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Geplanter Stellenabbau Mehrheitsführer im US-Senat wirft Siemens Energy „Versagen“ vor

Im Zuge des weltweiten Sparkurses will Siemens Energy auch in den USA Hunderte Jobs streichen. Chuck Schumer, Chef der Demokraten im US-Senat, hat die Entscheidung in einem Brandbrief scharf verurteilt. 
11.02.2021 Update: 11.02.2021 - 12:30 Uhr Kommentieren
Der Chef der Demokraten im US-Senat hat die Pläne von Siemens Energy zum Stellenabbau in den USA auf das Schärfste verurteilt. Quelle: AFP
Chuck Shumer

Der Chef der Demokraten im US-Senat hat die Pläne von Siemens Energy zum Stellenabbau in den USA auf das Schärfste verurteilt.

(Foto: AFP)

Washington Es kommt nicht häufig vor, dass sich die Führung des US-Kongresses direkt an ein deutsches Unternehmen wendet. Chuck Schumer, Chef der Demokraten im mächtigen US-Senat, hat sich im Streit um eine Werksschließung im Bundesstaat New York dazu entschieden.

In einem Brandbrief an die oberste Etage von Siemens Energy warf er dem Konzern einen „kurzsichtigen und gefühllosen“ Sparplan vor. Er sei „zutiefst besorgt“ über die „absolut verheerende“ Ankündigung, mehr als 500 Arbeitnehmer am Standort Olean entlassen zu wollen. Siemens stelle „die Interessen der Aktionäre über die Interessen der loyalen, engagierten, fleißigen Mitarbeiter und ihren Familien, der Gemeinden und des gesamten Bundesstaates New York“, so Schumer. 

Vergangene Woche hatte das Münchner Unternehmen den Abbau von weltweit 7800 Stellen angekündigt, davon 3000 in Deutschland und 1700 in den USA. Betroffen sind unter anderem 535 Angestellte in der New Yorker Kleinstadt Olean, die bis zum Jahr 2023 gehen sollen.

Schumer vertritt den Bundesstaat im Senat und unterstützte nach eigenen Angaben den Fluss von Fördermitteln für den Standort. Der ehemalige Mutterkonzern Siemens hatte das Werk in Olean 2014 von der Maschinenbau-Unternehmergruppe Dresser-Rand gekauft. 2020 überführte die Siemens AG ihre Energiesparte in das eigenständige Unternehmen Siemens Energy. 

Schumers Brief ist adressiert an Christian Bruch, CEO von Siemens Energy in Deutschland, sowie Steven Conner, CEO von Siemens Energy USA. Datiert ist das Schreiben auf Freitag den 5. Februar. Verbreitet wurde es an diesem Mittwoch von United Steelworkers, der größten Industriegewerkschaft der USA.

„Völlige Missachtung“

Konkret wirft Schumer dem deutschen Konzern mangelhafte Absprachen und Wortbruch vor. „Siemens hat diese Runde des Stellenabbaus vorangetrieben, ohne dass lokale, staatliche und Bundes-Beamte sinnvoll um Unterstützung gebeten oder alternative Maßnahmen entwickelt wurden“, heißt es in dem Brief weiter.

„Siemens ließ die Gewerkschaft und ihre Arbeitnehmer im Dunkeln, anstatt mit ihnen gemeinsam an einem Weg zu arbeiten, der so viele Arbeitsplätze wie möglich schützt. Dies stellt eine völlige Missachtung der Zusicherungen dar, die ich von der früheren CEO Lisa Davis bekommen habe.“ Das Unternehmen habe ein „Versagen unternehmerischer Verantwortung“ demonstriert.

Schumer attackierte in dem Schreiben auch Joe Kaeser, den jüngst als Siemens-Chef abgetretenen Manager und neuen Aufsichtsratsvorsitzenden von Siemens Energy. Kaeser hatte sich in der Vergangenheit positiv über die Senkung der Unternehmenssteuer in den USA geäußert.

„Doch anstatt Versprechen, in die US-Belegschaft zu investieren, einzuhalten, startete Siemens ein massives Aktienrückkaufprogramm im Wert von mehreren Milliarden Dollar, um Investoren auf Kosten der Arbeitnehmer zu belohnen“, kritisierte Schumer, der seinen Brief mit einem Katalog aus 14 Fragen schloss. Der Mehrheitsführer im Senat forderte eine Antwort bis Ende des Monats. Ein Siemens-Energy-Sprecher sagte, man habe den Brief erhalten und werde ihn selbstverständlich beantworten.

Vorstandschef Bruch hatte im vergangenen Sommer bei einem Kapitalmarkttag gesagt, es gebe im Konzern zu viel „Produkttourismus“. Er will die Lieferketten verkürzen und Kapazitäten bündeln. Nach Einschätzung aus Industriekreisen dürfte das betroffene US-Werk defizitär sein.

Mit den deutschen Arbeitnehmern hatte sich Siemens Energy vor wenigen Wochen auf eine Zukunftsvereinbarung geeinigt. Darin sichert die Siemens-Abspaltung zu, die Schießung von Werken in Deutschland möglichst zu vermeiden.

Der MDax-Konzern befindet sich mitten in der Transformation. Vor allem große Gasturbinen, lange die Stärke von Siemens, sind kaum noch gefragt. In Zeiten der Energiewende wollen die Kunden kleinere, dezentrale Lösungen sowie Erneuerbare Energien.

Mehr: So lief Joe Kaesers erste Hauptversammlung bei Siemens Energy

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