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Generaldirektorin USA blockieren Ökonomin aus Nigeria als WTO-Chefin

164 Länder unterstützen Ngozi Okonjo-Iweala, eine ehemalige Spitzenfunktionärin der Weltbank. Die USA nutzen ihr Vetorecht bei der Abstimmung.
28.10.2020 - 17:37 Uhr Kommentieren
Die Ökonomin kämpft gegen die Handelsministerin Südkoreas, Yoo Myung-hee (53), um die Position. Ursprünglich befanden sich acht Kandidatinnen und Kandidaten im Rennen. Quelle: AFP
Ngozi Okonjo-Iweala

Die Ökonomin kämpft gegen die Handelsministerin Südkoreas, Yoo Myung-hee (53), um die Position. Ursprünglich befanden sich acht Kandidatinnen und Kandidaten im Rennen.

(Foto: AFP)

Genf Die USA blockieren eine Einigung über die neue Generaldirektorin der krisengeschüttelten Welthandelsorganisation. Nach Angaben eines WTO-Sprechers erklärte die US-Delegation am Mittwoch in Genf, dass sie eine Entscheidung für die die Nigerianerin Ngozi Okonjo-Iweala (66) nicht mittragen könne.

Eine Findungskommission hatte vorher mitgeteilt, dass eine Mehrheit der 164 WTO-Mitglieder die Kandidatur der früheren Finanzministerin aus Nigeria unterstütze. In der WTO wird in der Regel im Konsens entschieden, jedes Land hat somit de facto ein Vetorecht. Allerdings kann es in Ausnahmefällen auch zu einer Abstimmung kommen. Zunächst war der weitere Verlauf des Auswahlprozesses unklar.

Okonjo-Iweala, eine promovierte Ökonomin und ehemalige Spitzenfunktionärin der Weltbank, kämpft gegen die Handelsministerin Südkoreas, Yoo Myung-hee (53), um die Position. Ursprünglich befanden sich acht Kandidatinnen und Kandidaten im Rennen. Der Brasilianer Roberto Azevêdo trat Ende August vorzeitig als WTO-Generaldirektor zurück und übernahm eine Führungsposition bei dem Konzern PepsiCo.

Die 1995 gegründete WTO, die einen regelgebundenen und möglichst freien Warenaustausch garantieren soll, sieht sich mit einer weltweiten Welle des Protektionismus konfrontiert. Vor allem belasten die Handelskonflikte der beiden größten Wirtschaftsnationen USA und China, die teilweise in der WTO ausgetragen werden, das internationale Geschäftsklima. Zudem haben Betriebsschließungen und Grenzsperren im Zuge der Corona-Pandemie zu einem starken Einbruch des Welthandels geführt.

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