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Gemeinsame Anleihen Monti will Merkel von Euro-Bonds überzeugen

Deutschland kann bei Euroraum-Bonds umgestimmt werden, darüber ist sich Mario Monti sicher. Der italienische Regierungschef hält die gemeinsamen Anleihen für sinnvoll, um Stabilität zu schaffen.
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Angela Merkel und Mario Monti (li.) in Brüssel. Quelle: dpa

Angela Merkel und Mario Monti (li.) in Brüssel.

(Foto: dpa)

Eine Mehrheit der europäischen Staats- und Regierungschefs hat sich laut dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti auf dem Gipfeltreffen in Brüssel in dieser Woche für gemeinsame Euroraum-Bonds ausgesprochen. Italien könne dabei helfen, Deutschland umzustimmen, so dass es sich ebenfalls für das europäische „Gemeinwohl“ einsetze, erklärte Monti.

„Europa kann schon bald Euroraum-Bonds haben“, sagte Monti in einem Interview mit dem italienischen Fernsehsender La7. Deutschland habe ein Interesse daran, dass kein Land den Euroraum verlässt, sagte er in dem Interview. Griechenland werde mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Währungsunion bleiben, selbst wenn „alles Mögliche passieren kann“, fügte er hinzu.

Montis Einschätzung steht im Gegensatz zu den Ausführungen des luxemburgischen Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker, der gegenüber Journalisten in Brüssel sagte, insbesondere im deutschsprachigen Raum stießen gemeinsame Anleihen „nicht auf sehr große Unterstützung“. Hingegen sei der französischsprachige Raum in dieser Frage eher zu begeistern.

Monti äußerte sich nach dem EU-Gipfel, der gestern mit einer Ermahnung an die griechischen Wähler endete, am 17. Juni eine sparwillige Regierung zu wählen. Diese müsse die notwendigen Haushaltskürzungen vornehmen, um das finanziell angeschlagene Land im Euro zu halten.

Die Stabilität des Euro mittels Euro-Bonds zu erhöhen, ist für Monti auch im Interesse Deutschlands, wie er an seinem eigenen Land illustrierte. „Sollte Italien eines Tages den Euroraum verlassen und eine eigene autonome Währung mit Zinsfreiheit einführen, würde die neue Lira abgewertet und das wäre ein riesiges Problem für die deutschen Exporte“, sagte Monti. „Und es wäre auch ein großes Problem für Italien.“
„Ein vereintes Europa ist im Interesse Deutschlands“, sagte Monti. „Wir werden Euro-Bonds bekommen, wenn der Euroraum und daher auch Deutschland sie will.“

Brexit 2019
  • Bloomberg
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33 Kommentare zu "Gemeinsame Anleihen: Monti will Merkel von Euro-Bonds überzeugen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Respekt vor Frau Merkel. Keine einfache Aufgabe Deutschland vor dem Disaster zu bewahren und gegen den Süden anzukämpfen.Wir können nur hoffen, dass sie an Ihrer Linie festhalten kann. Ich finde es erschreckend zu sehen, dass wir Deutschen seit jahrzehnten das Sparen einbegläut bekommen haben, jetzt die Früchte davon tragen und die Länder die immer über Ihre Grenzen gelebt haben, jetzt durch Deutschland in Form von Zusagen zu Eurobonds von unsere Disziplin profitieren wollen.

    Es ist ganz richtige die Eurobonds abzulehen, solange die anderen Ländern nicht gelernt haben, was Haushaltsdisziplin und Sparen heisst.

  • schlimm genug, dass heute im Lenum über den ESM abgestimmt werden soll.
    wwww.zivile-koalition.de
    Frau Dr. Hertha Däubler-Gmelin beabsichtigt eine Verfassungsklage einzureichen. Bitte um zahlreiche Beteiligung. Einfach mal googlen.
    DANKE

  • Bundesbankchef Weidmann: EZB ist bei den unkonventionellen Maßnahmen der Geldpolitik bereits bis zu den Grenzen des Mandats gegangen.

    "Es ist eine Illusion zu glauben, dass Eurobonds die aktuelle Krise lösen können."

    Bundesbankchef Weidmann spricht sich dafür aus, die Griechenland-Hilfen zu stoppen, wenn die Zusagen gebrochen werden.

  • Corriere

    @ PRAWDA

    Ich lebe seit einem Jahr in Italien, war vorher in Deutschland als Kassenarzt taetig und verfolge die Entwicklung in meinem "Ex" Heimatland mit grossem Interesse.
    Ueber die desastroesen Folgen fuer Deutschland bei der Einfuehrung von Eurobonds muss wohl nicht ernsthaft diskutiert werden. Daher waehle ich einen anderen Weg und folgendes O-Zitat hier aus dem Veneto: ... wenn die in Rom noch zweitausend neue Verordnungen erlassen ... werden wir dreitausend Umgehungen finden ... !
    Mein "Vorschlag" quer durch Nord(!)italien eine Mauer zu bauen wurde "positiv" gesehen. usw. usw.
    Ich befuerchte, der deutsche Michel wird erst dann munter werden, wenn das gutgekuehlte Bier teuer und ein allgemeines Tempolimit auf den Autobahnen eingefuehrt werden wird.
    Sarkastisch formuliert: Ein HOCH auf die Eurobonds, so bleiben die Preise fuer Prosecco moderat.








  • Hat man denn gar nichts aus der Geschichte gelernt?
    N E I N!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Es werden immer die gleichen Fehler gemacht.
    Das ist auch leicht, weil der Deustche 1. die eigene Geschichte gar nicht kennt, sich 2. der Politik gegenüber verweigert, und ihm die Zivielcourage abtrainiert wurde mit dem bis heute ständig eingebläuten Satz: die Deustchen sind schuld! (egal an was, wir sind immer schuld, und haben daher für alles und jeden eine moralische Verantwortung. Selbst für einen kriegerischen Staat, wie Israel, der allerdings erst 1948, also nach dem II.WK gegründet wurde!)

  • Nachtrag:

    Glücklicherweise hat die SPD inzwischen eine Kehrtwende gemacht und sich auch gegen EURO-Bonds ausgesprochen, das wurde ihnen wohl doch zu heiß.

    Somit ist keine Mehrheit für diese Bonds im Parlament mehr zu erreichen.

  • Man stelle sich nachfolgendes Szenario, so es denn eunträfe, unter EURO-Bomds vor, ein wahres Amageddon...


    Ein "Schwarzmahler" aus der Schweiz:

    Vermögensberater Felix Zulauf: Griechenland, Portugal, Irland und Spanien werden innerhalb von einem Jahr die Eurozone verlassen und damit die Gemeinschaftswährung in eine schwere Krise stürzen (WirtschaftsWoche).

    Der Schweizer Finanzmarktexperte Felix Zulauf erwartet, dass die Länder Griechenland, Portugal, Irland und Spanien die Eurozone verlassen werden müssen. Wie der Vermögensberater in der am Samstag erscheinenden „WirtschaftsWoche“ sagte, werde Griechenland in Kürze aus der Währungsgemeinschaft austreten: „Das Land wird vermutlich im zweiten Halbjahr als erstes die Eurozone verlassen.
    Im nächsten Jahr folgen weitere, zunächst wahrscheinlich Portugal und Irland, aber dann kommt Spanien“.

    Besondere Sorgen machten ihm Spanien. „Spanien steckt in einer ähnlichen Misere wie Griechenland, nur ist die Dimension viel größer. Ich erwarte, dass Spanien 2013 aus der Eurozone austreten wird.“

    Die Politik hänge zu sehr an dem „Fantasieprojekt“ Euro.

    „Es wird unendliches Leid über Europa gebracht“, sagte Zulauf. Die Krise werde wie ein Krieg Strukturen, Unternehmen und Existenzen zerstören.
    „Vermutlich kommt Italien noch in eine ähnliche Zwangslage wie Spanien, möglicherweise auch noch Frankreich. Frankreich ist, wenn es sich Reformen verweigert, noch stärker gefährdet als Italien“, warnt Zulauf.

  • Ja, es ist ein Giftcoktail
    Meint Monte, er kann jetzt über Deutschand bestimmen?
    Ich habe ohnehin mehr und mehr dasd Gefühl, dass Deutschland bewußt zerstört werden soll
    und die Zerstörer, auch im eigenen Land, haben ja leichtes Spiel, denn den Deutschen hat man in vielen Jahren jedes Selbstbewußtsein ausgeprügelt

    "Das Abendland geht nicht zugrunde an den totalitären Systemen, auch nicht an seiner geistigen Armut, sondern an dem hündischen Kriechen seiner Intelligenz vor den politischen Zweckmäßigkeiten." Gottfried Benn

  • " Deutschland habe ein Interesse daran, dass kein Land den Euroraum verlässt, sagte er in dem Interview. Griechenland werde mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Währungsunion bleiben, selbst wenn „alles Mögliche passieren kann“, fügte er hinzu."

    Mit dieser Ansicht hat sich Deutschland erpreßbar gemacht, das versucht man nun als Daumenschraube auszunutzen.

  • SayTheTruth
    nein, so lagne wird es gar nicht dauern, der Zusammenbruch kommt viel früher

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