben, was zu schmieren war. Den ganzen Politklan und alle Entscheidungsträger nämlich. Die Fakelaki-Kette war mit Sicherheit vollständig.......damit KEIN Glied herausfällt und singt.

    Und wenn einen nicht alles täuscht, waren Deutsche Firmen am breitesten beteiligt. Und diese Firmen hatten auch ihre Helfer : Händler, Berater, Bänkster, Politiker. Und die waren auch alle am Coop beteiligt und haben die Hand nicht kleinlich für ihre Dienste aufgehalten.

    Wann hören wir was in der Angelegenheit bei uns ?

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