Geopolitik: Nord Stream 2 AG verschiebt Weiterbau – Versicherer Zurich steigt offenbar aus
Rohre für den Bau der Pipeline werden im Hafen Mukran auf der Insel Rügen gelagert.
Foto: dpaBerlin. Der Versicherungskonzern Zurich Insurance Group hat sich offenbar für einen Rückzug aus dem Pipeline-Projekt Nord Stream 2 entschieden. Der Grund ist die jüngste Verschärfung von US-Sanktionen. Auf Anfrage erklärt ein Sprecher des Schweizer Versicherers, das Unternehmen äußere sich nicht zu existierenden oder potenziellen Kundenbeziehungen. „Zurich verfügt über ein umfassendes Compliance-Regelwerk und hält sich an sämtliche geltenden Sanktionsbestimmungen.“
Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über den Rückzug des Versicherungskonzern von Nord Stream 2 berichtet. Zurich sollte die Bauarbeiten der Pipeline versichern, die russisches Erdgas durch die Ostsee nach Deutschland leiten soll. Für Nord Stream 2 ist das ein weiterer gravierender Rückschlag. Die Entscheidung von Zurich folgt auf den Ausstieg des norwegischen Zertifizierers DNV GL und des dänischen Ingenieurbüros Ramboll in den vergangenen Wochen, erläutert der US-Energieexperte Benjamin Schmitt.
„Gazprom und seine Befürworter haben versucht, in den Medien ein Gefühl der Dynamik und Unvermeidlichkeit rund um das Projekt zu vermitteln, aber die Wahrheit ist, dass die Sanktionen des US-Kongresses das Projekt wohl endgültig stoppen werden“, sagte Schmitt dem Handelsblatt.