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Geldwäsche USA protestieren gegen schwarze Liste der EU

Die USA wollen die jüngst auf den Weg gebrachte schwarze Liste der EU gegen Geldwäsche ignorieren. Als Grund nennen sie die Methodik. Doch dahinter steckt noch etwas anderes.
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Die Kriterien der Anti-Geldwäsche-Liste der EU sind den USA zu streng. Quelle: dpa
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Die Kriterien der Anti-Geldwäsche-Liste der EU sind den USA zu streng.

(Foto: dpa)

BrüsselDie US-Administration ist sauer auf die EU-Kommission. Die Brüsseler Behörde hatte an diesem Mittwochmorgen eine neue schwarze Liste von 23 Staaten vorgelegt. Ihnen wirft die Kommission vor, nicht genug gegen Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und andere Formen von Finanzkriminalität zu unternehmen.

Auf der Liste stehen nicht nur enge Handelspartner der EU wie beispielsweise Saudi-Arabien, sondern auch mit den USA assoziierte Gebiete und Staaten: Samoa, Guam, Puerto Rico und die US-Jungferninseln. Die EU-Kommission habe der US-Regierung keine Gelegenheit gegeben, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, beschwerte sich die US-Regierung.

Außerdem verwies sie darauf, dass die vier Gebiete auf einer anderen, bereits länger existierenden schwarzen Liste nicht auftauchen: Die Financial Action Task Force (FATF), ein 1989 gegründetes internationales Anti-Geldwäsche-Gremium, hatte diese Liste erarbeitet. Darauf stehen nur zwölf Staaten.

Die von der EU angeprangerten US-Territorien sind nicht dabei. In den assoziierten US-Gebieten würden die FATF-Standards ebenso wie auf dem US-amerikanischen Festland angewandt, erklärte das US-Finanzministerium.

Die FATF-Liste wird in Europa allerdings schon lange kritisch gesehen, weil viele einschlägig bekannte Steuerparadiese, die auch im Zusammenhang mit anderen illegalen Geldströmen im Verdacht stehen, darauf nicht vorkommen.

Das Europaparlament und die EU-Mitgliedstaaten beauftragten die EU-Kommission deshalb, eine eigene schwarze Listen zu erstellen – und die ist nun zum Ärger der Amerikaner umfangreicher ausgefallen.

Die Methodik der EU weiche von derjenigen der FATF deutlich ab, klagt das US-Finanzministerium. Dass die Anti-Geldwäsche-Standards in der EU strenger sind als bei der FATF, wird in Brüssel auch gar nicht bestritten. Denn die EU-Geldwäscherichtlinie wurde unlängst verschärft.

Sie verlangt nun, dass die wirtschaftlichen Nutznießer verdächtiger finanzieller Transaktionen identifiziert werden müssen. Länder, die das nicht sicherstellen wollen, landen auf der neuen EU-Liste. Bei der FATF-Liste gilt dieses strenge Auswahlkriterium nicht.

Die Amerikaner wollen die schwarze Liste der Europäer daher ignorieren. Es sei nicht zu erwarten, dass „die US-Finanzinstitute die Liste der Europäischen Kommission berücksichtigen“, teilte das US-Finanzministerium mit.

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3 Kommentare zu "Geldwäsche: USA protestieren gegen schwarze Liste der EU"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die US-Finanzinstutionen werden die Liste ignorieren, o.k. Dann müssen diese US-Finanzinstutionen vom EU-Markt ausgeschlossen und mit Sanktioniert belegt werden. Die USA zeigen uns ja wie man hier vorgehen kann.

  • "America first and only", geht einem auch langsam ziemlich auf den Wecker.

  • Die US-Finanzinstutionen werden die Liste ignorieren. Damit muss die EU gegen diese
    Instutionen wenn Sie denn gegen die Normen verstossen, genau so vorgehen, wie die
    Amerikaner das mit europaeischen Finanzinstituten machen, die amerikanische Normen
    nicht erfuellen.