George Soros 18 Milliarden Dollar für die offene Gesellschaft

Investor George Soros stockt seine Stiftung auf und kreiert so den zweitgrößten wohltätigen Fonds nach der Gates-Stiftung. Mit dem Schritt setzt der Hedgefonds-Manager auch ein Zeichen gegen den aufkeimenden Populismus.
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George Soros wird von vielen angefeindet. Sie haben oft eines gemeinsam: Sie sind gegen eine offene Gesellschaft. Quelle: AFP
George Soros

George Soros wird von vielen angefeindet. Sie haben oft eines gemeinsam: Sie sind gegen eine offene Gesellschaft.

(Foto: AFP)

New YorkDie israelische Regierung wirft George Soros vor, er diffamiere den jüdischen Staat. Ein Autor der „New York Times“ spricht sogar von einem „Krieg“ Israels gegen Soros. Bei den Machthabern Ungarns, seines Heimatlandes, ist er verhasst, und in Ländern wie Polen und Mazedonien wird er ebenfalls attackiert. In den USA gehört er zu den Feindbildern der Rechtspopulisten, die ihn als Teil einer von ihnen fantasierten „Weltelite“ sehen, die angeblich alle Macht an sich reißen will.

Soros provoziert Widerspruch, vor allem von rechts, und manchmal ist auch ein Schuss Antisemitismus dabei. Als Osteuropa noch kommunistisch war, hat er sich allerdings mit den Linken dort angelegt. Er hat Aufsehen erregt und ist immens reich geworden, indem er 1992 die Bank of England zu einer Abwertung des Pfunds zwang. Er ist ein Milliardär, der sich in die Politik einmischt. Seine Stiftung heißt „Open Society“, das ist ein Anklang an die „Offene Gesellschaft“, die der Philosoph Karl Popper propagiert hat. In Ungarn stößt den Nationalisten sauer auf, dass Soros „offene Gesellschaft“ auch ganz wörtlich meint und sich für die Aufnahme von Flüchtlingen einsetzt.

Jetzt stockt Soros seine Stiftung um knapp 18 Milliarden Dollar auf. Nach Aussage des „Wall Street Journal“, das sich auf Angehörige der Stiftung bezieht, entsteht so der zweitgrößte wohltätige Fonds nach der berühmten Gates-Stiftung. Die 18 Milliarden sind der Löwenanteil des Vermögens seiner Investment-Gesellschaft Soros Fund Management, das bei 26 Milliarden liegt. Die Investmentgesellschaft wurde lange Zeit als Hedgefonds geführt, zuletzt aber als Family Office, hat also nicht mehr für außenstehende Investoren gearbeitet. Soros zieht sich nach und nach aus den Geschäften zurück und hat als Chef-Investorin Dawn Fitzpatrick angeworben, die von der Schweizer Großbank UBS kommt.

„Open Society“ hat nach eigener Aussage in den 35 Jahren seit der Gründung bereits 14 Milliarden Dollar ausgegeben. Anders als Bill Gates setzt Soros sein Geld ganz bewusst politisch ein. Die Stiftung hat 40 Niederlassungen und Sub-Stiftungen weltweit. Soros, der in Ungarn die Nazis und die Kommunisten erlebt hat, ist für die liberale Demokratie, dabei aber verglichen mit anderen Reichen der USA relativ links eingestellt.

Der mittlerweile 87-Jährige hat die demokratische Ex-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton unterstützt, außerdem Initiativen finanziert, die Amerikaner mit lateinamerikanischen Wurzeln an die Wahlurnen bringen sollen. Seine Stiftung setzt sich für die Belange von Afroamerikanern und für eine Reform des Justizwesens ein. Anders als einige andere Hedgefonds-Manager der USA hat er eindeutig Stellung gegen US-Präsident Donald Trump bezogen. Über die Jahre hinweg ist er aber vor allem durch sein Engagement in Osteuropa bekannt geworden.

Dass er von Rechtspopulisten aller Orte angefeindet wird, macht die internationalen, ideologischen Verbindungslinien zwischen diesen Politikern und ihren Anhängern deutlich. Sie sind vor allem gegen das, was Soros‘ Stiftung im Namen trägt und wofür er jetzt zusätzliche Milliarden einsetzt: eine offene Gesellschaft.

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3 Kommentare zu "George Soros: 18 Milliarden Dollar für die offene Gesellschaft"

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  • Eine oberflächliche Lobhudelei für Soros, der in seiner Profitgier unglaublich vielen Menschen Leid zugefügt hat. Und jetzt sein Kapital, außer für weiteren Profit, für undemokratische politische Einflussnahme missbraucht.

    Wer sich simplizistisch und dem Zeitgeist folgend gegen die Konservativen stellt, die allesamt dumm und undifferenziert mit dem Kampfbegriff "Rechtspopulisten" diffamiert werden, der findet offenbar automatisch auch dem Intriganten Soros gut.

    Kleines Zitat aus Telepolis: "Soros erwähnt diese Krise zwar, vergisst dabei aber auf seine in der Finanzwelt viel gerühmte Spekulation gegen den thailändischen Bath hinzuweisen, die manche als Auslöser der Asien-Krise sehen."

    Offene Gesellschaft nach Popper hat auch NICHTS zu tun mit offenen Grenzen und Deregulierung des globalen Arbeitsmarktes. Die Oberflächlichkeit dieser Wort-Trickserei mit "offen", und die absurde Kumpanei zwischen linken Anarchos und Investoren sind unfasslich.
    Viele verstehen offenbar nicht dass der Verrat den die Linken derzeit an ihrer Verantwortung verüben, durch diese Querfront und ihre Islamophilie, eine der größten Gefahren für unsere Gesellschaften ist.

  • Frisches Geld vom Feind aller Europäer für die Umvolker. Ein "Philanthrop" der Spitzenklasse,
    warum finanziert er eigentlich nicht die Afrikaner in ihrer Heimat ? Ein Hoch auf Orban, der wirft den
    "Philanthropen" aus Ungarn raus.

  • Das einer der übelsten Spekulanten weltweit immer noch mit dem Attribut "wohltätig" versehen wird, ist aus meiner Sicht ein Witz. Es ist durch googeln leicht herauszufinden, z.B. hier auf wiki:

    "Die Spekulationsstrategien von Soros sind transparent, da er sie in Büchern und Vorträgen – zusammen mit Warnungen – veröffentlicht. Soros betreibt intensive Öffentlichkeitsarbeit und seine Spekulationen polarisieren Bewunderer und Gegner. Bekannt wurde Soros unter anderem am 16. September 1992, dem „Schwarzen Mittwoch“, als er in der Überzeugung, das Pfund Sterling sei überbewertet, massiv gegen diese Währung wettete. Dazu tauschte er geliehene Pfund in andere europäische Währungen, hauptsächlich Deutsche Mark und Französische Franc.

    Im Juni 1993 spekulierte Soros gegen die Deutsche Mark. Soros verkündete seine Absicht, in großen Mengen Wertpapiere der Bundesrepublik Deutschland zugunsten französischer Wertpapiere abzustoßen. In einem Interview forderte er: „Down with the D-Mark!“

    Soros stellt seine offenen Spekulationen in einen politischen Zusammenhang. So erklärt er, dass die bestehenden Rahmenbedingungen für Spekulationsgeschäfte eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung in vielen unterentwickelten Ländern gefährden. Während der Asienkrise (1997/98) wurde Soros vom damaligen malaysischen Premierminister Mahathir bin Mohamad für die Finanzkrise verantwortlich gemacht. Er verwahrte sich gegen die Vorwürfe (beispielsweise in seinem Buch Die Ära der Fehlentscheidungen). Nach einem persönlichen Gespräch zwischen den beiden nahm Mahathir 2006 seine Vorwürfe zurück."

    Schon lustig, wenn solche "Philanthropen" zuerst den Gesellschaften gigantische Summen entziehen, um sie dann der Gesellschaft für die "richtigen" Projekte wieder zurückzugeben. Die Völker sollen nicht mehr selbst bestimmen, sondern Soros undCo

    Die "offene Gesellschaft" wird´s wohl auch in Hundert Jahren nicht geben, und wenn doch, wird sie anders aussehen, als sich diese vorgeblichen Gutmenschen das vorstelle

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